Hallo Leute,
ein grottenschlechtes Wetter ist das heute hier, eigentlich wollte ich mir einige polypore und corticiale Machenschaften anschauen gehen, aber nach dem Verlust "meiner" Ganoderma, die ich für die Pilzlehrschau aufbewahren wollte, ist das Wetter in mir drin genauso übel wie das vor der Haustüre
Also poste ich jetzt erstmal den 2. Teil des 29. Pilzfestivals. Ich habe alle Stöckchen, Blättchen usw. immer noch in einer Kiste liegen und es hat sich mittlerweile eine ganz ureigene Funga darin entwickelt. Da tut sich noch einiges, kann ich euch sagen.
2 der Nachzügler sowie eine vor Ort "gefundene" Art möchte ich daher hier kurz vorstellen. Es ist nichts spektakuläres, aber schön anzusehen allemal
Die Hyaloscypha aureliella ist ja mittlerweile hinreichend bekannt durch Ingo's vielfältige Veranschaulischungen, es handelt sich um einen Vertreter der Untergattung mit harzigen Auflagerungen an den Haaren, die makroskopisch gelblich / gülden schimmern. Meistens sind diese Hyaloscypha-Arten unter 0,8mm breit und erscheinen an stark verrottetem Holz.
Diese "Ceratosphaeria sp" bleibt erstmal unbestimmt, ich habe dazu auch sämtliche Artikel herangezogen, die sich mit aquatischen oder semiaquatischen Pilzen beschäftigen, leider Fehlanzeige. Mit der langen Perithezienmündung, die etwas behaart ist (Teilausschnitt unten rechts) sowie der stark congophilen Ascusporus-Struktur scheint sie aber gut charakterisiert. Die Anzahl der Septierungen pro Spore hingegen variiert zwischen 1 und 5 (meistens 4). Wer das Teil schonmal gesehen oder sonstwie Ideen hat, immer her damit.
Leptosphaeria eustomoides (= Phaeosphaeria e.) wächst hier an abgestorbenen Blattresten von Phragmites, die wir am Ufer eingesammelt hatten. Eigentlich sollte die Art in der Gattung Phaeosphaeria verbleiben, IF zeigt aber an, dass sie sich momentan in Leptosphaeria befindet (warum auch immer). Die beiden Gattungen unterscheiden sich grob durch ihre spezielle Ökologie (L. an dicot., Ph. an monocot.) sowie durch die Pseudothezienwand (L. >40 µm, Ph. <40 µm, +/-).
Sobald sich hier weiteres tut, werde ich wieder berichten und es gibt einen weiteren Teil.
Der nächste Beitrag wird sich mit dem Ulmenästen aus Österreich befassen. Bis dahin erstmal BYEBYE und schonmal ein Frohes Osterfest!