Beiträge von KaMaMa

    Ein weiterer Fund wenige Meter weiter an der gleichen Felswand erweist sich als - nach längeren Abwägungen, obwohl erstmal makroskopisch anders wirkend - die vermutlich gleiche Art.

    Der Thallus wirkt dicklich, warzig, schwach braunstichig.

    Die Perithecien sind sehr stark bereift, das Ostiolum sitzt "eingedrückt" in der Tiefe.


    Bild 12 Weitere Fundstelle


    Bild 13 Einige Perithecien - Ich fühle mich irgendwie an kleine Blaubeeren erinnert. :gzwinkern:


    Bild 14 Auch hier braune Hyphen an der Unterseite der Perithecien. Hierzu finde ich nichts in der Literatur.



    Bild 15 Das Involucrellum hat einen sehr weiten Innendurchmesser (Öffnung), wodurch die Ostiole eingedrückt wirkt. Das Involucrellum berührt das Excipulum nur im obersten Punkt, spreizt unterhalb ab, was im Querschnitt schlappohr-artig wirkt.


    Bild 16 8-sporige Asci mit submuriformen Sporen


    Bild 17 Sporen mit relativ wenigen Zellen in Aufsicht, 1 Längssepte und 3-5 Quersepten, 35-40 x 15-19 µm


    Stellt man die Angaben von Polyblastia verrucosa und Polyblastia cupularis (etwas verkürzt) gegenüber, so spricht die Mehrzahl der Eigenschaften meiner Meinung nach klar für P. verrucosa.


    Die Gesamtheit der Details (insbesondere der dicke, epilithische Thallus) spricht auch beim ersten Fund für Polyblastia verrucosa. Puh, schwere Geburt... :gneutral:


    LG, Martin

    Hallo,


    gefunden habe ich eine interessante, pyrenocarpe Kruste an einer stark zerklüfteten, kalkhaltigen Silikatwand in einer Klamm in den Hohen Tauern.

    Die Felswand ist nachweislich kalkhaltig (sprudelt käftig in H+aq) und ist abschnittsweise mit Wasser überrieselt.

    Die Fundstelle selbst wirkt eher bestenfalls leicht feucht.

    Bild 1 Habitat: Klamm zwischen Glockner- und Granatspitzgruppe


    Bild 2 Flechte in situ an geschützter Stelle direkt auf nahezu senkrechter Felswand aus geschiefertem, kalkhaltigem Silikat.


    Bild 3 Schorfiger, schwach braunstichiger, weißlicher Thallus mit schwarzen, halbkugelig überstehenden Perithecien.

    Manche Perithecien wirken schwach bereift.


    Das interessante hier ist die Tatsache, dass die Perithecien dicht gepackt, in einer Art Sammelfruchkörper auftreten können.

    Das sollte - falls tatsächlich Sammelfruchtkörper vorliegen sollten - die Auswahl erheblich einschränken:

    Bild 4 Perithecium mit anhaftendem Thallus, zwei Ostiolen und nahtlosem (?) Involucrellum


    Bild 5 Blick auf die Unterseite eines Einzelfruchtkörpers


    Bild 6 Querschnitt durch Perithecien-Zwilling: Expipulum kugelrund, rundum schwärzlich.

    Das Involucrellum scheint über beide Perithecien zu verlaufen; es reicht weit über die Hälfte nach unten, spreizt dort leicht auf.

    Die einzelnen Perithecien haben einen Durchmesser um 500-550 µm.

    Die eingesenkte Ostiole (links) hat einen Durchmesser von etwa 150µm an der engsten Stelle und endet auf einer abgeflachten Oberseite.


    Bild 7 Sporen in Wasser, Probe noch ungequetscht => Blick ins Hymenium (ohne erkennbare Paraphysen)

    Die Sporen sind elliptisch, hyalin und deutlich (sub)muriform mit 1-2(-3) schrägen Längssepten und 4-6(-7) schrägen Quersepten.

    Die Asci sind 8-sporig, Ascuswände nicht erkennbar.

    Sporengröße liegt bei 37,5-45 x 20-22,5 µm.

    Eine Schleimhülle kann ich nicht erkennen.


    Bild 8 Die Periphysen in und unterhalb der Perithecienöffnung sind deutlich erkennbar.

    Weiter unten im Hymenium lösen sich die sterilen Hyphen (Paraphysen) auf und sind nur als leicht streifige Reststruktur in der Gallertmatrix erkennbar.


    Bild 9a Sporen und Hymenium in Lugol. Die diagonalen Sporensepten sind gut erkennbar.

    In Aufsicht sicher deutlich mehr als 10 Zellen (15-20?).


    Bild 9b Ein weiterer Ascus(rest) mit 8 Sporen


    Bild 10 Interessanterweise existieren im hemiamyloiden Hymenium tiefblaue, amyloide Einschlüsse mit harten Übergängen.

    Ascushüllenreste?


    Bild 11 Thallusfragment mit Grünalgen.


    Aufgrund der Sammelfruchtkörper dachte ich schnell zu einer Bestimmung zu kommen.

    Tatsächlich kommt man im deutschen Schlüssel (WHS-DFD) für pyrenocarpe Flechten bei Frage 11 zur der Abzweigung zu nur einer (!) Gattung mit Sammelperithecien: Mycoporum, mit lichenisierten und nicht lichenisierten Arten.

    Das Blöde ist, dass Mycoporium erstens auf Rinde wächst und zweitens passen die Sporengrößen nicht.

    Die gemessenen Sporen sind viel zu groß und vor allen zu breit.


    Unterstelle ich, dass die Kruste nur aus einer Laune heraus Zwillingsfruchtkörper gebildet hat, schlüsselt man weiter bis zu Polyblastia (Paraphysen verquellend, Kalk- und Silikatgestein) oder Protothelenella (Paraphysen deutlich, auf Silikat).

    Aufgrund der verquolllenen Paraphysen und dem kalkhaltigem Substrat schließe ich Protothenella aber aus.

    Der Schlüssel zu Polyblastia s.lat. führt mich zu P. verrucosa (Beschreibungen zu Thallus, Sporen, Hymenium, Habitat etc.) passen gut überein.

    P. cupularis möchte ich nicht gänzlich ausschließen; Diese Art zeichnet sich aber durch deutlich muriforme Sporen, also mit mehr als 2 Längssepten und einen dünnen bis endolithischen Thallus aus.


    Nachtrag:

    Der Schlüssel für pyrenocarpe Flechten von Orange führt zu "Polyblastia, Henrica, Atla and Sporodictyon". Diese vier Gattungen werden im deutschen Polyblastia s.lat.-Schlüssel gemeinsam mit Agonimia abgehandelt. Dem Ast für Polyblastia bei Orange folgend, gelange ich ebenfalls zu P. verrucosa.


    Auch der gemeinsamen Polyblastia-Schlüssel bei Italic8 für die fünf bisher genannten Gattungen und Thelidium vor und führt ebenso zu P. verrucosa

    Auch die bei Italic eingestellten Fotos zeigen ähnlich dicht verwachsene Perithecien wie beim Fund oben.


    Alles in Allem verdichtet sich die Vermutung, dass P. verrusosa, ev. P. cupularis vorliegen sollte.


    Was meint ihr?


    LG, Martin

    Hallo Björn,


    vielen Dank! Sclerencoelia fraxinicola sollte besser zu passen. An Esche hatte ich auch gedacht (die liegen ja auch nach wie vor regelmäßig flach herum).

    S. fraxinicola passt recht leidlich zu meinen etwas hemdärmeligen Messungen.

    Die braun verklebten Paraphysenenden passen , wie die kleiige Außenseite der Fruchtkörper.


    Da hatte ich ja recht, wegen den Fruchkörperchen stehen zu bleiben und genauer danach zu sehen.


    Sehr schön - Danke!

    LG, Martin


    Bild 16 Feuchter Fruchtkörper


    Bild 17 Verklebte, unverdickte Paraphysenenden

    Hallo!


    Ende Januar beim Gang durch einen Laubmischwald (Rotbuchen, Ahörner, Eschen, Eichen...) am Rande des schwäbischen Vulkans lag ein glattrindiger Laubbaum (Baumart leider unbekannt) am Waldwegesrand, der eine interessante Rindenstelle zeigte.

    Eigentlich auf der Suche nach spannenden Flechten konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, eine Rindenprobe vom oberen Stamm mit Pilzen mitznehmen.

    Ich komme aber bei der Bestimmung der beiden Pilze nicht zum Abschluss. Eventuell wächst hier auch zu vieles auf- und durcheinander.


    Bild 0 Liegende Laubbaumstämme


    Bild 1 Rindenabschnitt mit diversen Rindensprengenden Pilzarten


    Pilz 1 - Discomycet

    Bild 2 Größerer inoperculater Discomycet mit weiß-filziger Außenseite und braunem (wenn angefeuchtet) Hymenium, Durchmesser um 3mm.


    Bild 3 Epihymenium braun, Asci zylindrisch (80-110 x 6-7 µm), inamyloid, 8-sporig, unseriat


    Bild 4 Sporen 1z, hyalin, leicht gebogen, um 12 x 3 µm groß.


    Bild 5


    Die Kenntnis des Pilzes würde vermutlich die Baumart für die Bestimmung des Folgepilzes einschränken.

    Ich würde zu Enchoelia tendieren, nur nach Haselnuss sieht mir der Baumstamm nicht unbedingt aus...


    Pilz 2 - Anamorphe:

    Interessanter finde ich eigentlich den kleinen Begleitpilz neben dem großen Discomyceten.

    Es handelt sich um runde, schwärzliche, anamorphe Fruchtkörper, die unter der Rinde hervorbrechen, sternförmig aufplatzen und ein weißliches bis orangebraunes Inneres freilegen:

    Bild 6 Anamorphe an gleichem Rindenstück. Die Pyknidien habe eine Größe von etwa 200-300µm.


    Bild 7 Probe in Wasser, zum leichteren Ablösen der FK


    Bild 8 Im gequetschen Zustand werden 2 Typen Koniden gefunden:

    Makrokonidien mit gekrümmten Spitzen à la Longhorn-Rinderhörner, 25-35 x 4 µm groß, 1-2(-4)-zellig

    Mikrokonidien, Bacilliform, um 5 x 1 µm.


    Können beide Konidienypen in einer einzigen Pyknidie gebildet werden?

    Oder handelt es sich bei einem der Typen um Fremdmaterial?

    Mehrere Pyknidien wurden geprüft, ich finde stets beide Typen.


    Die Makrokonidien zumindest gehören zum Fruchtkörper, wie die gefundenen Konidienträger beweisen:

    Bild 9 Konidienträger


    3. Vermutlich C. nigroclavata

    Ein kleines Stückchen weiter erkenne ich auf etwas warzigen Untergrund kleine, schwärzliche Apothecien.

    Könnte das die Teleomorphe zu Pilz 2 sein? (Verm. nicht!)

    Bild 10 Schwarze Apothecien - eventuell die Teleomorphe FK-Bildung des gleichen Rindenpilzes?

    Die Apthecien sind nicht großer als die Pyknidien (300µm).


    Bild 11


    Bild 12


    Beim ersten zarten Quetschen sind dunkelbraun pigmentierte Paraphysenköpfe zu erkennen, die kleinen Asci verstecken sich gut dazwischen.

    Bild 13 Schwach angequetsches Apothecium:

    Hymenium 35-40µm hoch, Epihymenium schwarzbraun durch stark pigmentierte Paraphysenköpfe (Pigmentkappe in Zellen),

    Endzellen 4-5(-8) µm groß, Paraphysendurchmesser um 2µm. Paraphysen mit dunklen Septen.

    Grünfärbung durch unterstreute Algenzellen - Das erinert sehr stark an Catillaria nigroclavata.


    Bild 13 8-sporiger Ascus mit 2-zelligen Sporen. Die Sporen liegen in der Größenordnung von 8-10 x 3 µm.

    Die Asci sind keulig verdickt und messen 25(-30) x 9 µm.


    Sporenseptum dunkel, ebenso Sporenenden (?!).

    Dunkle Septen bei Paraphysen und Sporen kenne ich so nicht, ansonsten schein alles (inkl. Algenzellen) zu der Flechte Catillaria nigroclavata zu passen.

    Die dunklen Stellen könnten ev. auf Überalterung zurückgehen...

    Bild 14


    Bild 15


    Ich vermute, dass die Apothecien (3) nur zufällig an der gleichen Stelle wie die Pykniden (2) wachsen, und erkenne die Flechte C. nigroclavata neben einem mir unbekannten anamorphen Pilz.

    (Die Flechtenbilder lasse ich stehen, da ich mir nicht 100%ig sicher bin - Algen kommen immer und überall auf der Rinde vor. Zudem irritieren die dunklen Septen.)


    Was könnte das für ein anamorpher Pilz sein? Hat jemand eine Idee dazu?


    LG, Martin

    Hallo Ernst,


    die ersten 3 Fotos des letzten Beitrags sind nicht zu sehen.

    Die folgenden Bilder hätte ich spontan auch S. vesuvianum zugeordnet. Die dunklen Zentren der Phyllocladien sind auf deinen Fotos gut erkennbar.

    Es gilt ja P+ orange bei dieser Art laut Wirth;

    auch hier könnte man sich trefflich streiten, ob die Farbreaktion nicht nur ein dunkleres Gelb ist.

    Naja...


    Auf jeden Fall immer ein schöner Fund!


    LG, Martin

    Hallo Ernst,


    bei Stereocaulon bin ich nicht sehr firm, da diese Gattung in meiner Gegend nicht vorkommt.

    Ferner habe ich Probleme mit der Beschreibung der Ergebnisse der Tüpfelreaktionen:

    1) Ich zitiere einen bekannten Lichenologen, als er einen meiner Stereocaulon-Funde beim Kartieren korrigierte:

    "Die P-Reaktion ist bei Stereocaulon-Arten leider nicht sehr verlässlich. Falls P+ deutlich gelb, in Wirth et al. bei P+ orange weitergehen."
    Soll soviel heißen wie: wenn P+ deutlich gelb, dann schlüssle im Wirth mit P+ orange weiter! Die Reaktion bei deinem Fund würde ich als intensiv gelb bezteichnen => à la Wirth "orange".

    2) Die K-Reaktion würde ich mich im Normalfall nie als K+ gelb zu bezeichnen trauen.

    Allerdings ist das Papier tatsächlich gelblich.

    Falls hier ähnliches wie bei der P-Reaktion gilt, dann würde hier u.U: K+ gelb gelten. Die K-Reaktion wird aber nicht benötigt beim Schlüsseln.

    3) Die KC-Reaktion auf dem Filterpapier wirkt auf mich links braun und rechts gelb bis braun. Violett sehe ich nicht.

    Das Ergebnis war im ersten Post (20.1.26) u.U. deutlicher rosa.

    Die Farbe ist allerdings die gleiche, die die Podetien selbst besitzen.

    Kannst du ausschließen, dass hier einfach die Färbung der Podetien ausgewaschen wurde?

    Und warum ist das Ergebnis nun braun?

    4) Die UV-Floureszenz auf Papier zu testen, halte ich für verwegen:

    Du weißt ja, dass Papier intensiv flouresziert.

    Was durch den Papieruntergrund für Mischfarben entstehen kann ich nicht beurteilen.

    Tatsächlich floureszieren getüpfelte Stellen häufig intensiv.

    Die Floureszensfarbe ist aber nicht (unbedingt) die gleiche, wie unter normaler Beleuchtung.

    (Vorsicht gilt hier insbesondere bei P walten zu lassen: alleine die Flüssigkeit flouresziert schon intensiv violett.)


    Vielleicht läuft es ("kein Tomentum", Phylocladien nicht gefingert) dann doch auf die relativ häufige S. vesuvianum hinaus.

    Sie darf auch mit kleinen, warzigen Phyllocladien vorkommen.

    Die feinen, soralartigen Granulen an manchen der Podetienenden wären kein Widerspruch.

    Diese Art kommt im Gebiet häufig vor.

    Vielleicht findest du ja noch Phyllocladien mit dunklerer Mitte?


    LG, Martin

    Hallo Inge,


    sicher eine Roccella, eine interessante Flechtengattung!

    Sehr schön.

    Aber warum soll das denn ausgerechnet R. canariensis sein, diese Roccella soll die apothecien-tragende Form von R. tinctoria sein und OHNE Sorale.

    Vermutlich hängst du deshalb Infos zu R. tinctoria an.

    Bei für uns so exotischen Flechtenarten wäre ich besonders vorsichtig!

    Flechtenarten können sich makroskopisch sehr ähneln, sogar über Gattungsgrenzen hinweg.


    Italic selbst listet im Roccella-Bestimmungsschlüssel nur 4 Arten auf.

    Auf der breteonischen Seite (www.lichensmaritimes.org), die auch Macaronesien mit abdeckt, werden einige Arten mehr diskutiert.

    Dort wird explizit zudem auf die Verwechslungsmöglichkeit mit R. tuberculata hingewiesen, zu deren sicherer Unterscheidung u.a. die Mark-Reaktion mit Hypochloridlösung erwähnt wird.


    Draufgucken ist immer schön, das mach ich ja auch meistens.

    Aber wenn du die Art bestimmen möchtest, musst du etwas weiter ausholen (Probennahme, Analyse, Mikroskopie, ...).

    Selbst dann klappt das keineswegs immer...



    Liebe Grüße und noch ganz viel Spaß!


    Wenn dein Urlaubsort nur annähernd so flechtenreich ist wie die Bretagen im Finistere, dann ist es gigantisch!

    Hoffentlich findest du noch viele schöne Flechten. Schau dir auch den Gezeitenzone innerhalb des Tidenhubs genau an.


    Martin

    Hallo Bernd,


    na prima, schon mal eingekreist!

    Die Krusten kenne ich zwar überhaupt nicht, aber beim letzten Bild würde ich sogar ein kräftiges Violett erkennen wollen.


    LG, Martin

    Hi Bernd,


    du kannst ja mal den Schlüssel IXb in DFD probieren und schauen, wie weit du kommst. Vielleicht ist zumindest die vorgeschlagene Gattung intgeressant.

    Ansonsten gibt es immer den "interaktive Guide" bei Italic, der bei Adam und Eva beginnt. Den benutze ich auch recht gerne in solchen Fällen.


    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    ich kenne sie leider nicht. Und selbst wenn ich so etwas schon gesehen hätte, würde ich mich auf den makroskopischen Eindruck nicht verlassen, sondern schlüsseln.

    Um die sterilen Krusten schlüsseln zu können, sind eigentlich immer die Tüpfelreaktionen (ev. auch UV) nötig, ehe man nach Konidiengrößen befragt wird. Auch Farbe (hier wohl grünlich oder oliv schwarz) und die Farbreaktionen des Excipulums (in KOH und HNO3) werden regelmäßig abverlangt.

    Aber du kennst die entsprechenden Schlüssel ja.


    Nach Pseudothelomma ocellatum sieht es mir zumindest nicht aus. Leider kann ich aber nicht weiterhelfen.

    Kniffelig...


    LG, Martin

    Hallo Ernst,


    ich kann nichts dazu beitragen - bin aber gespannt, was dabei herauskommt.


    Aber du weißt natürlich, wohin ich mit deinen Angaben schlüssle.

    Da die erschlüsselte Art als extrem selten gilt und ich sie überhaupt nicht kenne, halte ich mich lieber vornehm zurück.

    Ob die rosa Färbung vorkommen darf?

    Könnte die Färbung durch einen Befall herrühren?


    LG, Martin

    Hallo Sandra,


    achte mal auf stellenweise gelb-orange bis ocker-braune Krusten z.B. an Kiefern und alten Eichen, oft direkt am Wegrand.

    Diese Farbe ist ziemlich auffällig und eigentlich gut zu beobachten, teilweise bereits aus etlichen Metern Entfernung, wenn man sie einmal erkannt hat.

    Die Ch. ferruginea kann - wie alle anderen Flechten auch - blass bis kräftig gefärbt sein.

    Die Fruchtkörper der Stecknadelflechten sind im Normalfall übrigens SEHR klein (ähnlich kleine Bartstoppeln => Lupe !):

    Ich hatte ist zum ersten Fund deutlich Größeres gesucht und daher nie gefunden.

    Irgendwann kommt das Aha-Erlebnis - denn du bist bestimmt schon 100x d'ran vorbeigelaufen!


    Chaenotheca ferruginea an Kiefer mit sehr wenigen Fruchtkörpern.

    An Kiefer ist sie oft mit Hypocenomyce scalaris vergesellschaftet, die ebenfalls eine typische und auffällige Färbung (blass ocker) mitbringt.


    Chaenotheca ferruginea (vermutlich an Eiche) mit Fruchtkörpern


    Sterile Chaenotheca ferruginea an Eiche.

    An Eiche finden sich zugleich oft andere Stecknadeln mit eher grünlichem Thallus.

    Hallo und

    Oh ja,


    die Schneeglöckchen sind da! :gbravo:

    Ich hab gerade schnell mal zum Fenster raus geschaut, unter der Felsenbirne, da blühen auch bei uns die ersten Schneeglöckchen. Der Frühling kommt!


    Eigentlich normal ab der dritten Januarwoche, hier in BW. Naja, bis zum Voll-Frühling (Apfelblüte) dauert's wohl noch ein Weilchen... :gklimper:


    LG, Martin

    Hallo Sandra,


    schön, dass dir die Flechtlein gefallen.

    Ich habe die Flechte in Bild 14 zwar noch nicht mikroskopiert, habe aber diese hier ein wenig in Verdacht.


    Zu einem gemeinsamen Ausflug hatte ich auch Mal wieder Lust. Blöd nur, dass die Wohnorte so weit auseinander liegen. Aber ich hoffe es klappt irgendwas demnächst wieder, z.B. im fränkischen Norden. Wäre doch schön.


    LG, Martin

    Hallo Ernst,


    ich habe die Gründe für die Zuordnung verstanden.

    Ich hatte versucht, herauszufinden, ob auch S. dactylophyllum gelegentlich mit Lobarsäure vorkommen kann, konnte aber aber keine Bestätigung hierfür finden. Somit bleibt wohl nur S. alpinum zur Auswahl.


    Mich würde interessieren, was ein Lichenologe zum Thema sagen könnte, wie z.B. Patrick ( nupharlutea ).

    Aber leider ist Pateick nur sehr sporadisch im Forum zugegen.


    LG, Martin

    Hallo Ernst,


    ein interessanter Fund!

    S. alpinum habe ich bislang nur in den Alpen gesehen, auf Geröllboden zwischen / auf den letzten Pflanzenresten der alpinen Windheide.

    Diese Funde waren alle irgendwo sehr deutlich rosa filzig, die Phyllocladien eher knotig als lang gefingert.


    Wenn die Farbreaktion nicht KC+ violett (Lobarsäure ?) wäre, hätte ich in Richtung S. dactylophyllum tendiert.

    Die P-Reaktion würde ich schon als kräftig gelb bezeichnen, zumal die Reaktion deutlich in die Lösung ausblutet.


    LG, Martin




    (P.S. Du hättest den Nachtrag auch an den ursprünglichen Bericht vom Mai anhängen können, damit alle Angaben und Daten übersichtlich beisammen wären.

    So muss jeder den alten Bericht erst suchen und finden.

    Jeder Thread rutscht durch einen neuen Beitrag in der Übersichtsliste automatisch nach ganz oben.)

    Hallo Ingo


    es tut mir leid, dass du von Influenza befallen bist. Ich hoffe sehr, du musst nicht zu sehr darunter leiden. Schone dich und erhole dich richtig, mit der Grippe ist nicht zu scherzen!


    A propos Schnee, der lag ja nicht nur auf dem Schneeberg, da habe ich ja gar nix dagegen, sondern plötzlich überall herum. Im übrigen war der Schneeberg eher ein Eisberg. Der oberste Wanderweg glich einem gefrorenen Bach mit spiegelglatter Oberfläche. Sehr mühsam!

    So kalt und schneereich wie jetzt war es seit Jahren nicht mehr.


    Schade, dass das Pröbchen Microcalicum verschollen ist. Der echte Nachweis bleibt somit aus, auch wenn es sich recht wahrscheinlich um diesen Parasiten handelt.


    Ich wünsche dir gute Besserung, alles Gute

    Martin

    Hallo Bernd,


    solche runzligen Sporen finde ich auch oft in diversen (Flechten-)Ascocarpen, zumeist bei Arten mit braunen Sporen. Aber vielleicht fällt der Effekt hier nur hesser auf: Ich halte solche Sporen für stark überaltert, bzgl. der Maße für nicht repräsentativ und ignoriere sie. Du findest sie auch gruppiert zu 8 in überalterten, meist ebenfalls kollabierten Asci. Wenn die Asci aus welchen Gründen auch immer (zu lange Trockenheit?) die fast reifen Sporen nicht mehr ausschleudern können, verbleiben diese im Ascus und kollabieren irgendwann.


    BWB färbt das Cytoplasma blau ein, während die Zellwände nicht gefärbt werden (Kongorot wirkt umgekehrt). Daher der helle Rand um den Ascus (Ascuswand, Tholus).

    Hyaline, unreife Sporen sind im Inneren damit auch blau gefärbt, das Ascoplasma um die Sporen herum ist blau gefärbt, ebenso das Plasma in den Paraphysen; an freien, halonaten Sporen in Wasser haftet manchmal die schön eingefärbte blaue Schleimhülle (Halo) an. Ascuswand, Septen und Hyphenwände bleiben farblos, plasmafreie Hyphen ebenso.


    Ich habe hoffentlich nichts Falsches aus dem Stegreif behauptet und es interessiert dich überhaupt. Ich möchte nicht naseweis rüberkommen, aber ich freue mich ja immer, wenn jemand etwas bei mir anmerkt und denke, dir geht es ähnlich. ==Gnolm23


    LG, Martin

    Hallo und ein gutes Neues Jahr wünsche ich!


    Über Silvester habe ich einen Kurzausflug ins Fichtelgebirge und zur Münchberger Gneismasse unternommen.

    Dort kommen viele interessante Gesteine vor, was auf spezielle Funde hoffen lässt.


    Blöderweise hat es bei Ankunft begonnen zu schneien und schon am Tag nach der Anreise war das Land unter einer dünnen, aber geschlossenen Schneedecke verborgen.

    Flechten zu finden, ist damit natürlich ganz erheblich erschwert, denn auch wenn man einige Quadratzentimeter vom losen Schnee befreit, sieht man eben nur genau diese Stelle - jeglicher Überblick fehlt...


    Trotzdem und gerade durch den Schnee hat die Landschaft ihren besonderen Reiz.

    Bild 1 Der Schneeberg gilt als höchster Berg Frankens. Nicht nur der Gipfelbereich ist - abgesehen von den Wegen - Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden.


    Bild 2 Das "Fundament" des Aussichtsturmes ist ein naturbelassener Granitblock auf dem sich viele Nabelflechten / Umbilicarien tummeln.


    Bild 3 Fruchtende Umbilicaria deusta in Mengen, mit Raureif überzogen


    Bild 4 Mindestens zwei, vielleicht drei oder gar vier Umbilicaria-Arten auf einem Foto?


    Bild 5 Erinnert an Hypogymnia, ist aber schmallappiger, relativ dicht anliegend, nicht hohl, Enden gebräunt und nicht an Rinde wachsend:

    Brodoa intestiniformis zwischen den Umbilicarien ist ein Eiszeitrelikt der hohen Mittelgebirge.


    Wenige Kilometer nördlich des Fichtelgebirges gelangt man aus dem Granit-Gneis-Bereich ins Land des grünlichen Serpentinit:

    Bild 6 Lockerer Baumbewuchs auf Serpeninit-Halde


    Bild 7 Grüner Serpenitint (Prasinit) mit reizvoll kontratierendem Flechtenbewuchs


    Bild 8 Candelariella vitellina kommt in großen Mengen auf den Felsen vor


    Bild 9 Weg durch Kiefern - Bäume sind im Fichtelgebirge erstaunlich arm an Flechten!

    Dafür sind die Felsen dicht mit Flechten überzogen.

    Sogar A. ciliaris (eigentlich auf Rinde vorkommend) konnte ich auf einem der Felsen erkennen, jedoch an keinem Baum...


    Bild 10


    Bild 11 Stellenweise liegt der Schnee schon reichlich dick


    Bild 12 Chloritschiefer-Felsen


    Bild 13 Psilolechia lucida (Bildeinsatz, auf Silikat) kann von der unbereiften, schwarzen Microcalicum arenarium befallen werden. Leider ist meine Probe dieser Stecknadelflechte verschollen.


    Bild 14 Eine violette Kruste - eventuell eine Lecanactis


    Einige wenige, günstig gelegene Stellen sind kaum vom Schnee bedeckt oder gar schneefrei, wie hier:

    Bild 15 Serpentinit-Fels


    Bild 16 Orange Caloplaca mit graubraunem Thallus, vermutlich Rufoplaca subpallida


    Bild 17 Orange Caloplaca, gelbe Cadelariella und Physcia


    Bild 18 Diploschistes scruposus, umrahmt von Leprocaulon microskopicum


    Bild 19 Falsche Rentierflechten, Cladonia subrangiformis


    Bild 20: Physcia mit Lippensoralen auf basischem (SiO2-freiem) Silikat. Da keine KOH-Reaktion eintritt, offenbar keine P. dubia, sondern P. subalbinea.


    Bild 21 Xanthoparmelia conspera besitzt große, braune Apothecien und Isidien


    Bild 22: Ein schöner Farbtupfer ist gelb-orange Xanthomendoza huculica


    Bild 21 Irgendwann muss ich mich ernsthaft mit den Moosen beschäftigen


    Bild 22: Keine Flechte, kein Moos, trotzdem schön anzusehen - ein Steinbrechgewächs



    Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug Spaß gemacht.


    LG, Martin

    Hallo an beide Bernde,


    die beiden Flechten, die Bernd benamst hat, hatte ich auch so zugeordnet. Insbesondere die Pleurosticta ist ganz eindeutig. L.pulvinatum kennst du selbst.

    Bei den anderen wird es etwas schwieriger, weil nicht allzu viel erkennbar ist.


    Die erste Flechte sieht nach einer isidiösen Collema aus. Ich würde mit L. fuscovirens vergleichen.


    Die weiße, lecanorine Kruste ist leider etwas überbelichtet und unscharf. Etwas unklar, aber schau dir mal L. albescens an.


    Übrigens fände ich die kleine, orange Blattflechte neben der Pleurosticta interessant. Hast du dazu mehr?


    LG, Martin