Beiträge von kruenta

    Hallo, allerseits,

    gestern war ich mal kurz im Moor. An liegender Kiefer im hochmoorigen Kiefernmoorwald habe ich diesen kleinen (2 mm) grell rot-orangen becherförmigen Pilz gefunden.

    An dem dicken entrindeten Ast:


    Für eine Gallertträne eigentlich zu becherförmig geförmt, aber der Verdacht geht in die Richtung

    Auflicht

    in Wasser, sehr gut quetschbar

    Sporen rund bis oval, 4-7*3-5 µm, Septen sehe ich keine

    Die meisten Arten der Familie haben aber langgestreckte Sporen, oft septiert.

    Vielleicht hat ja jemand eine Idee?


    Danke für's Anschauen,


    Ach ja, die Torfgränke blüht

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    auf die Bemerkung von Ingo hin, dass seine Peltigera canina keine Apothecien bilden, habe ich mir einerseits meine Bilder davon nochmal angeschaut. Andererseits bin ich heute über eine P. canina am Hof gestolpert - in Ausbreitung begriffen, jedenfalls auf meinen Wiesen - die ein einzelnes junges Apothecium hat.


    Ein älterer Fund der Art (bzw. des Aggregats) hatte reichlich Apothecien, hier gezeigt Peltigera sp. → Peltigera canina Der stammte vom Waldrand, 20 m von einer Straße entfernt. In diesem Jahr noch nicht nachgeschaut.


    Die meisten Funde stammen jedoch von Magerwiesen, und die haben eigentlich keine Apothecien, zumindest habe ich auf den Fotos keine gesehen. Ich hatte im letzten Jahr da auch schon nach Ausschau gehalten.

    Die weißliche Äderung ist immer nur im Zustand des Austrocknens zu beobachten, und nur bei canina (zumindest ist es mir bei den anderen nicht aufgefallen), sobald es regnet, ist das wieder weg

    reichlich Knospen am Ran

    Rhizinen

    junges Apothecium in rot


    Italic schreibt zu canina, dass Apothecien häufig sind. Da ja mindestens noch eine neocanina beschrieben ist, stellt sich die Frage, ob es sich bei der Frage der Apothecien nicht auch um andere Arten handeln kann.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    hab heute noch einen Baum besichtigt, eine Fichte, die große Bestände von diesmal Trichaptum abietinum am stehenden Stamm hat (am Holz kürzlich schon reichlich Mycocalicium subtile gefunden, bei der Gelegenheit hatte ich mir die Trichaptum aber nicht näher angeschaut).


    Nicht überall, aber >10% der Trichaptums haben Stecknadeln in der Frisur

    mit mm-Skala

    in KOH 3%, interessante Farbhalo um das Köpfchen, irgendwas in KOH löslich?

    Fuß, ob das Grün im Substrat auf Lichenisierung hindeutet? Eigentlich waren eher die weniger veralgten Fruchtkörper mit den Stecknadeln bewachsen.

    Substrat mit Algen

    Köpfchen

    Sporen 3,5-4,5 µm, pigmentiert, mit Hyphen des Substrats


    LG, Bernd

    Hallo Martin, ich habe zumindest nichts gesehen, was für eine Lichenisierung spräche. Allerdings habe ich auch nicht versucht, den Fuß komplett mit rauszuschneiden. Müsste ich vielleicht nochmal schauen.


    Ob das ein Wiederfund ist, weiß ich noch nicht. Die Stecknadel, die ich früher mal auf Trichaptum biforme gefunden hatte (Phaeocalicium polyporaeum) hatte ich mangels Mikroskop nicht untersucht. Da mir - und dem beratenden Lichenologen aus Minsk - zu dem Zeitpunkt die Gattung Chaenotricha nicht bekannt war, sah es so aus, als wäre der mit dem Substrat ausreichend bestimmt. Aussehen tut der schon anders.


    Bild vom 8.8.2023 von der Phaecalicium, die war 24 nicht wiedergekommen und die Trichaptum ist auch eingegangen mittlerweile.


    LG, Bernd

    N'abend,


    die Gattung Chaenotricha wurde erst 2023 kreiert, aus Chaenotheca herausgelöst (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10918626/), begründet mit Sequenzierung und Wuchs auf Trichaptum Fruchtkörpern.

    Ein Exemplar von Ch. cilians aus Litauen hat Eingang in die obige studie gefunden, aber wohl erst in späterem Stadium. Selbiges Exemplar wird auch bei italic8 gezeigt (https://italic.units.it/flora/…re=ext_taxon_page&id=5508) auch wenn es im Hauptschlüssel nicht erscheint. Auf diesen Fotos sieht man Tr. fuscoviolaceum an Kiefernrinde.

    Gelegentlich habe ich danach Ausschau gehalten und heute unweit (400 m) gefunden, Tr. fuscoviolaceum an Borke von toter Kiefer. Die steht/hängt schräg, ca 45°, und die Stecknadeln befanden sich auf der "Unterseite". Nur wenige Exemplare der Stecknadel.



    in Wasser, relativ heller Stiel der sich auch gut quetschen lässt, Sporen pigmentiert, 3-5 µm, dickwandig

    in Melzers


    LG, Bernd

    N'abend,


    und dann habe ich noch eine unklare Chaenotheca, wo ich nirgends hinkomme. Auch vom Hof, von einem mächtigen Eichenklotz, der im Schatten steht, am Holz/Bastschicht, mäßig morsch

    Mazaedium braun, unterseits+Stiel oben vielfach blaugrau bereift. Lager ist eigentlich nicht zu sehen.

    Auflicht

    in Wasser

    sporen rund, braun, ziemlich klein, 2-3,5 µm

    Die Algen dazu sind winzig, im Holz, von kugelig bis länglich abgerundet.


    Mit runden Algen geschlüsselt kommt man nirgendwohin, mit zylindrischen (was m.E. eher weniger passt) könnte vielleicht Ch. xyloxena passen.

    Vielleicht hat Patrick ( nupharlutea ) eine Idee?


    LG, Bernd


    LG, Bernd

    N'abend,


    auch auf dem Hof an einem Eichklotz noch eine Stecknadel, mit deutlich abgesetztem Mazaedium und weißlicher, ringförmiger Bereifung. Der sah makroskopisch schon nach Calicium glaucellum aus.

    Mit Mikrodaten geschlüsselt komme ich da auch hin. Die Sporen sind so 8-11*5 µm, etliche kleiner, schmaler, teils noch ohne Septum. Einige wenige sind an der Einschnürung zerbrochen.


    LG, Bernd

    N'abend miteinander,


    nach einigem Umschauen auf Zitterpappeln und Hybridpappeln habe ich diese Art nun auch auf dem Hof gefunden, auf Balsampappel, auf einem toten Zweiglein (weniger als kleiner Finger dick), mit teils beginnend abblätternder Rinde. nur wenige Exemplare, aber immerhin auf Augenhöhe.

    Da gibt es mit dem Substrat nicht viel zu schlüsseln. Und die Sporenmaße passen, 10-15*4-6 µm.

    das große Exemplar rechts ist knapp über 1 mm hoch

    ob diese gebogenen Härchen auch dazugehören, keine Ahnung ...


    LG, Bernd

    Dass der Schwefelporling toxische Inhaltsstoffe aus dem Substrat aufnimmt ist aber nicht belegt

    Aber auch nicht widerlegt. Es ist zwar richtig, dass es in vielen Fällen wissenschaftlich nicht möglich ist, eine Behauptung zu widerlegen - und prinzipiell die Beweislast auf Seiten der Behauptung steht. Andererseits ist es auch eine Behauptun, dass das Substrat egal für die Inhaltsstoffe ist. Mit Methoden wie Massenspektroskopie sollte es relativ einfach sein, zu vergleichen, ob es abweichende chemische Zusammensetzung in Abhängigkeit vom Substrat gibt.


    Wenn eine Tomate im Gewächshaus zwar groß und ansehnlich wird, aber geschmacklos bleibt. Wohingegen die Freilandtomate eher das Gegenteil ist, dann deutet das schon daraufhin, dass Wachstumsbedingungen, einschließlich Substrat, sich auswirken können. Auch wenn die Unterschiede massenmäßig im Promillebereich oder drunter liegen.


    LG, Bernd

    Hallo,

    Allerdings kann ich mir einerseits schwer vorstellen, dass die Konsumenten dieser Produkte sich detailliert mit den Inhaltsstoffen auseinandergesetzt haben. Die meisten vertrauen wohl auf die Werbeversprechen.

    das betrifft doch wohl auch die klassischen Medikamente aus der Pharmabranche. Und ich würde soweit gehen, das nicht nur für Patienten zu sagen, sondern auch für die große Mehrheit der Ärzte, die bei einem neuen Medikament weder Zeit noch Interesse haben, selbständig die Pharmakinetik, Nebenwirkungen etc. pp. zu studieren oder nach unabhängigen Studien zu suchen (die es meistens ohnehin nicht gibt).


    Klinische Studien in der Pharmazeutik kosten ein Vermögen und werden heutzutage nur noch dann durchgeführt, wenn es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, ein neuartiges wirksames und vor allem gewinnbringendes Arzneimittel auf den Markt zu bringen.

    das mag für "den Westen" zutreffen, aber mittlerweile findet der Großteil wissenschaftlicher Arbeit weiter im Osten, in Asien statt. Und dort gelten andere ökonomische Bdingungen (und Anreize) für Wissenschaft und Medizin. Gerade in Ländern, die vom "Westen" sanktioniert werden und eigenständig agieren müssen und damit aber auch der Macht der Pharmakonzerne entzogen sind.


    Vielfach wurde ja von den Foristen erwähnt, dass die Medizin und Pharmazie profitgetrieben ist. Wie man dennoch so ein Gottvertrauen in dieses System haben, das Profit über Patientenwohl stellt, wie es hier von einigen Mitforisten demonstriert wird, erschließt sich mir nicht. Schon in der älteren Literatur gab es mal den Passus, dass ein toter Patient ja ganz schlecht für den Arzt ist, dass aber ein kerngesunder Patient für den Arzt auch nicht besser ist ...

    Pharmakonzerne, die immer wieder zu Milliardenstrafen (einige wenige Prozente des Gewinns) verurteilt (oder außergerichtlich vom DOJ beauflagt) werden, oft wegen "betrügerischem Marketing" sollten eigentlich dem Vertrauen auch nicht allzu förderlich sein ...


    Für die Freunde der Pharmaindustrie, die dieser Krebs überlassen möchten, hier eine aktuelle Kurzmeldung https://www.business-standard.…antac-124051000537_1.html


    LG, Bernd

    Hallo Ernst, ich sehe hier keine Rhizinen, die nach extenuata ausschauen.


    Aber ich möchte mal nach Deinen Fotos fragen. Bei manchen Bildern habe ich den Eindruck, das sind Dias aus den 70ern, die eingescannt wurden. Andererseits klingt es so, als wären das jeweils aktuelle Funde. Womit fotografierst Du?


    LG, Bernd

    N'abend, von der gleichen Eiche, aber vergesellschaftet mit einer Chaenotheca, die ich noch nicht abschließend bestimmt habe, stammt noch Microcalicium disseminatum, die irgendwie aufragend ist, aber ohne ausgeprägten Stiel.

    Vor Ort, weiter unten die dunklen Gnubbel, um die geht es

    Auflicht

    Schwer zu quetschen,

    Sporen in Wasser

    in KOH 3% leicht angebräunt

    Melzers

    hier sieht man auch leidlich die Septen der Sporen, unterm Mikro war das besser zu sehen asl auf dem Foto. Die Sporen sind variabel in der Länge, so von 8 bis 15 µm, 4-5 µm breit

    und dann gab es dazwischen noch schwarze Konidienträger mit weißer Kuppel, nochmal eine Hausnummer kleiner als die Micrcalicium. Vielleicht sind da die Dinger von denen Italic 8 schreibt:

    "Conidia hyaline, broadly ellipsoid to subglobose, 2-3 x 1.5-2 µm, formed from phialides." Die Größe der Konidien passt jedenfalls



    LG, Bernd

    N'abend,


    von bekannter Stelle (eine alte Eiche, daher stammt der Erstfund und wohl auch bisher einzige Fund der Art im Land) habe ich Scleropora amabilis eingesammelt. Sehr auffällig schon vor Ort und relativ groß, deutlich über 1 mm hoch.

    Auflicht

    Die Sporen sind nicht pigmentiert, fein ornamentiert, rund, 3,5-6,5 µm groß


    Der Text vom publizierten Erstfund "Sclerophora amabilis is similar to S. peronella, but differs in its ascospore size (5–6 µm in diam.) and taller ascomata (Tibel, 1999). This species was found in North America and Europe: Denmark, Norway and Sweden (Tibell, 1999), Luxembourg (Diederich et al., 2012), the Czech Republic (Malíček et al., 2014), Russia (Muchnik & Konoreva, 2017), Estonia (Oja et al., 2016) and Belarus (Yatsyna et al., 2019)."


    flechten-deutschland hat ja mittlerweile auch 2 Fundpunkte


    LG, Bernd

    Hallo,


    es hat geschneit und diese Pilze sind jetzt durchgeweicht (vielleicht spielt auch die Temperatur eine Rolle) und nun völlig überraschend von satt oranger Farbe


    LG, Bernd

    N'abend, die gab es gelegentlich schon im Forum, aber weil sie so schick ist, kann man sie ja durchaus nochmal zeigen. Eine gelbe Blattflechte mit knallgeleben Bortensoralen.


    Hier an Birke

    was das für braune Gnubbel sind, weiß ich nicht, vielleicht ein Schleimi?

    Unterseite

    LG, Bernd

    N'abend,


    vom weiten von der Größe und aussehend wie eine Stecknadelflechte. Etwas näher besehen dann nicht mehr, da erstens der Kopf fehlt oder unterentwickelt ist und zweitens der Fuß kegelförmig erweitert ist. Unterm Mikroskop sind die fassförmigen braunen Sporen (6-7*5 µm) auffallend. Asci habe ich nicht gesehen. In KOH 3%.

    An einem Ahorn, wo die Rinde durch Brandverletzung abhanden gekommen ist, auf dem Rohholz, andere Pilze sind nicht zu erkennen, auch Flechten kaum. Überdacht durch die Aufwallung des weiterwachsenden Baumes.

    Fotos vor Ort


    Auflicht

    KOH 3%

    Evtl. kommt die Gattung Syspastospora in Frage.


    LG, Bernd

    N'abend, heute habe ich den noch an anderer Stelle an einem dickeren, heruntergefallenen Ast gefunden. Auch hier wieder auf dem Bast. Die Pilze etwas reifer aussehend und auch noch die vorherige Generation erkennbar.

    Deswegen noch ein Stück mitgenommen in der Hoffnung auf reifere Sporen. Mit 6,5-8,5*2,5-3,5 µm liegt das nun sehr gut im Bereich aus der polnischen Publikation.

    Bei pilze-deutschland hat der nur 10 Datensätze. In Litauen steht der nicht in der Checkliste und soweit ich sehe auch nicht in den anderen beiden baltischen Ländern. Viellcieht hta der ein gutes Jahr?


    LG, Bernd

    Hallo Erna,

    1) in Wassernähe ist hauptsächlich P. praetextata zu erwarten, manchmal muss man etwas suchen, bis man Isidien findet. Die wächst oft auch sehr großflächig.


    2) P. elisabethae habe ich selbst noch nicht gefunden, aber Martin ( KaMaMa ) hatte die hier gezeigt (Peltigera elisabethae) und auch so von der Beschreibung sehe ich nichts, was dagegen spräche.


    3) würde ich für P. rufescens halten


    LG, Bernd