Schmetterlingstramete

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 2.114 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Horst Schlüter.

  • Liebe Pilzfreunde,
    kann es sein, daß es sich bei diesem Pilz um die Schmetterlingstramet handelt?
    Substrat: Ich denke Hainbuche, aber ich hänge ein Bild von der Rinde an, da ich nicht sicher bin.


    26.09.2010 Wald bei Winnenden-Birkmannsweiler, WN, Baden-Württemberg


    Es grüßt
    Horst Schlüter

  • Hallo Horst!


    Schmetterlings-Tramete (Trametes versicolor) passt! Substrat ist Gemeine Buche (Fagus sylvatica).


    Gruß,


    Fredy

    Pilzliebe geht durch das Objektiv und nicht durch den Magen!

  • Hallo Horst!


    Während ich mich nun seit fast einem Jahr leidenschaftlich und ausgiebig mit Porlingen beschäftigt habe, mußte ich mich natürlich auch mit der Bestimmung von Totholz in allen Variationen beschäftigen.


    Leider muß ich bis heute sagen (und das werden mir leider auch die Fachleute bestätigen), dass letztendlich auch hier im Zweifelsfalle nur das Mikroskop oder zumindest der versierte Fachmann hilft!


    Es gibt zwar gewisse Grundmerkmale, die man sich relativ schnell aneignen kann, doch in der Praxis ist es manchmal sogar äußerst schwer, Nadelholz von Laubholz zu unterscheiden: Deformationen, Krankheiten, Verrottungsgrad, Vermoosungen oder auch altersbedingte Unterschiede zum "Todeszeitpunkt" erschweren die Bestimmung sehr.
    Sofern man kein Blattwerk, keine Blüten, keine Früchte und bei Stümpfen auch keine toten Äste oder eine noch vorhandenes Gerüst einer Baumkrone zur Verfügung hat, kann die Bestimmung schon mal zum Krimi werden. Selbst die Rinde kann nicht immer Gewissheit bringen! Ich sage nur: Eiche-Kiefer-Lärche oder auch Eiche-Esche...

    Ich würde mal sagen, dass die Bestimmung von Totholz (wie auch die Bestimmung von lebendigen Bäumen!) mindestens genausoviele Merkmalsangaben benötigt, wie die Pilzbestimmung selber.


    Glücklicherweise ist bei der Substratangabe bei Pilzen (außer bei wirklich wirtsspezifischen Pilzen) meist "nur" eine Unterscheidung zwischen Laub- und Nadelholz nötig.


    Die sichere Unterscheidung der einzelnen Laub- oder Nadelhölzer bleibt Sache des Fachmannes und ist sogar mikroskopisch als Herausforderung zu betrachten!


    Eine Buche erkenne ich (sofern vorhanden) an der abblätternden, glatten Borke, die sich (meist) in größeren flächigen Stücken vom Stamm löst sowie an den vielen kleinen länglichen Vertiefungen im Holz (bei der Eiche sind die Vertiefungen unter der Rinde zum Beispiel durchgehend).


    Der Unterschied vom Buchenstamm zum Hainbuchenstamm macht für mich allerdings schlichtweg der Habitus der Stämme: die Hainbuche hat im Gegensatz zur Buche stets dieses in sich verdrehte Aussehen, dass aussieht, als seien verschiedene Stränge wie ein Seil ineinandergeflochten worden.


    Und letztendlich gibt es noch einen eigenen Erfahrungswert, der mich bis jetzt noch nie betrogen hat: Zumindest in meinen Gefielden habe ich Kohlenbeeren bis jetzt immer nur auf Buche gefunden, so wie das bei Deiner Abbildung der Fall ist ;)! Achte mal darauf! Du wirst sehen, dass Du Dich darauf verlassen kannst!


    Viele Grüße,


    Fredy

    Pilzliebe geht durch das Objektiv und nicht durch den Magen!