Unterwegs am Kleinen Gleichberg in Thüringen

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  • Hallo zusammen,


    am vergangenen Sonntag haben sich Ingo ( ogni volta ), Sandra ( hilmgridd ) und meine Wenigkeit unweit Römhild, am Rande des Thüringer Waldes, getroffen, um uns dort mal umzuschauen. Der Plan war, beide Gipfel der Gleichberge aufzusuchen. Das Wetter war hervorragend, alleine die Zeit war gegen uns und wir konnten in der kurzen Zeit nur den Kleinen Gleichberg erklimmen und uns dort umtun.

    Bild 1 Kleiner Gleichberg knapp unterhalb des Gipfels (Höhe 641 m): Aussichtspunkt mit Blick über die Basaltblöcke nach Nordosten in Richtung Thüringer Wald.


    Bild 2 An der Südseite des Gipfels ist der Große Gleichberg rechts im Bild zu erkennen.


    Die Gleichberge sind tertiäre Basaltkegel. Der Gipfel des Kleinen Gleichberges besteht aus einem imposanten Blockmeer, ganz ähnlich einigen Bergen in der Kuppenrhön (z.B. Schafstein). Hier am Kleine Gleichberg fallen in der Halde merkwürdige, kanalartige uind bergab führende Gänge ringsum den Gipfel auf. Es handelt sich offenbar um die Überreste von drei Trockenmauerringen, dem Werk der in der Antike hier ansässigen Kelten, die auf dem Gipfel eine Siedlung (Oppidum "Steinburg") unterhielten.

    Die Basaltblöcke sind Wind und Wetter ausgesetzt und teils üppig mit Moosen und Flechten überwachsen.


    Unten am Sattel zwischen den Gipfeln fielen mir beim Warten auf die anderen am Stamm einer Hainbuche Physconien auf.

    Bild 3 Physconia perisidiosa auf Hainbuche mit unberindeter, dunkel-filziger Unterseite, kurzen, sich überwachsenden Läppchen und Soralen an den Enden der grob bereiften Läppchen.


    Man könnte meinen, Lippensorale entstünden durch Aufreißen des Cortex am Ende eines Lappens (vgl. H. physodes), wodurch das Mark spalt- oder mundartig freigelegt wird, wo im Anschluss die Soredien gebildet werden. Tatsächlich werden auch die Sorale bei P. tenella als Lippensorale bezeichnet, ohne dass der Thallus dort aufreißen würde. Die Lappenenden sind bei P. tenella nur "lippenförmig hochgebogen", am Rand der Unterseite findet die Bildung der Soredien statt. Genau so ist es auch hier. Das wird ebenfalls Lippensoral genannt - warum auch immer.


    Beim gemeinsamen Weg durch den Hangwald nach oben fallen an den Stämmen zahlreiche Pertusarien auf. Neben Lepra amara finden sich Thalli von Pertusaria pertusa, die punktförmige Apothecienöffnungen besitzen. Mehrere dieser schwarzen Pünktchen befinden sich jeweils in einer Areole.

    Bild 4 Pertusaria pertusa besitzt sehr große Sporen mit dicker, doppelter Sporenwand. Es befinden sich nur 2 Sporen im Ascus. Hübsch ist das orange Leuchten unter UV.


    Am interessantesten ist es zwischen den Trockenmauern. Viele kleinräumige Habitate bieten einer Vielzahl an Flechten und Moosen günstigen Lebensraum.

    Bild 5 Hangabwärts führender Graben zwischen den Felsblöcken. Derer gibt es viele - Sinn und Zweck erschleißt sich mir noch nicht...


    Es soll laut einem BLAM-Bericht zur Exkursion von 2013 am Gleichberg Peltigera degenii geben. Finden könnten wir allerdings nur P. praetextata.

    Die am Rand deutlich filzige Blattflechte zeigt die typischen nach unten gekrümmten Thallusränder und lange dunkle Rhizinen.

    Unter der Stereolupe sind zudem viele blättchenartige Isidien am Thallusrand und an alten Rissen zu erkennen.

    Bild 6a Peltigera praetextata auf bemoostem Fels im Wald


    Bild 6b Peltigera praetextata mit aufsteigenden, blättchenartigen Isidien am Thallusrand


    Bild 7 Etwa 6 cm hohe, braungrüne Cladonie mit sprossenden, schlanken Bechern P+rot, (K+/-braun).

    Ich möchte Cladonia rei vermuten, u.a. wegen der grob sorediösen Podetien, an der Basis schollig, teils beschuppt.


    Bild 8 Fuscidea cyathoides, könnte ich mir vorstellen (noch nicht untersucht), oder identisch mit:


    Bild 9 Vermutlich die gleiche Art (F. cyanthoides), sollte also gekrümmte Sporen besitzen. Tätsächlich eine Buellia, vermutlich B. leptocline, mit auffälligen gelben Bereichen im Mark


    Bild 10 Die besonnte Basaltblöcke sind mehrheitlich von weißen Krusten, gelber Rhizocarpon geographicum und braunen Blattflechten, wie Xanthparmelien (u.a. X. verruculifera) und Melanelixien (M. fuliginosa), bewachsen.


    Bild 11 Eine sterile weiße Kruste mit üppigen, zusammenfließenden Soralen (Varicellaria lactea?)


    Bild 12 Diese braunen Krusten mit hellen Soralen (verm. Opegrapha gyrocarpa) kommen ebenfalls hier in großen Mengen vor.


    Bild 13 Flechtengesellschaft mit Xanthoparmelia verruculifera oder X. loxodes und Rhizocarpon


    Bild 14 Lecidea mit Rosteinlagerungen, wie z.B. von L. lithophila bekannt.


    Bild 15 Bunte Flechtengruppe - ich würde gerne wissen, welche Krustenflechten so blau werden könnten, wie die kleine Flechte oben in der Bildmitte.

    Ich stoße gelegentlich auf sie, konnte sie aber noch nicht bestimmen. Eventuell nur ein Artefakt durch Schneckenfraß?


    Bild 16 Auch lichenicole Pilze sind vertreten, hier auf einer schönen, rissig areolierten weißen Kruste.


    Bild 17 Diese weiße Kruste mit den stark bereiften, lecanorinen Apothecien und dunklen Scheiben könnte Lecanora rupicola sein.


    Bild 18 Bei dieser seltsamen, gelben Kruste mit den winzigen Apothecien würde ich auf L. polytropa tippen.

    Ev. nach Scheckenfraß erneut einsetzendes Apothecienwachstum? Die weißen Nachbarkursten zeigen jedenfalls deutlich Fraßspuren!


    Bild 19 Ein anderes Exemplar, einige Felsblöcke weiter sieht vertrauter nach L. polytropa aus.


    Bild 20 Ein Kissen aus Cladonien-Grundschuppen in den Tiefen zwischen den Basaltblöcken entpuppt sich als C. caespiticia.

    Zerschlitzte, aufsteigende Schuppen (5-8mm lang) und zahlreiche braune Pyknidiengruppen auf der Oberseite der Schuppen weisen in diese Richtung.

    Der Thallus ist trocken sehr spröde und zersplittert leicht in Einzelteile.

    Die Farbreaktionen des Thallus sind P+rot (und K+braun).

    An den Rändern der Schuppen bilden sich kleine Phyllidien o.ä., die sich leicht ablösen:

    Bild 21 Bildung berindeter, vegetativer Diasporen am Rand der Cladonienschuppen


    Bild 22 Ein letzter Blick zum Großen Gleichberg durch den noch unbelaubten Wald, dann müssen wir zurück nach Hause.


    Es war ein erster sonniger Frühlingstag in netter Begleitung - so das macht Freude. Gerne wieder einmal!

    Ich bin mir sicher, Ingo und Sandra werden bestimmt auch ihre Eindrücke (z.B. Schleimpilze?) hier einfügen oder auch an anderer Stelle.

    Darauf bin ich schon gespannt.


    LG, Martin


    Wenn weitere Funde bestimmt sind, will ich sie hier gerne nachtragen.

  • Hallo Martin,


    danke für's Zeigen und Mitnehmen!


    Da wart ihr recht erfolgreich wie ich sehe. Und wenn das Wetter und die „nette Begleitung“ auch gepasst hat – umso besser. Und eine schöne Landschaft ist das sowieso.


    Die Gegend kenne ich vom Vorhandensein des Linden-Kelchbecherlings, Sarcoscypha jurana.


    Ich bin auf weitere Bilder etc. von Sandra und Ingo gespannt.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Servus zusammen,

    danke Martin für den tollen Bericht! Viel kann ich da nicht hinzufügen. Es war schön euch mal in live zu treffen, das Wetter war viel besser als angesagt und befürchtet (auf der Hinfahrt kam ich in mehrere kräftige Regengüsse) - aber auf dem Gleichberg hatten wir bis Mittag eitel Sonnenschein.

    Und so stapften wir umgeben von lecker Bärlauchduft den alten Vulkanstock empor. Je höher wir kamen, umso bunter wurde die Felsflechtengesellschaft da die Steine exponierter lagen und der im Wald vorherrschende Moosbewuchs zurück ging. Gleichsam verlangsamte sich unsere Wandergeschwindigkeit auf einen Kriechgang. Ähnlich unserer vierbeinigen Begleitung steckten wir unsere Nasen (mit Einschlaglupe davor) dicht an jeden Felsen am Wegrand.



    Im Wald gab es außer dem von mir nicht abgelichteten Bärenlauch noch weitere hübsche Gewächse:

    So etwa Leberblümchen (Hepatica nobilis)


    und Märzenbecher (Leucojum vernum):


    Etwas Kalk muss im Boden vorhanden gewesen sein, da sind natürlich auch (Wein)bergschnecken nicht weit (Helix psychedelica):


    Sehr gefreut haben wir uns über einige Schuppenwurzen (Lathraea squamaria)- hauptberuflich Vollschmarotzer zB. an Hasel/Erle oder in unserem Fall Buche.


    Nun aber zu den Flechten im Wald:

    Pertusaria pertusa hatte Martin ja bereits ausführlich dargestellt da spare ich mir die Mikros:


    Ein epiphytisches Moos mit stark verdrillten Blättchen wuchs daneben, ich wusste ich hatte es schon mal in einem Buch gesehen und dass es im urbanem Raum aufgrund der Luftverschmutzung selten ist, aber sein Name fiel mir nicht mehr ein. Zum Glück hab ich es zu Hause schnell wieder gefunden, es handelt sich um Ulota crispa aus der Ordnung der Orthotrichales. Natürlich musste ich gleich mal durchwuscheln, waren aber zufällig keine Moosbecher drin :glol:




    Die wohl von den Kelten oder irgendwelchen anderen Menschen in die Blockhalde gemauerten Rinnen beherbergten einen bunten Flechtenteppich (hier u.a. mit Rhizocarpon, Opegrapha, Lecidea)


    Ich habe mir aus der Menge nur zwei herausgesucht um Bestimmungsversuche zu wagen (man möchte sich als Anfänger ja nicht zu sehr frustrieren)


    Diese felderig aufgerissene graue Krustenflechte mit sehr großen (bis etwa 3mm) schwarzen lecanorinen Apothecien (also mit lagerfarbenem Apothecienrand) sollte Tephromela atra sein. KOH gelb.



    Trotz der Größe der Apos schwierig zu schneiden. Konsistenz wie altes Bitumen. In KOH eingeweicht besser, aber dann keine Strukturen mehr.

    Also nochmal ohne versucht: Hymenium dunkel violett. Mit Lugol etwas Blaufärbung.


    Sporen: (11.7) 12.2 - 13.2 (13.7) × (6.1) 6.2 - 6.76 (6.8) µm Q = (1.8) 1.9 - 2 (2.1) ; N = 8



    Außerdem nahm ich mir noch ein paar winzige gelbe Pünktchen mit:

    Diese im Sonnenschein wunderbar sattgelben Apothecien maßen etwa 0,2-0,5mm.


    nochmal beschattet:


    Es zeigt sich keine Reaktion auf KOH, daher scheidet Caloplaca aus und wir haben es mit Candellaria zu tun.

    Hier kommen vor allem C. aurella und vitellina in Frage. Für C. aurella wird basisches, kalkhaltiges Substrat, C.vitellina saures Silikatgestein als Substrat angegeben.

    Nun wird die Geschichte vom Anfang wieder relevant- ist der Basalt am Gleichberg basisch genug für aurella oder zu sauer? Ich tippe auf eher sauer, das ist aber nur mein Bauchgefühl.

    Um es spannend zu halten- Martin hatte zwar Säure für einen Test auf Kalk dabei- soweit ich weiss aber dann doch das Gestein nicht mehr betüpfelt weil der Magen geknurrt hat und wir zur Vesper wieder abgestiegen sind.


    Kommentar: (siehe Diskussion unten) Es ist kompliziert. Man muss zwischen sauer/basisch und kalkhaltig unterscheiden. Das habe ich hier vermischt. Magmatische Gesteine können sauer oder basisch sein, sie enthalten zumeist keinen Kalk, können es aber doch (Karbonatlinsen, Karbonatite). Ein Test auf Kalk wäre also doch nicht unsinnig und könnte im Zweifel Klarheit bringen.




    Lugol färbt das Hymenium blau:





    Algen chlorococcoid


    Die Sporen messen 11 - 12.3 × 4.44 - 5.25 µm Q = 2.1 - 2.6 ; N = 4 und es sitzen eindeutig mehr als 8 im Ascus.

    Damit lässt sich hier Candellaria vitellina bestätigen.

    Die Sporen enthalten zwei große Öltropfen sodass es mir schwer fällt die wirkliche Anzahl zu schätzen, sind es 16 oder gar noch mehr? In der Literatur sind 12-24 angegeben.


    Das wars von meiner Seite, ich hoffe ihr hattet auch Spaß dabei virtuell mitzukommen,

    ich freue mich schon auf das nächste Treffen ;)

    scheinbar wächst die Gemeinschaft der Flechtenfreunde hier im Forum ja- es kommt mir vor als erschienen fast die Hälfte der aktuellen Beiträge im einschlägigen Unterforum :gbravo:

    Viele Grüße

    Ingo

  • Hallo Ingo,


    vielen Dank für die schöne Nachreichung!


    Eine kurze Anmerkung zum Säuretest:

    Zitronensäure trage ich nur als Test auf Kalkgehalt (CaCO3) im Substrat bei mir. Träuftel man einige Tropfen davon auf das zu prüfende Substrat (Kalkstein kann man meist schon so erkennen), so bildet sich durch die Reaktion mehr oder weniger viel CO2-Gas, das in der Flüssigkeit Blasen bildet. So kannst du z.B. Sandsteine und andere Sedimente und metamorphe Gesteine testen oder auch mineralische Böden, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie Kalk enthalten. Der häufig vorkommende Sandstein z.B. kann durch Kalk gebunden sein, aber auch kalkfrei sein - wenn er anders gebunden ist (durch SiO2, Gips, etc...). Er kann auch kalkgebunden sein, aber schon so stark verwittert, so dass er zumindest oberflächlich völlig kalkfrei ist deshalb zerbröselt.

    Basalt ist als Ergussgestein aus der Schmelze erstarrt und enthält sehr wahrscheinlich kein Carbonat, deshalb habe ich den Test gar nicht erst durchgeführt. Die Gesteinsschmelzen sind sehr heiß und erreichen Temperaturen um 1000°C, bei denen CaCO3 in CaO und CO2 zerfällt (Kalkbrennen!). Basalt ist ein basisches Silikat: basisch, weil kein oder nur wenig SiO2 (Kieselsäureanhydrit) enthalten ist, dafür mehr Aluminium- und Magnesiumsilikate, oder gar Eisenverbindungen. Kalk im Basalt kann ich nicht zu 100% ausschließen, halte ihn aber für ziemlich unwahrscheinlich.


    Das Substrat und seine Chemie haben einen ganz erheblichen Einfluss auf die Böden und die Vegetation darüber, um so mehr auch für Moose und Flechten, welche direkt auf dem Gestein wachsen. Die Zusammensetzung des Gesteins definiert, welche Ionen durch den Regen und Bodenwasser gelöst werden. Kalk löst sich leicht in saurer Umgebung, wodurch es einen großen Einfluss auf die Bodenchemie hat.

    In den Flechtenschlüsseln begegnet einem als Frage beim Substrat, ob kalkhaltig oder nicht, nicht nach basischem Silikat oder saurem Silikat. In den Artbeschreibungen hingegen findet man durchaus auch genauere Angaben zum präferiertem Substrat (Dolomit, Basalt, ...).


    LG, Martin

  • Hallo Martin, :haue: natürlich enthält magmatisches Gestein kein Calziumcarbonat auch wenn es basisch sein kann. Da bringt natürlich auch der Säuretest nichts, da wird es nie blubbern. Irgendwie hast du es geschafft mich vollends zu verwirren, als du beim Aufstieg von der Säure erzählt hast. Gut dass du das nochmal klar gestellt hast.

    Nun würde mich natürlich interessieren ob man einfach den pH Wert von Gestein bestimmen kann? Ein Lackmustest wird ja ohne das Gestein zu zermahlen kaum funktionieren.. :/

    VG Ingo

  • Also, ich glaube nicht, dass zermahlene Silikate den pH-Wert von Wasser wesentlich änderen. Es wird wahrscheinlich nicht als Brönsted-Säure-Base (Protonen) aufgegriffen, sondern etwas anders, vielleicht nach Lewis (Elektronen-Donatoren/Akzeptoren)?

    Bestimmt gibt es hier Chemiker, die uns hierzu erhellen können.


    LG, Martin

  • Ich fürchte jedenfalls es wird so aufwendig sein, dass es für den Laien Anwender einfacher sein dürfte die Einordnung über die auf dem Gestein wachsende Flora zu vorzunehmen..:giggle:

    (und das Problem denen zu überlassen, die das bei der Erstbeschreibung einer Art gerne angeben möchten)

  • Hallo an alle,

    also bei mir an der Nahe gibt es vulkanische Gesteine, die sich durch Einschlüsse von Karbonatlinsen auszeichnen. Ohne dass ich als Chemiker deren Entstehung erläutern könnte.


    Im übrigen kann man über basisch verwitternden Gesteinen sehr wohl den Boden (nicht den Fels!) in dest. Wasser aufschlämmen und mit einem normalen pH-Meter untersuchen. Da der Pilz sein Mycel auch im Boden entwickelt, ist das die relevante Größe.


    Grüße,


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    genau so ist das, die Natur ist SEHR viel komplexer, als man mit ein paar Worten beschreiben könnte. Das Bild, das wir uns von ihr machen, ist immer stark vereinfacht.


    Die Lava reißt beim Aussteigen durch die Deckschichten von diesen Gesteinen Material ab und nimmt davon in Form fester Einschlüsse (Xenolithe) und geschmolzenen Materials auf. Dies tut Lava normalerweise immer in irgendeiner Form. Die basaltische Lava als Grundmaterials sollte aber erstmal kalkfrei sein.

    Wobei das für Lava im allgemeinen auch nicht immer stimmt. So gibt es in Tansania (?) am Rande des westafrikanischen Grabenbruchsystem den Ol Doinyo Lengai, der ausschließlich "kühle" Karbonatlava führt. Das ist aber weltweit ziemlich einzigartig und nicht ganz verstanden.


    Die Zusammensetzung von Böden ist viel komplizierter, da hier alles erdenkbare zusammenkommt, was Wasser, Wind, Gletscher und andere Transportvorgänge (z.B. Rutschungen) mit sich führten. Den pH von Böden kann man messen. Allerdings ist die Messgröße der pH vom Boden, nicht vom anstehenden Gestein. Sieht am von Gesteinsrohböden ab, geht der Einfluß der organischen Komponenten (Humus) maßgeblich mit ein.


    Für saxicole Flechten, also Flechten, die direkt auf oder sogar im freiliegenden, nackten Felsgestein wachsen, ist die Zusammensetzung des felsigen Untergrundes, ihres Substrates, eine wichtige Einflussgröße.


    Ein spannendes Thema, über das man gerne mehr erfahren möchte.


    Was bleibt2? Im Zweifel also immer auf Kalk testen! ==Gnolm10


    LG, Martin