Beiträge von Großstadtpilz

    Moin Werner,
    Spannend, was du da sagst. Ist die "Lameletten-Freiheit" neben der Sprödheit ein sicheres Bestimmungsmerkmal bei Täublingen?

    VG
    GP

    Moin,

    zum Ockertäubling kann ich nix sagen, aber falls du noch ne zweite Meinung brauchst: Wirf die Pfifferlinge in den Müll oder bring Sie der Sporen halber zurück in den Wald. Du kannst auch versuchen, eine "Sporenflüssigkeit" (Vgl. Paul Stamets, Growing Gourmet and Medicinal Mushrooms) nach aus ihnen herzustellen, die du dann wieder in den Wald gibst.

    VG
    GP

    Hallo Zusammen,


    folgendes finde ich heute unter einer alleinstehenden Tanne:


    Hut: Gebuckelt, Milchcafe-Braun, schleimig, Hutrand stark eingerollt,

    Fleisch: Dickfleischig

    Stiel: Kein Velum, zylindrisch, unterer Teil rötlich gestreift/genattert

    Lamellen: leicht am Stiel herablaufend, hell

    Anschnitt: Sofort rötend, Buckel besonders stark : fast bräunlich


    Ich habe tatsächlich keine Ahnung, was ich hier habe. Ich vermute etwas in Richtung Krempling oder Ritterlingsverwandte.


    Was denkt ihr?


    VG

    GP

    Hallo Stefan,

    danke für deine schnelle und umfassende Antwort! Wenn ich dich richtig verstehe, dann sagst du, dass nur die Volva, also die Scheide, den Überrest des Velum Universale an der Basis bildet. Die Knolle, also eine Verdickung der Stielbasis, ist eine davon unabhängige Struktur an der Stielbasis mancher Gattungen und Arten, die mit und auch ohne Velumsreste vorhanden sein. Verstehe ich dich richtig?

    VG
    GP

    Hallo Zusammen,

    ich habe mal wieder eine Grundsatzfrage an die Erfahreneren unter uns:
    Und zwar bekomme ich den Unterschied zwischen der sog. "Knolle", etwa bei den Wulstlingen, und der Volva nicht zusammen.

    So lese ich häufiger, dass die Gattung Amanata eine "Knolle", mithin sogar eine "Zwiebelknolle" aufweist, die Gattung der Streiflinge aber nicht (123pilze:"Keine Knolle. Unter der Volva/Scheide an der Stielbasis befindet sich keine Knolle!"), sondern nur eine Volva.

    Bei meinen Streiflingsfunden hingegen, meinte ich jedoch immer eine leicht ausgeprägte Knolle vorgefunden zu haben...


    Was ich nicht verstehe ist, wo der Unterschied zwischen der Volva und der Knolle verläuft; ich dachte das Velum Universale bleibt bei bestimmten Gattungen immer als knollige Struktur an der Basis zurück...

    Über eine kruze Klarstellung würde ich mich sehr freuen...

    VG
    GP

    Hallo Zusammen,

    den folgenden Pilz fand ich heute in einem dichten Mischwald:


    Hut

    Filzig-braun, sehr trocken

    Röhren

    gelb, großporig, ausgebuchtet angewachsen, leicht herablaufend, nicht blauend

    Fleisch

    fest, nicht blauend

    Stiel

    leicht längsfaserig mit leichtem rötlich-rosé Überzug

    Anschnitt

    Nicht blauend, Stielbasis etwas dunkler

    Geruch

    unbedeutend

    Geschmack

    -

    Vorkommen

    Mischwald

    Sonstiges



    Nachdem ich nun schon ein paar Mal falsch lag, glaube ich nun endlich eine Ziegenlippe (XEROCOMUS SUBTOMENTOSUS) gefunden zu haben.
    WAs denkt ihr?

    VG
    GP

    Hallo Zusammen,

    ich habe vor ca. einem Jahr angefangen, mich sehr intensiv mit der Pilzbestimmung zu beschäftigen und dieser Sommer stellt meine erste aktive Saison "im Feld" dar. Dabei habe ich viel gelernt, habe aber natürlich auch viele "Fehler" gemacht und bin verschiedenen Irrtümern unterlegen. Einer der wichtigsten Irrtümer, den ich hier gerne mit anderen Pilzsammlern und -Bestimmern, die sich auf einem ähnlichen Niveau wie ich befinden, teilen möchte, betrifft die Gattungsunterscheidung zwischen (größeren) Sprödblättlern und Kremplingen (Paxillus und Tapinella).


    In der Literatur klingt die Erkennung von Sprödblättlern wie das Aller-leichteste in der gesamten Pilzbestimmung: "Wenn der Stiel oder das Fleisch faserlos bricht wie ein Stück Apfel, dann ist es ein Sprödblättler." Jedoch ist es mir inzwischen wiederholt passiert (und ich bin stets sehr gründlich), dass der "faserlose Stielbruchtest" auch und insbesondere bei Kremplingen hervorragend funktioniert hat, so dass ich (wäre ich leichtfertiger gewesen und hätte nicht genügend auf alle anderen makroskopischen Merkmale geachtet), meine Funde jeweils für Sprödblättler gehalten hätte. Sowohl beim Kahlen Krempling als auch beim Samtfußkrempling ist es mir passiert, dass der Stielbruchtest problemlos geklappt hat. Beim tödlich giftigen Kahlen Krempling kommt noch hinzu, dass er im Anschnitt schnell bräunlich (mit leichtem Rotton) wird, wodurch man zusätzlich dem Irrtum unterliegen könnte, bei der Einfärbung handele es sich um die "Milch" eines sehr dunkelmilchigen Milchlings.


    Für viele hier sind das sicherlich Selbstverständlichkeiten, aber auf meinem bisherigen Weg in den Pilzen hat mich noch niemand vor diesem kleinen Fallstrick gewarnt und auch die Pilzbestimmungsbücher lassen die Gattungsbestimmung von Sprödblättlern leichter erscheinen, als sie für den Einsteiger wirklich ist.


    Ich kann anderen Sammlern auf meinem aktuellen Niveau nur stark anraten, sich immer wieder vor Augen zu führen, wie wichtig es ist, alle makroskopischen Merkmale zu beachten und insbesondere bei kremplingsähnlichen Fruchtkörpern streng zu prüfen, ob sich die Fruchtschicht leicht vom Hutfleisch abtrennen lässt - das war für mich bei meinen zwischenzeitlichen Irrtümern immer der stärkste Wendepunkt hin zur richtigen Bestimmung :)

    VG
    GP

    Hallo Zusammen,

    @Pablo und Schupfnudel, danke Euch für die Einordnung! Ich verstehe diese Gattung irgendwie noch nicht.
    In meinen sämtlichen Pilzschlüsseln, die ich so heranziehe, kommt sie nicht vor und die beiden Exemplare (hier mein gestriger Fund: Gestern) unterscheiden sich in der Stielfarbe ganz deutlich. Was sind denn für Euch die eindeutigen makroskopischen Merkmale der Gattung Hortiboletus, die eine makroskopische ABgrenzung erlauben?
    Schupfnudel ich weiß, dass du gestern schon darauf eingegangen bist, aber scheinbar habe ich es noch nicht kapiert :D Insofern hatte ich heute auch ein Deja Vue :)

    VG
    GP

    Hallo Zusammen,

    heue war ich mal wieder auf unserem lokalen Friedhof unterwegs und habe den nachfolgend beschrieben Röhrling (Mögliche Partnerbäume in der Nähe: Birke, Eiche und Buche) gefunden:


    Hut Braun, filzig, gelbe Fraßstellen, Hutrand überlappt das Hymemium
    Fleisch gelblich, im Anschnitt leicht bläuend, eher dünnfleischig
    Röhren Ausgebuchtet angewachsen, gelb, auf Druck wie das Fleisch langsam blauend, Poren oval und etwas unregelmäßig
    Stiel Gelb, längsfaserig dunkel, auf Druck ebenfalls leicht blauend --> Wurzel zugespitzt
    Schnitt Rötliche Linie/Schicht direkt zwischen Fleisch und Huthaut, im Schnitt alle Pilzeile langsam blauend (auf den Fotos sieht das Blau stärker aus als in realita)
    Geruch pilzig
    Geschmack mild


    Was denkt ihr? Kann man den Pilz legitimerweise als Ziegenlippe bezeichnen?

    VG
    GP

    Hallo Zusammen,

    meine erste Großstadt-Pilztour über einen lokalen Friedhof war erfolgreich und ich habe drei Bestimmlinge mitgenommen, von denen ich glaube einen sicher, einen mit Zweifeln und einen nur der Gattung nach bestimmt zu haben:

    Nummer 1:

    Hut: Braun, leicht gebuckelt, Hutrand stark eingerollt, trocken-filzig
    Lamellen: eng stehend, gegabelt, angewachsen und leicht herablaufend, am Stielansatz mit zarten Querverbindungen, leicht vom Hutfleisch ablösbar
    Stiel: Zentral, zylindrisch, leicht braun anlaufend (erst habe ich ihn für grubig gehalten)

    Fleisch: Dickfleischig, im Anschnitt schnell bräunend

    Meine Bestimmung: Der Kahle Krempling (Paxillus involutus)

    Pilz 2:

    Hut: Hellbraun bis dunkelbraun, filzig, trocken

    Röhren: gelb, im alter mit Olivton, Poren rundlich, ausgebuchtet angewachsen, auf Druck blauend
    Stiel: Längsfaserig, rötlich gefasert, an der Wurzel gelb


    Ich sehe hier einen gemeinen Rotfußröhrling (XEROCOMELLUS CHRYSENTERON), Zweifel habe ich jedoch wegen der Hutbeschaffenheit. Der Rotfußröhrling soll ja eingerissene Huthaut und eine Rotfärbung unter der Huthaut aufweisen. Beides sehe ich hier nicht.


    3:

    Hut: violett-schwärzlich, genabelt bis leicht Trichterförmig, trocken
    Lamellen: Eng, angewachsen splittern beim Überstreichen mit etwas Druck wie Mandeln
    Stiel: Kein Velum, sehr brüchig, keine Milch



    Ich sehe hier einen Pilz der Gattung Russula, also einen Täubling. Welchen, vermag ich nicht zu sagen. Ich freue mich schon, meinen ersten Täubling der Gattung nach richtig bestimmt zu haben.

    Was haltet ihr von meinen Bestimmungen? Seht ihr das ähnlich oder anders als ich?
    Freue mich auf Rückmeldungen!

    VG
    GP

    Hallo Zusammen,
    danke für die angeregte Diskussion und die vielen Impulse. Also der Pilz wuchs direkt am Fluss Elbe in Hamburg, auf ca. 0-5m über dem Meeresspiegel in einer Parkanlage. Über den Säuregehalt des Bodens kann ich keine Aussage machen.

    Tatsächlich gibt mir Pablos Hinweis mit dem langgezogenen Stielnetz etwas zu denken. matthias0: Was benötige ich denn für einen Iodprobe bzw. wo kann ich hierzu etwas Seriöses nachlesen? Was für mich gegen den Schönfuß spricht ist, dass ich am Stiel nahezu keine Rottöne erkennen kann. Was für mich für den Schönfuß spricht, ist das ganz feine Porenstruktur. Beim W. Biterröhrling erscheint mir die Porenstruktur (zumindest auf den 123Pilze-Bildern) etwas gröber als beim Schönfuß und meinem Fund:

    Schönfuss: [but]SchoenfussE08.jpg[/but]

    Bitter: [but]radicans_Wurzelnde3.jpg[/but]


    Vgl.: Mein Fund:


    VG
    GP