Gyromitra esculenta var. bubaci - aktueller Fund

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  • Servus beinand,


    über die Feiertage war Boris Zurinski bei mir als Gast - und er hat mir anstatt eines Ostereis eine Lorchel mitgebracht. Genauer gesagt eine Frühjharslorchel, die mit 14 cm Höhe und 9 cm Hutdurchmesser sehr stattlich war.



    Die Mikroskopie ergab dann, dass die Sporen (n = 60) mit 21,0-25,6-32,25 x (9,0-)9,5-11,8-13,75(-14,25) µm deutlich größer als für Gyromitra esculenta normal sind.

    Der Quotient passt aber gut, die Sporenform ist recht variabel: Q = 1,8-2,18-2,8




    Es gibt die Varietät Gyromitra esculenta var bubaci (Vel.) Moravec, die solch große Sporen hat. Die Fruchtkörpergröße spielt aber keine Rolle, denn die gibtes in Groß und in Klein (und G. esculenta s.str. ebenfalls).


    Fazit:

    Wer die Zeit und Muße hat, zu Mikroskopieren und sich auch für die Gattung Gyromitra interessiert, der sollte unbedingt regelmäßig die Sporenmaße von Gyromitra esculenta checken. Solte es dich Übergänge hinsichtlich der Sporenmaße geben, dann würde die Varoetät natürlich hinfällig sein. Moravec (1986) hat das ausführlich diskutiert und hat zig Kollektionen von Frühjahrslorcheln geprüft. Er hat die Art, die Velenosvsky 1922 beschrieb, dann auf Varietätsrang umkombiniert. Außer den größeren Sporen gibt es wohl nichts Greifbares.


    Ich selber hocke ja auf Kalkboden, habe daher hier keine Frühjahrslorcheln. Der Fund von Boris stammt aus dem Tennenloher Forst zw. Erlangen und Nürnberg. Da gibt es viele Frühjahrslorcheln - Sandkiefernwald eben. Bei mir dagegen ist Gyromitra esculenta s.l. ein Exot.


    Da ich nicht vor Ort war, habe ich kein g'scheites Foto - das hier muss daher leider genügen. Ich fahre aber am Wochenende in den Tennenloher Forst und werde nachsammeln / nachsuchen.


    Ich habe den Fund natürlich auch im BMG-Forum vorgestellt (mit Literaturangaben usw.). Da hier aber so viele mitlesen und ich versuchen möchte, dazu zu animieren möchte, Daten über Gyrmoitra esculenta zu sammeln, stelle ich den Fund auch hier vor. Daher das doppelte Posting. Oder hat vielleicht jemand schon solche Aufsammlungen mit wirklich großen Sporen gemacht? Das wäre spannend.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,

    ich habe tatsächlich in diesem Jahr reingeschaut, obwohl hier auf Sandboden bei Kiefer nicht unbedingt was Anderes als G. esculenta zu erwaren war. Der mehr als faustgroße Fruchtkörper im Bild hatte es mir trotzdem mal angetan. Sporenlänge: (n=12) 17 - 21 mµ



    LG Karl

  • Servus Karl,


    die Großsporige Frühjahrslorchel (ich nenne sie mal so auf deutsch) wuchs auch in einem Sandkiefernwald. Diene Sporenmaße sind normal für eine junge Gyroitra esculenta. Und sie sind mehr als deutlich von denen dieser var. bubaci entfernt. Vielen Dank für deine die Angaben.


    Liebe Grüße,

    Christoph