Nach einer langen Pause wird es bei mir gerade wieder bunt. Der neueste Liebling stammt aus dem Pflanzenreich, ich erspare euch also das absolut traumhafte Lavendelblau.
Relativ viel habe ich in den letzten zwei Jahren nur Weidenruten gefärbt, v.a. mit Kiefernbraunporling und Walnuss (letzteres auch schon wieder off-topic).
Meine bisherigen Favoriten bei den pilzlichen Farbstoffen:
1) Hispidin (Kiefernbraunporling und andere Porlinge): goldgelb bis gelbocker, färbt sowohl tierische als auch pflanzliche Fasern auch direkt, ohne Vorbeize. Etwa diesen Farbton könnte man vermutlich mit Zwiebelschalen erreichen, aber die Pilzfärbungen erscheinen mir beständiger.
2) Farbstoff der Hautköpfe: ich vermute, der muss chemisch ähnlich wie Alizarin (aus Krapp und Labkraut) aufgebaut sein, hat auf jeden Fall verblüffend ähnliche Eigenschaften. Auf tierischen Fasern habe ich damit auch ohne Vorbeizen hübsche rot-orange Farbtöne erzielt.
3) Jetzt wird's schon schwierig. Den türkisen Farbstoff der Grünspanbecherlinge finde ich spannend und hatte da auch vor langer Zeit ein bisschen recherchiert. Der ist nur mit Chemikalien löslich, mit denen ich eher nicht hantieren will (evtl. Aceton?). Wenn man ihn gelöst bekäme, ergäbe das sicher auch eine extrem beständige Farbe, aber die sind ohnehin viel zu selten.
Alternativ der Erbsenstreuling? Der ist wiederum extrem hydrophil und lipophob, wird sich also vermutlich stark auswaschen und ist für mich erstmal keine Alternative zu Walnuss, auch wenn ich das Oxidationsverhalten (braun->rot) in der Küche bemerkenswert fand.
Und dann wäre da noch der zimtfarbene Weichporling. Ich hatte im letzten Jahr tatsächlich ein paar Perser davon und habe ausprobiert, wie pH-stabil die Farbe ist. So richtig professionell war der Versuchsaufbau nicht, aber es sah so aus, als würde der Farbstoff im sauren Milieu wieder entfärben.
Auf dem Plan für das aktuelle Jahr: Tintlinge und evtl. Schmutzbecherlinge. Ob das funktionieren kann? Letztlich sind es ja nur kleinste Feststoff-Partikel, so vermute ich zumindest, und wie sollen die sich an die Faser binden? Aber egal, Versuch macht kluch.