Beiträge von kruenta

    N'abend,


    da ich gerade bei den Stecknadelflechten bin, hab ich noch eine andere Art eingesammelt. Direkt vom Hof am Brennholzschuppen (anno etwa 1980), an den oberen Fichtenbrettern. Südseite, durch das überstehende Dach regengeschützt


    Sporen, mit 2,5-4 µm etwas kleiner als in der Literatur für brunneola genannt

    eine der Algen


    sowohl nach Wirth et al. als auch nach dem italienischen Schlüssel komme ich zu Ch. brunneola. Hat jemand Einwände?


    LG, Bernd

    N'abend miteinander,


    1) der gestielte Haarbecher hat sich geöffnet und sieht jetzt so aus

    2) die Stecknadelflechte vor Ort, Südseite, bei Vollsonne sehr gut zu erkennen

    gleiches Objekt, aber an der Westseite

    in natürlichem Habitat, an Kiefer, mikroskopisch sehr ähnlich

    chrysocephala - ist altgriechisch für "goldköpfig" - und das kann ich hier beim besten Willen nicht erkennen. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Beispielfotos in der Literatur jeweils extrem goldige Exemplare zeigen.

    Auflichtbilder von den Köpfchen, speziell unterseits, von beiden Standorten

    mit Verzweigung, das ist wohl auch ein bestimmungsrelevantes Merkmal?

    neue Mikrobilder

    Exemplar von der Westseite, hier messe ich die Sporen etwas größer als bei dem gestrigen Exemplar: 7-10*4-5


    Exemplar von der Kiefer, hier sind die Sporen geringfügig kleiner: 5-7,5*2,5-4, und es sind Asci im Gedränge zu erkennen


    Sowohl nach Wirth et al. als nach dem italienischen Schlüssel bleiben mit solchen Sporen eigentlich nur 3 Arten übrig: chrysocephala, laevigata und chlorella und keine davon hat so schwarze Köpfe. Sodass ich mich hier in einer Sackgasse sehe.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    vielen Dank für die erhellenden Vorschläge,


    bei der 1) scheint Brunnipila calyculiformis ein sehr gut passender Vorschlag zu sein, ich warte noch auf Sporen, um den dann sicher so abzulegen (Martin, ich war im Schlüssel auch zu Sclerophora gekommen, was aber offensichtlich nicht passte - wenn man die falsche Grundannahme hat, dass es eine Flechte sei)


    bei 2) hatte ich eigentlich ohne Lager geschlüsselt, ich meine dass die einzelnen Nadeln vielfach keine Gnubbel am Ansatz haben und deswegen das Exemplar mit etwas Holz unters Mikro geschoben. Chaenotheca scheint gesetzt, weil es sich um braune Sporen handelt und bei Wirth et al. muss man "1 Ap.köpfchen unterseits und am Rand (grünlich) gelb bereift" wählen, weil man sonst 1* "kugelige Sporen hat". Eigentlich habe ich die als unbereift angesehen, da muss ich wohl noch mal besser nachschauen.


    LG, Bernd

    N'abend miteinander,


    1) auf entrindeter noch stehender Hasel (6-7 cm) habe ich die Tage etwas gefunden, das wie eine Stecknadelflechte aussieht.

    Wobei ich nach Mikroskopie da gar nicht mhr so sich bin (was allerdings sonst? Phleogena faginea ist deutlich größer und sieht anders aus und auch Schleimis kommen nicht Frage)

    die Köpfe sind bis 0,6 mm breit

    hier sieht man schon deutlich kopfige hervorstehende Paraphysen (oder was auch immer das ist)



    KOH 3%, die Paraphysen am Ende mit dicken Kristallen besetzt und sonst abnehmend inkrustriert

    das könnten vielleicht unreife Asci sein?

    Melzers, ein Exemplar das etwas eingeschrumpelter war (vermutlich etwas reifer?), die Paraphysen sind weiter unten oft etwas eingeschnürt septiert

    vereinzelt gab es kugelförmige Objekte zu sehen, 4-6 µm, könnten das Sporen sein



    2) als Vergleichsmaterial habe ich dann noch eine seit Jahren vorhandene Stecknadel von Fichte (ehemaliges Haus) geholt. Ohne Lager.

    KOH 3%, ich habe nicht versucht, den durchzuschneiden


    Sporen 6-8*3-4 µm

    in einer Luftblase, anscheinend auch oranmentiert


    meine Versuche zu schlüsseln sind bisher fehlgeschlagen und für heute ist Schluss. Vielleicht hat ja jemand einen Vorschlag,

    LG, Bernd

    N'abend miteinander, es gab zwar ein paar Krümel Schnee aber es gibt schon ein paar Frühlingsarten - alle mehr oder weniger an bekannten Stellen


    Ciboria amentacea

    Encoelia furfuracea

    Pseudoplectania nigritella

    LG, Bernd

    Hallo Inge, für P. canina sind die Rhizinen viel zu lang und dünn. P. canina hat Rhizininen die eher kurz und vielfach verzweigt sind und wie eine Flaschenbürste wirken. Außerdem zeigst du im letzten Bild Isidien, womit man die Art zu P. praetextata bestimmen kann - eine der häufigeren Arten in Deutschland - besonders in Wassernähe. Auch die Wassernähe würde gegen P. canina sprechen (wobei das ein Aggregat ist, mit noch einigen kaum etablierten Arten).


    LG, Bernd

    Hallo Frank, vielen Dank, das sieht sehr plausibel aus. Die Schnallen an den Hyphen beschränken sich auf langgestreckte Hyphen, fern von den Basidien, was dann wohl die Basalhyphen wären. Davon waren die dicksten bis 5 µm. Eine Menge an stäbchenförmigen Objekten wären dann wohl die Kristalle, die zu der Art dazugehören, die sieht man in Bild 1 etwas.


    LG, Bernd

    N'abend miteinander,


    Da es ja nicht so viele Fältlinge gibt, sollte die Auswahl ja eigentlich nicht so schwer sein. Völlig überraschend hat sich der Fältling beim Trocknen aber zügig entfaltet. Das ist jetzt eine dünne Schicht, die sich leicht vom Substrat ablöst. Das Substrat ist wohl Kirsche, mit Rinde und nicht morsch. Weiß mit leichtem Blaustich, gleicher Farbton auch am Rand. Vergesellschaftet mit irgendeinem anderen Rindenpilz, der trocken auch erheblich anders aussieht.

    trocken

    Mikros

    Wasser

    Melzers, Sporen ei- bis tropfenförmig 8-9*5 µm, Basidien 2-sporig

    ganz vereinzelt sind Schnallen zu sehen


    Einen Arbeitstitel habe ich nicht. Vielleicht kommt was aus der Gattung Leucogyrophana in Frage. Oder ich habe mal wieder was banales übersehen ...

    Hat jemand eine Idee dazu? Werner Edelmann  Tomentella ...


    Danke für's Anschauen,

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    seit diesem Beitrag (Tubulicrinis aus Litauen - leider stark verwittert) schaue ich ja immer mal, ob ich den wiederfinde. Bisher waren das aber immer andere Gattungen.


    Heute habe ich mir mal einen Kiefernast angeschaut, der schon einige Tage rumliegt. Und siehe da, das scheint zumindest von der Gattung her zu passen.

    in KOH 3%, Zystiden oft mehrfach geworzelt

    Melzers, Sporen ca. 7-8*1,5 µm, Zystiden mäßig blaufärbend


    Nach Oberwinkler (1965) komme ich zu T. glebulosus, schließe aber T. medius nicht aus, wobei die erstere wohl deutlich häufiger ist.


    LG, Bernd

    Hallo Frank, OK danke. Nach mehreren weiteren Proben, bei denen ich weder diese Stachelsporen noch die dunkleren Hyphen mit Schnallen gefunden habe, sind das wohl verschiedene Arten. Und da zu den Hyphen keine weiteren Strukturen auftauchen, bleibt der wohl unbestimmbar.


    LG, Bernd

    N'abend miteinander,


    auf totem Laubholz, am Boden liegend und ziemlich morsch, aber noch mit kräftiger Rinde (vielleicht Rhamnus cathartica, Kirsche oder Pflaume - allerdings fehlen passende Bäume) befindet sich eine ocker-dreckigorange glatte Schicht, zumindest im feuchten Zustand +/- gelatinös

    (Bilder mit Kunstlicht, etwas zu farbenfreudig)

    Keine Verfärbung mit KOH 3%


    oberseits dünnere hyaline Hyphen 3-4 µm, meist ~120° Verzweigungen, teils septiert, ohne Schnallen, in dickerer Schicht blassgelb; Sporen überwiegend rund, vereinzelt bis Q ~1,2, 8-10 µm groß, Stacheln ~1 µm, unterseits auch breitere Hyphen ~5 µm, bräunlich (diese Bilder in Melzers) und mit Schnallen. Dann gibt es noch kugelförmige Elemente um die 20 µm groß.


    in KOH 3%

    in Melzers (die Sporen haben in KOH die selbe Farbe)


    Wenn ich Franks Schlüssel folge, komme ich wegen fehlender Schwarzfärbung zu Tomentellopsis, wo aber höchstens Tomentellopsis pallido-aurantiaca in Frage käme [dazu finde ich aber nichts], da die anderen Arten dann mit deutliche kleineren Sporen geschlüsselt werden.


    Tomentella


    LG, Bernd

    N'abend allerseits,


    der Beleg von der genannten Nr. 15 liegt noch bei mir rum. Sogar ganz gut erhalten. Mit KOH 3% - Braunfärbung, nicht sonderlich schnell.

    Mit KR,

    Sporen schlank, allantoid, 4-5*1-1,5 µm

    Schnallen habe ich keine gesehen, ziemlich psychodelisch

    Spore in Melzers



    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    (weil ja demnächst mal wieder eine Sendung an Frank ansteht ...)

    von unterseits an einem toten Kiefernast habe ich mal eine weiße Kruste mitgenommen (die Kiefer selbst, links, lebt noch). Makroskopisch völlig nichtssagend

    hier anscheinend 2 Arten durcheinander

    die Probe von weiter außen, wo nur eine Art war

    Auflicht mit 10er

    aber mikroskopisch mit gigantischen und charakteristisch geformten Cheilozystiden (bis 130 µm) ausgestattet (in 3% KOH). Die Basidien sind 4-sporig. Sporen 5-8*2-3 µm, ~allantoid, mit mehreren Tropfen,

    zwei Tage später weitere Bilder in Melzers, wo diese charakteristischen Cheilos nicht zu sehen sind bzw. anders aussehen

    keine Ahnung, was diese großen Strukturen, die vielfach Kristalle enthalten, darstellen

    und in Kongorot


    Zu dieser Baustelle habe ich so gut wie keine Literatur und tappe daher im Dunklen und bin für Hinweise dankbar,

    Danke für's Anschauen,

    LG, Bernd

    Hallo Uwe, das ist eine der Phellinus-Arten, die so resupinat an Weide wachsen. Meist P. punctatus. Die Fraßspuren gehören am ehesten zu Käfern, da gibt es etliche Arten.


    LG, Bernd

    N'abend miteinander,


    gestern habe ich an ziemlich morschem Roten Holunder (S. racemosa), ohne Rinde, aber noch stehend, in etwa 1 m Höhe einen kleinen dunklen Seitling gefunden, bis 3 mm im Durchmesser, neben bzw. unter der aktuellen Kollektion ist auch noch die vorherige Generation in dunkel und schrumpel zu sehen

    Mit Auflicht

    in Kongorot, keulige Basidien (4-sporig), evtl. etwas schmalere Teile als Cheilozystiden. Die Sporen sind rund, ~5 µm, meist mit Tropfen,

    Hyphen ziemlich blass, mäßig verzweigt, mit Schnallen

    Sporen und sich auflösende Sporen oder was kann das sein?

    die letzteren aber sehr variable in der Größe. Vielleicht hat das ja was mit den von Markus Wilhelm erwähnten Substanzen zum Jagen (RE: Hohenbuehelia cyphelliformis (Berk.) O.K. Mill. 1986) von Nematoden zu tun, die sich in KR gelöst haben?


    Tricholomopsis hatte was aus der Gattung gezeigt ( Resupinatus spec. - wer kennt sich in der Gattung Resupinatus aus?! ) und dabei erwähnt:

    Zitat

    Resupinatus applicatus (das sind nach aktuellem Stand fünf Arten, von denen zwei aus Europa bekannt sind, die aber alle unbeschrieben sind, also abgesehen von R. applicatus s.str. [...]

    Meine Pilze sehen deutlich anders aus als der von Christoph, zunächst die Sporen, ebenso fehlen bei mir die aufgefingerten Hyphen. R. trichotis schließe ich hier natürlich auch aus, der hätte ja oberseits deutlich schwarzes Fell wie hier Zwergseitling


    Bleibt also R. applicatus agg.


    Danke für's Anschauen,

    LG, Bernd

    Hallo Frank, vielen Dank für Deinen Vorschlag. Radulomyces confluens sieht soweit ganz passend aus, falls nicht die Stacheln doch dazugehören.


    Der trockene Fruchtkörper ist weiß. Mit 3% KOH passiert nichts. Mit 20% KOH kann man nach dem Trocknen mit etwas Phantasie ein leichtes Beige erahnen.


    Die Spitzen sind überall sehr lang und dünn und schnallenlos, das gehört schon dazu. Auch sind die Spitzen nicht steril. Auf dem oben gezeigten Bild ist nahe an der Spitze doch eine Basidie mit ganz jungen Sporenbildungen zu sehen:


    Heute habe ich noch welche von den älteren Stacheln geholt (im ersten Post, Bild 3), das sieht in KR so aus, die meisten Mikrostrukturen sind ziemlich verwaschen. Die Sporen sehen aber immnoch genauso aus wie vordem. Andere Sporen sind nicht zu sehen.

    Sporen (hier aus der Kruste) in BWB, die oben gezeigten Kristallansammlungen scheinen sich in BWB gelöst zu haben

    Noch eine Probe mittig von einem Stachel, ebenfalls mit Basidie

    Und schließlich das ganze Büschel unterm Objektiv (Auf- und Durchlicht)

    (Durchlicht)

    Ich halte es weiterhin für wahrscheinlich, dass Spitzen und Krusten zusammengehören. Nur scheint es solche Arten nicht zu geben.


    LG, Bernd

    N'abend,


    zur Ergänzung noch Bilder in Melzers


    Stachelspitze mit langen, unseptierten Hyphen

    in der Nähe der Spitze sind kaum Sporen zu sehen und Basidien nur mit unreifen Sporen

    Probe aus der Kruste - die Sporen sind inamyloid

    Hier sind inkrustierte Zystiden (?) zu sehen


    vielleicht hat Frank 'ne Idee Tomentella

    LG, Bernd

    N'abend miteinander,


    auf dem Stuben einer umgefallenen jungen Kiefer, die vor gut einem Jahr dem Brennholz zugeführt wurde, habe ich dieser Tage eine leicht bläulich graue Kruste und weiße Stacheln gefunden. Heute habe ich einen Beleg eingesammelt. Zunächst hielt ich das für zwei Arten, und hätte bei den Stacheln durchaus Mucronella bresadolae erwartet. Wobei diese Stacheln aber nicht hängen und doch ziemlich aus der Kruste zu wachsen scheinen, wohingegen Fencheltrameten etc. fehlen.

    alte Stacheln

    beginnen hier Stacheln zu wachsen?

    Stachel in KR, die Sporen sind rechtvariabel in Form und Größe, so 8-13*6-9 µm, Q ~1,1-1,8, Basidien meistens septiert, ohne Schnallen, sonstige Hyphen nicht selten mit Schnallen


    Mikroskopisch unterscheiden die sich nicht viel, nur dass in der Kruste Bereiche mit +/- stabförmigen Kristallen vorhanden sind.

    Kruste in KOH



    Ich tendiere jetzt eher dazu, dass das zusammengehört und eine Art ist. Keine Ahnung wo der hingehört.


    Danke für's Anschauen und ggf. Hinweise.

    LG, Bernd

    Hallo Björn, das sieht ziemlich passend aus. In die Richtung hatte ich überhaupt nicht gedacht. Allerdings ist das Wachstum auf Holz eher was seltenes für diese Art (jedenfalls s. str.) und dann auch beschränkt auf Holz das in Bodennähe befindlich ist. In diesem konkreten Fall befand sich die Wuchsstelle vor 5 Monaten noch in 10 m Höhe. Und der umgefallene Stamm liegt an der Stelle nicht mal auf dem Boden.


    LG, Bernd