Hallo!
Eikes Becher sind gestern bei mir angekommen.
2 Arten, eine Mollisia (Weichbecherchen) auf Holz, und dieser hier an Süßkirsche......
......., an den ihr euch aus diesem Beitrag erinnern werdet.
http://www.pilzforum.eu/board/…sia-spec-auf-suesskirsche
Aber erst mal zur Mollisia.
Die hat schon zu schwer gelitten.
Für mich ist in diesem Zustand keine Bestimmung mehr möglich, weil natürliche Größen, Inhalte und Septierungsverhalten der Sporen für mich nicht mehr einschätzbar sind.
Vermutlich was aus der Ecke um Mollisia lividofusca (Dunkelbleigraues Weichbecherchen), war KOH = "-", aber ein braunes Subhymenium habe ich nicht gesehen (muss aber meiner Meinung auch nicht vorhanden sein bei der Art).
Zugleich kann dieser Fund aber auch demonstrieren, dass bei Mollisia die Paraphysen-Vakuolen relativ spät zerstört werden.
Manchmal sind sämtliche Asci schon aufgelöst, kaum noch intakte, sondern nur noch septierte, keimende, verformte Sporen zu finden, aber die Mollisia-Paraphysen halten lange durch, auch mit ihrem lichtbrechenden Inhalt.
Allerdings verformen sich diese nach und nach, blasen sich z.B. oft auf, besonders subapikal.
Zum Schlüsseln nicht mehr einschätzbare Sporen:
So, das zur Vorgeschichte, jetzt kommt die Hauptsache, der 2. Becher auf der Süßkirsche:
Eike, die gute Nachricht ist: schönes Ding!! Weitere Funde wären prächtig!
Die schlechte Nachricht ist: gibt ´s so leider meines Wissens nicht.
So, jetzt die Details:
Eike hat ganz schön gegeizt, habe bloß 2,5 Apos bekommen. Hier also der Versuch eines Bildes:
Sieht rein äußerlich eigentlich auch nicht sehr gesund aus, aber innen ist alles in Ordnung.
Wenn sich die Sporen in den Asci oben drängeln, ist der noch voll am Rumschießen und gesund. Sonst auch kaum Anzeichen einer Überalterung.
Was aber schon bei 100-facher Vergrößerung im Präparat auffällt (ohne Bild): nirgends sind die mollisia-typischen, lichtbrechenden Vakuolen zu sehen, die einem normalerweise entgegenleuchten. Die Paraphysen hier sehen nämlich so aus:
Dazu noch z.T. keulig bis kopfig.
Endzellen und Ectal-Excipulum noch:
Kugelige Außen-Zellen und die gelbbraune Farbe, welche mit KOH olivlich verfärbt, sind eigentlich Hinweise für Mollisia, oft für lignicole Mollisia-Arten.
Becher mit Mollisia-Aussehen, aber ohne lichtbrechende Vakuolen, da kommt man zur Gattung Pyrenopeziza (Einsenkbecherchen).
Deren Vertreter wachsen allerdings zu 98% auf Kräutern und Blättern.
Naja, haben wir hier halt einen der wenigen auf Holz.
Wahrscheinlich würden diese bei einer Sequenzierung sowieso ein wenig entfernt stehen von den caulicolen.
Übrigens gibt es bei Zotto auch Makrobilder von lignicolen Pyrenopezizen, die einem vom Aussehen her doch sehr an Eikes Becher erinnern.
Eikes Becher muss sich also mit einem provisorischen Namen begnügen. Bei mir heißt er vorerst
Pyrenopeziza-spec-(Prunus_P=keulig)-131209-EH
Kann übrigens sein, dass frischgewachsene Becher gelbbraun aussehen.
Vielleicht gibt ´s den Asthaufen ja nächstes Jahr auch noch?
VG Ingo W