Naja, um wissenschaftlich exakt nachzuweisen, dass die fraglichen Pilze keinen Krebs heilen können, müsste man aber viel umfangreichere Studien machen, als um nachzuweisen, dass sie es können (wenn sie es denn können). Im Allgemeinen sind Negativbeweise sehr viel schwieriger zu führen als Positivbeweise, da ein einziges Gegenbeispiel ausreicht um den Negativbeweis zu entkräften. Deswegen lässt man es sein, etwas negativ zu beweisen und beruft sich auf die Annahme, dass etwas nicht der Fall ist, solange nicht der positive Beweis erbracht ist. Das ist aber nur eine vorläufige ANNAHME, die keineswegs auf gleicher Stufe mit dem Nachweis steht, dass Substanz A unter Bedingung B gegen Krankheit C hilft. Man mag das für eine Spitzfindigkeit halten, aber so läuft Wissenschaft nun Mal.
Andernfalls wäre mit dem Schneider von Ulm der Beweis erbracht gewesen, dass Menschen nicht fliegen können.
Und selbstverständlich wurde die Erfahrung der Wirkung der Weidenrinde als Experiment am Menschen gemacht (die theoretische Grundlage dafür sehe ich eigentlich so - alles probieren, irgendwas wird schon helfen, wobei dem Wort probieren inhärent sind "vorsichtig" und "kleine Menge"). So wie man es derzeit mit den Nebenwirkungen von Vakzinen macht. Es gibt keine Möglichkeit, die klinischen Tests (vulgo: Menschenversuch) zu modellieren oder an Ratten zu machen, das sind lediglich dazu vorbereitende Schritte. Theorie und Experiment gehören zusammen und ergänzen sich. Man kann nicht eins durch das andere komplett ersetzen, insbesondere nicht das Experiment durch die Theorie.
LG, Bernd