Hallo Bernd,
die ganz typischen, schwarzen Punkte bei Pleurosticta sind übrigens keine Isidien, sondern gelten als Pyknidien.
LG, Martin
Hallo Bernd,
die ganz typischen, schwarzen Punkte bei Pleurosticta sind übrigens keine Isidien, sondern gelten als Pyknidien.
LG, Martin
Hallo und ein gutes Neues Jahr wünsche ich!
Über Silvester habe ich einen Kurzausflug ins Fichtelgebirge und zur Münchberger Gneismasse unternommen.
Dort kommen viele interessante Gesteine vor, was auf spezielle Funde hoffen lässt.
Blöderweise hat es bei Ankunft begonnen zu schneien und schon am Tag nach der Anreise war das Land unter einer dünnen, aber geschlossenen Schneedecke verborgen.
Flechten zu finden, ist damit natürlich ganz erheblich erschwert, denn auch wenn man einige Quadratzentimeter vom losen Schnee befreit, sieht man eben nur genau diese Stelle - jeglicher Überblick fehlt...
Trotzdem und gerade durch den Schnee hat die Landschaft ihren besonderen Reiz.
Bild 1 Der Schneeberg gilt als höchster Berg Frankens. Nicht nur der Gipfelbereich ist abgesehen von den Wegen Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden.
Bild 2 Das "Fundament" des Aussichttsturmes ist ein naturbelassenener, überbauter Granitblock, auf dem sich Umbilicarien tummeln.
Bild 3 Umbilicaria deusta in Mengen, mit Raureif überzogen
Bild 4 Mindestens zwei, vielleicht drei oder gar vier Umbilicaria-Arten auf einem Foto?
Bild 5 Erinnert an Hypogymnia, ist aber schmallappiger, relativ dicht anliegend, nicht hohl, Enden gebräunt und nicht an Rinde wachsend:
Brodoa intestiniformis zwischen den Umbilicarien ist ein Eiszeitrelikt
Einige Kilometer weiter nordöstlich gelangt man aus dem Granit-Gneis-Bereich ins Land des grünlichen Prasinits:
Bild 6 Lockerer Baumbewuchs auf Serpeninit-Halde
Bild 7 Grüner Serpenitint (Prasinit) mit reizvoll kontratierendem Flechtenbewuchs
Bild 8 Candelariella vitellina kommt in großen Mengen auf den Felsen vor
Bild 9 Weg durch Kiefern - die Bäume sind im Fichtelgebirge erstaunlich flechtenarm!
Dafür sind die Felsen dicht mit Flechten überzogen.
Sogar A. ciliaris (eigentlich eine Rindenflechte) konnte ich auf einem der Felsen erkennen, jedoch an keinem Baum...
Bild 10
Bild 11 Stellenweise liegt der Schnee schon reichlich dick
Bild 12 Chloritschiefer-Felsen
Bild 13 Psilolechia lucida (Bildeinsatz, auf Silikat) kann von von der unbereiften, schwarzen Microcalicum arenarium befallen werden. Leider ist meine Probe verschollen.
Bild 14 Eine violette Kruste - eventuell eine Lecanactis
Einige wenige, günstig gelegene Stellen sind kaum vom Schnee bedeckt oder gar schneefrei, wie hier:
Bild 15 Serpentinit-Fels
Bild 16 Orange Caloplaca mit graubraunem Thallus, ev. Rufoplaca subpallida
Bild 17 Orange Caloplaca, gelbe Cadelariella und Physcia
Bild 18 Diploschistes scruposus, umrahmt von Leprocaulon microskopicum
Bild 19 Falsche Rentierflechten, Cladonia subrangiformis
Bild 20: Physcia mit Lippensoralen auf basischem (SiO2-freiem) Silikat. Da keine KOH-Reaktion eintritt, offenbar keine P. dubia, sondern P. subalbinea.
Bild 21 Xanthoparmelia conspera besitzt große, braune Apothecien und Isidien
Bild 22: Ein schöner Farbtupfer ist gelb-orange Xanthomendoza huculica
Bild 21 Irgendwann muss ich mich ernsthaft mit Moosen beschäftigen
Bild 22: Keine Flechte, kein Moos, trotzdem schön anzusehen - ein Steinbrechgewächs
Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug Spaß gemacht.
LG, Martin
Hallo an beide Bernde,
die beiden Flechten, die Bernd benamst hat, hatte ich auch so zugeordnet. Insbesondere die Pleurosticta ist ganz eindeutig. L.pulvinatum kennst du selbst.
Bei den anderen wird es etwas schwieriger, weil nicht allzu viel erkennbar ist.
Die erste Flechte sieht nach einer isidiösen Collema aus. Ich würde mit L. fuscovirens vergleichen.
Die weiße, lecanorine Kruste ist leider etwas überbelichtet und unscharf. Etwas unklar, aber schau dir mal L. albescens an.
Übrigens fände ich die kleine, orange Blattflechte neben der Pleurosticta interessant. Hast du dazu mehr?
LG, Martin
Hallo Bernd,
tausche ja da Scheunentor nicht aus, das scheint eine Fundgrube zu sein!
Ich schlüssele zum gleichen Ergebnis (C. trachylioides) bei Wirth et al., Artbeschreibung und Habitat scheinen gut zu deinem Fund zu passen.
LG & GR,
Martin
Hallo Maronisto,
mit Flechten bist du natürlich im Flechten-Unterforum gut aufgehoben. ![]()
Dein eines Foto ist nun nicht sehr detailreich. Bräunliche Blattflechten auf Rinde gibt es einige.
Ich erkenne keine Sorale und vermute feine Isidien.
Vergleiche deinen Fund deshalb mit Melanelixia glabratula. Der Link führt dich zur bretonischen Flechtenseite, die den Vorteil hat, Verwechslungspartner anzugeben.
LG und einen guten Rutsch,
Martin
Hallo Maronisto,
von deinen Fotos sieht man nur ein reichlich unscharfes Bild eines Gänseblümchens und einer vermutlich bodenwohnenden Blattflechte mit hellem Rand (?), ansonsten nur ins Leere führende Verweise.
Weißt du, wie Bilder korrekt eingebunden werden? Falls nicht, findest du im Forum unter Pilzbestimmung/Unser Forum/Bildupload (angepinntes Thema weit oben) eine gute Beschreibung dazu.
LG, Martin
Hallo Bernd,
das sieht sehr interessant aus. Sicher gehst du demnächst nochmal an die Fundstelle, oder?
LG, Martin
Hallo Michael,
viele Dank für den Hinweis: Blockmeere sind immer sehr lohnend, wenn man Flechten finden möchte.
Und Granit ist interessant, da diese Blöcke recht beständig sind. Das gibt meinen kleinen Freunden Zeit sich zu entwickeln. Eine Granitblockhalde habe ich bislang noch nicht besucht.
Das Fichtelgebirge gilt als geologisch sehr abwechslungsreich: Granit, Basalt, diverse metamorphe Gesteine, u.a. auch Marmor, ...
Ich bin gespannt, was ich finden werde.
Ich wünsche dir ebenfalls schöne Feiertage!
Martin
Hallo,
ab Sonntag geht's mal bissle ins Fichtelgebirge.
Hast vielleicht jemand einen lohnenden Tipp (Felsen, Klippen, Uraltbäume, Hohlwege ... )?
Ich bin dort ja fremd... ![]()
Hoffentlich scheint die Sonne!
LG, Martin
Hallo Wutzi,
vielen Dank für den schönen Bericht vom Rennsteig.
Ich denke mit viel Freude an meinen eigenen Besuch dort zurück.
Das Wetter ist im kalten Winterlicht sehr viel schöner als im Regen damals. Das Eis verleiht der Landschaft einen besonderen Reiz. Du hast einen schönen Tag für den Besuch gewählt.
Liebe weihnachtliche Grüße von Neckar,
Martin
Hallo Ernst,
Glückwunsch zu diesem außergewöhnlichen Fund!
Wie schön, das es immer noch abgelegene Stellen gibt, wo die Natur noch Natur sein darf.
Weihnachtliche Grüße,
Martin
Hallo!
Sagt mal, ist das Pilzchen ist doch operculat, oder?
Die sohlenartige Sporenform (im 2-zelligen Stadium) könnte zu irgendwas aus den Dothideomyceten passen. Da gibt es auch Flechten darunter, aber:
Ich kenne den Pilz leider auch nicht.
LG, Martin
Edit:
Das Problem ist also gelöst. Bernds letzte Mittteilung war mit entgangen...
Hallo!
Folgende auffällige Krustenflechte stammt von einer eisenreichen Schiefer-Natursteinmauer in NW-Ausrichtung im Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirge.
Sie hat zumindest einen schuppigen oder gelappten Rand, eventuell ist sie aus lauter kleinen Schuppen zusammengesetzt - das kann ich leider nicht mit Sicherheit sagen.
Da die jungen, noch sehr kleinen Thalli in der Nähe schuppenartig wirken und bereits Ascocarpe tragen können, würde ich mehr an einen vollständig schuppigen Bau denken, zumal auch die Kratzprobe schnell in kleine Einheiten zerfällt.
Die Flechte befand sich in unmittelbarer Nähe zu Arten wie Acarospora sinopica, Trapelia glebulosa, Lecanora epanora, Lecidea silacea, Porpidia tuberculosa, die auf schwermetallhaltigem Silikat vorkommen und die teilweise deutlich rostfarben waren.
Bild 1 Schwach gelbliche Kruste mit flächendeckend fuchsbraunen Apothecien.
Bild 2 Die kleinen Schuppen, teilweise schon mit Apothecien, rechts und unterhalb der großen Kruste gehören zur gleichen Art. (Ausschnitt aus Bild 1)
Der Thallus reagiert K+ gelb, P-, C-
Scheibe K- (entfärbt), C-
Medulla wie Hymenium reagieren J+ blau
Das gelbe Hymenium entfärbt sich in KOH.
Die Apothecien sind von Thallus berandet, der Rand verschwindet bei alten Apothecien nicht vollständig.
Größe der Apothecien reicht bis etwa 1mm.
Bild 3 Apothecien aufgepresst, mit gekerbtem Rand. Apothecienscheibe hellbraun und rau.
Interessant ist die Fluoreszenz unter UV-Beleuchtung.:
Die Apothecien erscheinen weinrot, die Unterseite leuchtet überaus intensiv gelbgrün (imMikroskop intensiv grün).
Das Hymenium und Hypothecium erscheinen im Querschnitt in dicken Schichten orangebraun, das Hypothecium fluoresziert in UV türkis..
Bild 4 Aufsicht auf Probe und Probenunterseite; Querschnitt durch Apothecium - jeweils im Weißlicht und unter UV-Beleuchtung.
Der Apothecienrand enthält m.M.n. Algen.
Bild 5 Blick auf Unterseite einer (oder zweier) Thallusschuppe(n):
Die Ränder der sind gekerbt mit einer randlich hellen Unterseite, die weiter innen nach schwarz wechselt.
Das Schüppchen im Beispiel misst etwa 1 x 2mm.
In dünnen Schichten (gequetscht) sind Hymenium und Hypothecium farblos, das Epihymenium gelblich.
Die Paraphysen enthalten gelbe Tröpfchen.
Bild 6: Hymenium in Wasser (links) und nach Zugabe von 3%iger KOH (rechts).
Paraphysen etwas kopfig.
Bild 7: Einige Sporen: farblos, 1zellig, spindelförmig. Sporengröße 10-12,5-(14) x 5-6 µm
Bild 8: Asci in K/J gefärbt: lecanoriner Typus, mit dickem, tief blauem Tholus und schwach amyloider Zentralmasse und schwach amyloider Ascuswand.
Bild 9 Die Algenhüllen sind dick und reagieren in K/J rot-violett - das habe ich bisher nie beobachtet.
Die KI von Google klaut folgendes zusammen: Einige Trebouxia-Arten weisen hemiamyloide, dicke Hüllen auf (z.B. Trebouxia arboricola, Trebouxia showmanii, Trebouxia crenulata).
Bild 10 Dünner, farbloser Cortex, nur wenige (2-3) Zellen dick
Im Gattungsschlüssel in DFD wird man zu Lecanora resp. im Falle eines algenfreien Apothecienrandes zu Lecidea verwiesen.
Bei Lecanora wären der Teilschlüssel für schuppige/randlappige Arten zu verwenden: Rhizoplaca ist wohl auszuschließen, Squamarinen wäre auf Kalk zu finden.
Mit den vorgeschlagenen Protoparmeliopsen werde ich auch nicht glücklich.
Auch die Teilschlüssel der Lecideen ohne Sorale (Teilschlüssel 6 & 7) führen mich nicht zum Ziel.
Hat vielleicht jemand einen Vorschlag zu dieser auffälligen Flechte, wenigstens zur Gattung oder Familie?
LG, Martin
Hallo Bernd,
danke fürs Mitnehmen in den litauischen Stecknadelwald! Immer wieder erstaunlich, die Fülle bei dir.
Wirklich helfen kann ich auch nicht, aber vielleicht gibt es eine lichenicole Art, die dem Thallus aufsitzt?
LG, Martin
Hallo Bernd,
das ist eine überaus interessante Frage, die auch ich noch nirgends nur ansatzweise ernsthaft diskutiert gefunden habe:
Unterliegen Flechtenfruchtkörper einer Saisonalität?
Manchmal liest man soetwas wie, "der Frühling ist da und die ersten bunten Flechten bilden Fruchtkörper" und dergleichen...
Ich habe Probleme, insbesondere bei den langsam wachsenden Krustenflechten, mir vorzustellen, dass sie über den Sommer - der aufgrund der hohen Verdunstungsrate nicht ihre optimale Saison ist - überschüssige Reserven aufbauen und einzulagern, um dann z.B. im Herbst und Winter oder im Frühling spontan Fruchtkörper auszubilden. Und was passiert später? Sollten die mühsam entwickelten Fruchtkörper dann abgestoßen werden, um in der nächsten Saison neue zu bilden? Wäre das für eine Flechte ein optimales Vorgehen?
Wahrscheinlich ist es doch günstiger, die für die Bildung des Ascocarps investierte Energie zu erhalten, indem der Fruchtkörper jahrelang exisitiert und ggf. nur die Bildungsrate der Asci in den Fruchtkörpern einer saisonalen Schwankung unterliegt - je nach Stoffwechselrate der Flechte, die wiederum von u.a. der Luftfeuchtigkeit abhängt, welche letztlich jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt. Dann wäre der Winter die optimale Jahreszeit für die Sporenbildung.
Auch schnell wachsende Blattflechten besitzen ab einer bestimmten Größe und hinreichend günstigen Umweltbedingungen zu jeder Jahreszeit Fruchtkörper, je nach Art.
Ob also Fruchtkörper saisonal komplett gebildet (und rückgebildet) werden? Letztlich müssen die paar wenigen Algen im Thallus die ganze Energie auch noch dafür bereitstellen.
Ob die kleinen Grünen damit nicht überfordert wären?
![]()
Was ist deine Meinung dazu, bzw. was konntest du dazu recherchieren?
LG, Martin
Sicher unterliegt der ganze Wald der Saisonalität: die Erkennbarkeit von Rindenflechten steigt in der blattlosen Jahreszeit an. Man müsste an einem betimmten Thallus ein Markierungsfähnchen anbringen und den gleichen Thallus dann über mindestens ein Jahr z.B. einmal monatlich besuchen und den Zustand dokumentieren. Das wäre doch mal interessant.
Hätte ich dieses Buch nicht schon - ich würde es mir zu Weihnachten schenken.
In der Reihe "Lives of the Natural World" bei Princeton University Press anno 2024 erschienen ist der Band
"The Lives of Lichens: A Natural History" von Robert Lücking & Toby Spribille.
288 Seiten im Hardcover, Flechten weltweit mit herrlichen Fotos und lehrreichen Texten. keine 30€:
Einband
Beispiel Artbeschreibung
Unbedingt lesenswert, finde ich. Auch einfachen zum Schmökern prima geeignet!
Weil ich es schon besitze, gönne ich mir jetzt den Band "The Lives of Seaweeds: A Natural History of Our Planet's Seaweeds & Other Algae".
Hat ja sogar ein bissle mit Flechten zu tun (Algen!). Und wer findet Kelp nicht toll?
Hallo,
anbei eine Flechten-Schönheit, gefunden an einer schattig-kühlen Basaltvertikalfläche am Rande einer Blockhalde unter einer weit ausladenden Baumkrone.
Hätte ich mich nicht unter den sehr tiefhängenden Ast gebückt, hätte ich diese Flechte nie gefunden.
Ein ausgedehnter Thallus ist als dickliche, violettstichige Kruste im Bild 1 erkennbar und mit erheblichen Trentepohlia-Vorkommen vergesellschaftet.
Bild 1 Basaltblock mit geschlossenem Flechten- und Algenüberzug
Bild 2 Die runden Apothecien sind schwarz und kommen zahlreich vor.
Sie sind um 1mm groß, berandet und bereift - aber nicht alle und nicht in gleichem Maße.
Der Thallus ist weich und unberindet, uneben, schorfig.
Die im Hyphengeflecht eingewobenen, orangen Algenzellen sind sehr gut erkennbar.
Sie sind kein Aufwuchs, sondern gehören zum Flechtenthallus, wie die sie umgebenden, weißen Hyphen erkennen lassen.
Bild 3 Die Apothecien sitzen dem Thallus auf und sind bleibend berandet.
Scheibe und Rand sind mehr oder minder weiß bereift.
Die weiße Medulla auf der Unterseite ist locker-luftig.
Bild 4 Das Hymenium ist von einem schwarzbraunen Gehäuse eingefasst.
Das Epihymenium ist dunkelbraun.
Der Rand ist algenfrei.
Bild 5 Hymenium gequetscht in Wasser: Asci dünnwandig, zylindrisch, 8-sporig mit sehr kleiner Okularkammer.
Die Sporen sind 4(-5)-zellig, querseptiert; teils schwach gebogen, sonst gerade.
Jung mit Halo.
Der Thallus reagiert K-, C-, aber P+ gelb-orange. Das Hymenium reagiert J+ orangerot.
Bild 6 Farbreaktionen: Hymenium J+ orange-rot, Thallus P+ gelb-orange
Eine Kruste, die sich als relativ leicht bestimmbar erweist:
Der deutsche der und italienische Schlüssel weisen beide geradewegs auf Lecanactis dilleniana resp. Psoronactis dilleniana (Syn.).
Auch der Fundort passt perfekt zur Habitatbeschreibung der Flechte: basisches oder mineralreiches, hartes, kristallines Silikat an feucht-kühler Stelle, niederschlags- resp. nebelreich, gerne schattig.
Wohl besonders auch in Blockmeeren anzutreffen.
LG, Martin
Hallo Rainer,
ich warte zwar nach noch auf die Fotos im trockenen Zustand, habe mir aber die neueren Fotos zu Gemüte geführt. Ich meine, eine um feucht-nassen Zustand raue Oberseite zu erkennen, sodass wir eine deutlich filzige und dann trocken weißliche Oberseite sehen werden. P. rufescens kommt damit in die engere Auswahl. Vergleiche mit dieser Peltigeraart
LG, Martin
Hallo Rainer,
lasse die Peltigera trocknen und sieh dir Oberseite und Unterseite auch im trockenen Zustand an.
LG, Martin
Eisensulfat eingefüllt und im Schraubstock angepresst. Dann mit einem 5 kg Hammer nachgeschlagen. Das verdichtet ordentlich und der Pressling ist steinhart.
Hallo,
ich vermute, du hast die Kristalle vorher leicht angefeuchtet, oder hast du sie trocken gepresst?
LG. Martin
Hallo Oliver,
ja - die Flechten und Flechtenparasiten haben schon was. Und man findet sie rund ums Jahr, was auch schön ist...
Blattflechten haben an den Lappenenden häufig eine ausgeprägte, breite Randzone / Wachstumszone, an welcher die Merkmale des reifen Thallus noch nicht (vollständig) ausgeprägt sind.
Das betrifft hier bei den Parmelien unter anderem auch die Rhizinendichte, -länge und -färbung. Diese Zone kann (am gleichen Lappen) an seitlichen Rand vollständig fehlen, da die Flechte bei rosettigem Wuchs hier sich selbst überwachsen würde. Manche Flechtearten machen das, andere halt nicht.
Die Rhizinenform einfach/gegabelt ist hier nicht besonders ausschlaggebend (Italic8 zu P. sulcata: "Lower surface black, with black, simple to furcate rhizines".
Hier genügt schon die Oberseite mit den typischen Lappenumriss mit den gestutzten Enden, ausgeprägte länglich-vernetzende Pseudocyphellen auf der Oberfläche, aus denen bei älteren Exemplaren kreisrunde Sorale hervorbrechen können (kann einen fälschlicherweise an Punctelia denken lassen), Isidienfreiheit, glänzend schwarze Unterseite und Rhizinen in der Thallusmitte. Hinzu kommt z.B. die deutliche, orange Reaktion der Medulla auf P und die gelb nach orange-rote Reaktion auf K.
Noch zur Cladonie: Das wird schon C. fimbriata sein, da die Podetien über die gesamte Höhe feine, grüne Soredien tragen ("fein mehlig"), nirgends Blättchen (Schuppen) zu erkennen sind.
Die Becher weiten sich meistens abrupt (pokalartig), was sehr gut zu C. fimbriata passt. C. chlorophaea hat gröbere Soredien, oft Schüppchen an der unteren Hälfte der Podetien, die sich eher allmählich zum Becher weiten. Sie kann auch etwas ins Bräunliche spielen. Auch zu diesen Flechtenarten findest du sehr schöne Beispiele bei Italic. Diese Seite kennst du ja bestimmt.
LG, Martin
Hallo Felli,
sehr schön herausgearbeitet und nachvollziehbar dokumentiert!
Der Algenpartner ist im ersten Foto als grünlicher Untergrund erahnbar, im vorletzten Bild als unförmige, dickwandige, orange-grüne Zellen (Trentepohlia) deutlich erkennbar.
Passt alles, prima!
LG. Martin
Hallo Oliver,
schön, dass sich mehr Menschen für diese faszinierenden Objekte faszinieren!
Zu deinen Funden:
1) X. parietina ist klar
2) X. physciae kann sehr gut sein, würde ich allerdings unbedingt mikroskopisch absichern. Es gibt viele lichenicole Pilze, auch auf X. parietina. Die Konidien von X. physciae lohnen immer einen Blick!
3/4) Eine Cetrelia sehe ich hier nicht. Leider sind Schärfe und Auflösung der Fotos nicht die Besten.
Ich vermute im ersten der Fotos (3) eine Parmelia sulcata (abgestutzte Lappenenden, Punktsorale und blaugrüne Färbung im feuchten Zustand) und im zweiten der Fotos (4) eine Punctelia cf. subrudecta (Punktsorale, feucht grüner Thallus mit runden Lappenenden, etc.). Das ist aber beide Male geraten, denn sie Fotos geben nicht sehr viel her.
Bei der Tüpfelreaktion ist zu beachten - aber das weißt du sicher schon - dass die Probe trocken ist. Ferner gilt es, ggf. die Reaktionen von Cortex und Medulla zu unterscheiden.
5) Die typischen Isidien kann ich zwar auf dem Foto nicht erkennen, M. elegantala sollte aber passen
6) P. argena (K+ gelb=>rot)
7) P. sulcata
8) ?
9) C. chlorophaea oder C. fimbrata? Würde ich noch Mal genauer anschauen, ehe ich mich festlegen würde.
LG, Martin
Hallo Björn,
danke - macht ich!
LG, Martin
Ja. das scheint gut zu passen. Super!
Wieder es gelernt. Danke!
Hallo zusammen,
ursprünglich dachte ich, eine Flechte zu untersuchen, aber offenbar ist das Pilzchen nicht lichenisiert.
Es handelt sich um bis zu 1mm große, schwarze Apothecien, die auf (weiß)faulem Holz eines Hinweisschildes (433m HüNN, Schwäbisch-Fränkische Waldberge).
Die Sporen sind schlank tropfenförmig, 10-zellig, querseptiert. Sie messen 34-39 x 7-8 µm².
Asci 110 x 20 µm, zylindrisch, 8-sporig; Sporen 2-reihig.
Paraphysen sind leicht zu trennen, fädig, ca. 1,5µm Durchmesser, vernetzt.
Endzelle schwach verdickt, mit Pigmentkappe.
Epihymenium schwarz-grün, in KOH Umfärbung nach braun.
Vielleicht hat jemand einen Tipp, in welcher Gattung ich suchen muss. Bisher stehe ich auf dem Schlauch.
LG, Martin
Bilder:
Bild 1 Probe mit schwarzen Apothecien
Bild 2
Bild 3 Querschnitt in Wasser
Bild 4 Hymenium in Wasser, gequetscht - Epihymenium schwarz-grün
Bild 5 Freie Sporen in Wasser
Bild 6 Freie Sporen in Wasser
Bild 7 Hymenium in Lugol, keine amyloiden Strukturen im Apikalapparat
Bild 8 Die freien Tröpfchen färben sich in Lugol gelb-orange bis rotbraun.
Bild 9 Verweigende Paraphysen in BWB gefärbt
