Hallo zusammen
Am Freitag war ich auf einem Trockenrasen auf ca. 550m unterwegs.
HIer und da wuchsen einzelne Kiefern, Birken und Flaumeichen.
Dabei fand ich zwei Rhodocybe-Arten, die wie üblich schwer bestimmbar sind. Eine moderne Überarbeitung der Gattung wäre dringend nötig.
1:
Im Feld dachte ich erst an eine Gamundia. Damit lag ich sowas von daneben.
Geruch wenig ausgeprägt, allerdings war es auch recht kalt. Hutdurchmesser bis etwa 15 mm.
Der Sporenabwurf war zu dünn für eine Einschätzung.
Die Sporen sind recht fein knotig. Basidien 4-sporig, Schnallen konnte ich nicht finden.
In den Lamellen finden sich zahllose Pseudozystiden, die in KOH gelbbraun gefärbt sind.
Nach Gröger und meinen eigenen Unterlagen lande ich bei Rhodocybe ardosiaca.
Einzig die Sporen gefallen mir nicht: Nach der spärlichen Literatur sollten die viel stärker höckerig sind.
Die blauviolette Stielspitze verliert sich wohl recht schnell. Das kleine Exemplar war leider schon etwas trocken.
Wobei die Autoren da wohl mehrheitlich einander abschreiben, es gibt ja kaum Fundmeldungen dazu.
Kennt jemand die Art aus eigener Anschauung, oder kann sonst etwas Hilfreiches beitragen?
2:
Die sehen halb vergammelt aus, waren sie aber eigentlich nicht. Im Schnitt zeigt sich, dass alles schön vital ist.
Ich dachte zunächst an die Gattung Clitocella, dieser rissige Hut wäre typisch.
Aber die dunklen Lamellen passen nicht, verfärben tun sie auch nicht, mit KOH reagieren sie auch nicht.
Der Clitocella-Schlüssel von Vizzini et al. 2023 führt zu keinem plausiblen Ergebnis.
Die Sporen sind rund oder rundlich, und schwach höckerig. Sporenpulver hellrosa. Basidien 4-sporig, keine Schnallen, keine Zystiden.
Auch hier komme ich auf eine kaum bekannte Art: Rhodocybe tugrulii (= Rhodocybe parilis ss. auct.)
Ich habe mir die Original-Beschreibung von 2016 beschafft, die passt eigentlich recht gut. Kennt jemand diese Art?
Natürlich geht beides in die Sequenzierung.
Gruss Raphael