Hallo Oliver,
ja - die Flechten und Flechtenparasiten haben schon was. Und man findet sie rund ums Jahr, was auch schön ist...
Blattflechten haben an den Lappenenden häufig eine ausgeprägte, breite Randzone / Wachstumszone, an welcher die Merkmale des reifen Thallus noch nicht (vollständig) ausgeprägt sind.
Das betrifft hier bei den Parmelien unter anderem auch die Rhizinendichte, -länge und -färbung. Diese Zone kann (am gleichen Lappen) an seitlichen Rand vollständig fehlen, da die Flechte bei rosettigem Wuchs hier sich selbst überwachsen würde. Manche Flechtearten machen das, andere halt nicht.
Die Rhizinenform einfach/gegabelt ist hier nicht besonders ausschlaggebend (Italic8 zu P. sulcata: "Lower surface black, with black, simple to furcate rhizines".
Hier genügt schon die Oberseite mit den typischen Lappenumriss mit den gestutzten Enden, ausgeprägte länglich-vernetzende Pseudocyphellen auf der Oberfläche, aus denen bei älteren Exemplaren kreisrunde Sorale hervorbrechen können (kann einen fälschlicherweise an Punctelia denken lassen), Isidienfreiheit, glänzend schwarze Unterseite und Rhizinen in der Thallusmitte. Hinzu kommt z.B. die deutliche, orange Reaktion der Medulla auf P und die gelb nach orange-rote Reaktion auf K.
Noch zur Cladonie: Das wird schon C. fimbriata sein, da die Podetien über die gesamte Höhe feine, grüne Soredien tragen ("fein mehlig"), nirgends Blättchen (Schuppen) zu erkennen sind.
Die Becher weiten sich meistens abrupt (pokalartig), was sehr gut zu C. fimbriata passt. C. chlorophaea hat gröbere Soredien, oft Schüppchen an der unteren Hälfte der Podetien, die sich eher allmählich zum Becher weiten. Sie kann auch etwas ins Bräunliche spielen. Auch zu diesen Flechtenarten findest du sehr schöne Beispiele bei Italic. Diese Seite kennst du ja bestimmt.
LG, Martin


