Beiträge von KaMaMa

    Hallo und schönen guten Abend!


    Ich war heute nach der Arbeit nochmal bei der gestürtzten Birke um weitere Ascocoryne-Fruchtkörper zu ernten und auf ihren Geruch zu prüfen.


    Am Birkenstamm habe ich jede Menge rosa Apothecien, aber keine einzige Nebenfruchtform entdecken können.

    An zwei Stellen habe ich einige Fruchtkörper am Stielchen abgeschnitten und in Plastikbeutelchen verpackt, damit sie mit nicht kontaminiert werden können.

    Die Apothecien an der ersten Stelle wirkten frischer und fester als die an der zweiten Entnahmestelle.

    Das Messer habe ich nach jedem Benutzen an Moos von anhaftenden Rückständen gesäubert und einem Schnuppertest unterzogen (nix gerochen).


    Zuhause im Warmen habe ich die Beutelchen geöffnet und hineingerochen.

    Die erste Probe roch leicht nach Wald (bisschen anhaftendes Substrat).

    Die zweite Probe roch wieder süßlich! :gätsch:


    Unter dem Mikroskop fand ich bei beiden Proben Kristalle in der Medulla und rundliche Zellen (vgl. Bild 9&10); die gleichen Sporen mit vielen kleinen Öltröpfen (vgl. Bild 6), insgesamt kein Unterschied zur allerersten Probe vom Baumstamm von vor einer Woche - es sollte sich also um den gleichen Pilz handeln.

    Nachdem ich die zweite Probe unter dem Mikroskop hatte, mit den Schnittresten (1-2mm³) am Rand des Objektträgers, hatte ich wieder permanent diesen Geruch in der Nase!


    Meine Vermutung ist deshalb, das die Proben süßlich riechen, wenn die Fruchtkörper ihren Zenit überschritten haben und zu Vergammeln beginnen.

    Frisches Material hingegen riecht nicht. => Ingo W

    Das wäre jedenfalls eine einfache Erklärung für das Phänomen des süßen Duftes!


    LG, Martin

    Hallo Wutzi,


    ich fürchte, wenn ich mit diesem Pilzzombi im Bestimmungs-Unterforum ankomme, weiß ich schon was ich dort zu hören bekomme. g:D


    Ich werde mal durch die Amanitae blättern, vielleicht verstehe ich dann die Gemeinsamkeiten dieser Gattung mit dem Pilz.


    Wahrscheinlich wissen nur die Schnecken, was sie da verputzt haben...


    LG, Martin


    Übrigens fotografiere ich gern auch gammelige Pilze. Pilze sind für mich auch ein Symbol der Vergänglichkeit, für überreife Pilze gilt das im besonderen!

    Hallo und vielen Dank,


    die Aufnahmen musste ich bei Einbruch der Dämmerung machen und war in Eile, aus dem Wald zu kommen.

    Aufgrund meiner Kurzsichtigkeit erkenne ich meist erst am Bildschirm die Details.

    Ich muss mir mehr Zeit lassen!


    Aber 99% sind schon viel mehr als ich erwartet hätte! :gbravo:


    LG, Martin

    Hallo,


    vor zwei Wochen sah ich neben dem Waldweg an einem liegenden Laubbaumstamm einen mir unbekannten und interessant aussehenden Holzzersetzer.

    Die Blätterpilze besitzen einen kurzen, seitlichen Stiel, an den sich eine fächerförmiger, im Alter welliger Hut mit einer Art Beflockung auf der Oberseite (Bild 1) anschließt.

    Die Lamellen sind bräunlich, und zeigen Anastomosen (Bild 3).

    Aufgrund der erwähnten Merkmale, könnte das vielleicht Panellus cf. stipticus sein, der herbe Zergknäueling.

    Liege ich richtig mit meiner Einschätzung?


    Danke für's Kommentieren!


    LG, Martin


    Bilder:

    Bild 1 Übersicht von oben


    Detail aus Bild 1


    Bild 2 Blick von der Seite - Fruchtkörper von winzig bis ganz groß


    Bild 3 Lamellen mit Anastomosen

    Hallo, Schneckenfreunde!


    Eieiei! Das gute Ergebnis für einen meiner üblichen Freihand-Schnappschüsse - und einen 3.Platz finde ich hier prima - hätte ich nicht erwartet!

    Mein Glück ist vermutlich der Tatsache zu danken, dass derart angefressene Pilze eher selten - zumindest nicht von vielen :gzwinkern: - mit großem Eifer aufgenommen oder gar gestackt werden.


    Also, ein Hoch auf alle Bauchfüßer!

    Martin


    P.S.

    Wenn jetzt noch jemand errät, welche Pilzgattung da so gut schmeckt, ist mein Tag gerettet - ich habe nämlich nicht die leiseste Ahnung!

    Hier als kleine Hilfe der Pilz noch von oben:

    Hallo Patrick,


    das ist mal eine klare Aussage!

    Damit ist P. perlatum also eindeutig identifiziert worden, die häufgste und damit auch wahrscheinlichste Flechte der Gattung Parmotrema.

    Ich danke dir!


    Viele Grüße aus dem verregneten Süden, Martin

    Hallo Peter!


    Danke für deine Einschätzung!

    Mir geht es in erster Linie tatsächlich nur um die Gattung, ob es sich nicht um etwas ganz anderes wie Alectoria, Bryoria,... handelt.

    Falls und wenn ich viel mehr oder deutlich größere Exemplare finden sollte, werde ich sie genauer untersuchen.

    Ich bin mir sicher, wäre ich diesen Flechten früher begegnet, hätte ich sie aufgenommen. Bisher waren keine da, oder ich war an den falschen Stellen. Wobei ich nichts erkenne, was diese beiden Orte von anderen auszeichnet.


    LG, Martin

    Hallo, Pilz- und Flechtenfreunde!


    in den letzten Tagen konnte ich eine erfreuliche Beobachtung hier am mittleren Neckar machen: Kleine Bartflechten (Usnea)!

    Da hatte ich wahrscheinlich Glück, an gleich zwei Standorten hintereinander kleine Bartflechten (Usnea) entdecken zu können.

    In Wirths einbändigem Verbreitungsatlas "Die Flechten Baden-Württembergs" von 1987 ist das nächste Vorkommen in den Höhenlagen des Schwäbisch-Fränkischen Waldgebietes verzeichnet.


    Ich bin mir relativ sicher, dass es sich bei meinen Sichtungen um Usnea handeln sollte, so klein die Flechten auch sind. Die Thalli besitzen schöne runde Ästchen und stachelig abstehende, kurze Isidien.

    Da ich bisher nur sehr wenige, kleine Exemplare finden konnte, habe ich natürlich alle Flechten in Ruhe gelassen, auf dass sie gedeihen, fruchtbar seien und sich mehren mögen! :gnicken:

    Ich habe also weder den Marktest gemacht, noch die Flechten abgepflückt und eingefärbt.


    Die erste Sichtung war letzten Freitag auf dem ruhig gelegenen Heilbronner Friedhof an drei unterschiedlichen Gehölzen, ...

    Bild 1


    Bild 2


    Bild 3a


    Bild 3b


    Bild 3c


    ... zwei Tage später in einem entlegenen Obsthain an zwei Apfelbäumen:

    Bild 4


    Bild 5a


    Bild 5b


    Die Flechten waren allesamt sehr klein, nur um 1 - 1,5 cm und deshalb schwer zu bestimmen.

    Die Flechten auf Bild 1 und 4 wirken etwas anders (heller, wenige Isidien) als die Flechten 2, 3 und 5 (dunkler, stärker isidiös).

    Es könnte sich also um zwei Arten handeln.


    Ob jemand mit Usnea-Erfahrung die Flechten beurteilen möchte?

    Ich hatte bisher leider noch keine aus der Nähe gesehen und würde mich über eine Bestätigung (aber auch über eine korrigierende Zuordnung) freuen.


    LG, Martin

    Hallo Pablo,


    cool, super Link, danke! :daumen:

    Dank auch an nobi_† anno 2013!

    Ich hatte tatsächlich Kristalle in der Medula beobachtet, ihnen aber keine / nicht die richtige Aufmerksamkeit geschenkt. Da fehlt mir halt die Erfahrung!

    Aber ich habe ein Foto von den (Oxalat-)Kristallen gemacht:

    Bild 9: Medulla mit Kristallen


    Bild 10: Medulla mit rundlichen (globosen) Zellen, stellenweise hat es davon gewimmelt, dichte Packung!


    Nach dem von dir verlinkten Baral-Schüssel lande ich mit den (CaC2O4-)Kristallen neben den vielen kleinen Tröpfen in den Sporen zumindest mal bei sectio cylichnium.

    Die Sporen waren teilweise septiert. Jetzt, wo ich die Zeichnungen sehe, denke ich auch Konidien gesehen, leider nicht fotografiert zu haben.

    Jetzt weiß, ich worauf künftig zu achten ist und die nächsten Ascocorynes werden mit diesem hervorragenden Schüssel in der Hand mikroskopiert!


    Ich will ja sowieso wegen des Geruchs nochmal Material holen. Heute hat's leider nicht geklappt, wird wohl noch bis zum WE warten müssen.

    Ich bin gespannt!


    LG, Martin

    Hallo Patrick!


    Mittlerweile habe ich die komplette Flechte geerntet und auch im trockenen Zustand kontrollieren können.

    1. Ein Netz kann ich tatsächlich nirgends entdecken.

    2. Die welligen Thallusbereiche laufen beim Trocknen (teilweise) weiß an, eventuell lokaler Befall => Thallusbereich nicht typisch!

    3. Färbe-Reaktionen habe ich mit der gut getrockenter Flechte wiederholt, nass und 24h später, getrocknet ausgewertet.

    Das Fehlen von Wasser im Gewebe sollte zu schnelleren und eindeutigeren Reaktionen führen, so hoffe ich.


    Nach Aufbringen der Reagenzien (Bild 10), in noch nassem Zustand => K+ gelb, P+ gelb-orange, C-; KC+ gelb => orange; die Farbreaktion ist insgesamt schwach, passt aber zu P.perlatum, wie du Patrick nupharlutea, vorgeschlagen hast, am besten!

    Bild 10: Farbreaktion in noch nassem Zustand, KC hatte ich später weiter rechts zusätzlich appliziert, Ergebnis KC+gelb


    Beim letzten Tröpfeltest hatte sich die Farbreaktion durch Liegenlassen des Materials verändert, weshalb ich auch hier einen Tag später nochmals kontrolliere: Siehe da!
    24h später, in wieder trockenem Zustand, sieht die Sache so aus: Die mit Kalilauge in Kontakt gekommenen Stellen sind rotbraun und die Hypochlorid-Stelle ist hellgelb umgefärbt!

    Bild 11: Gleiche Flechte etwa 24h später, um KC+ gelb (noch im nassen Zustand) ergänzt


    Farbreaktionen 24h später (Bild11): K+ rot, (C+ zitronengelb,) KC+ rot, P+ orange, da wären wir eher bei P.pseudoreticulatum oder P.stuppeum, hmmm. :gskeptisch:


    Die Frage, die ich mir stelle: Zu welchem Zeitpunkt darf/muss ich prüfen - solange noch nass ist, erst wenn getrocknet ist, zwischendrin, WANN?

    Gerade die flüchtige Hypochloridreagenz kann ich nur schwer einschätzen: Muss man zwischen der echten Farbreaktion mit einem Flechteninhaltsstoff und einem eventuell später einsetzenden Bleichen der Thallusoberfläche unterscheiden? Welche Rolle spielt eventuell der Luftsauerstoff?


    LG, Martin



    Reationen aus A.Jabłońska et al: "The lichen family Parmeliaceae in Poland. I. The genus Parmotrema", Acta Mycologica, Vol.44 (2), p. 211-222 (2009):

    P. arnoldii: Cortex reacts K+ yellow and medulla is KC+ pink-red, UV+ ice-blue, C– and Pd– (Hale 1965; louwhoff 2009a)

    P. crinitum: Cortex reacts K+ yellow, whereas medulla is C–, K+ yellow, KC+ yellow, Pd+ yellow-orange (Hale 1965; louwhoff 2009a)

    P. perlatum: Cortex reacts K+ yellow, whereas medulla is C−, K+ yellow and Pd+ orange (Louwhoff 2009a)

    P. stuppeum: Cortex reacts K+ yellow, whereas medulla is C and KC–, K+ yellow turning red, and Pd+ orange-red

    Hallo Pablo und Ingo,


    gute Idee, das bald mit einem anderen Fruchtkörper zu wiederholen / testen.

    Ich versuche daran zu denken!


    Dann will ich aber alle Eventualitäten ausschließen: Unmittelbar benachbarten Fruchtkörper vom gleichen Baumstamm ernten, direkt in Kunststofftütchen, isoliert von allem anderen, auch von Metallen. Dann ab nach Hause und gleich Schnüffeltest im Warmen durchführen.

    Vielleicht krieg ich das nach der Arbeit hin...

    Mal schaun. Ich werde berichten!


    LG, Martin


    Beorn : du erwähnst die "medulläre Struktur" => das sagt mir leider nichts, außer ich hätte wohl noch was anderes mikroskopieren sollen?

    Hallo Ingo,


    erstmal Danke für die Antwort.


    Da ich den Geruch besonders intensiv rieche, wenn ich den Fruchtkörper unter meine Nase halte, denke ich schon, das der Duft von ihm ausgeht. Da das Mikroskop in Schlafzimmer steht, ist auch nichts Essbares in der Nähe gelagert.

    Vielleicht verströmt der Fruchtkörper ja auch nicht per se den Geruch, sondern etwas anderes, was ihn befallen hat??


    Geruchstest bei meinem Sohn (Fruchtkörper mit Pinzette unter Nase): erdig, fruchtig, süß

    Geruchstest bei meiner Frau (item): würzig, süßlich, schokoladig, fruchtig


    Also, kurz und gut: ich bilde mir den Geruch nicht ein, und er ist intensiv, ohne dass Substrat anhaftet. Wie gesagt, ich habe den Fruchtkörper am Stiel abgetrennt.


    LG, Martin

    Hallo zusammen!


    Heute morgen bin wieder Mal auf purpurne, gallertige Discomyceten an einem liegenden, stark vermorschten Birkenstamm gestoßen, die ich als Ascocorgyne einstufen würde.

    Bild 1 Birkenstamm mit Fruchtkörpern


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4


    Da keine Nebenfruchtform zu finden war, kommen zwei häufige Arten in Betracht: A.sarcoides oder A.cylichnium oder beide am gleichen Stamm.

    Ich habe den großen Fruchtkörper aus Bild 3 am Stielchen abgeschnitten und zum Mikroskopieren mitgenommen.


    Zuhause angekommen, fiel mit beim Öffnen der Dose gleich ein intensiv süßlicher, nicht unangenehmer Duft auf, der eindeutig von diesem einen kleinen Fruchtkörper verströmt wird.

    Nun wird der Durft beider Ascocorgynearten als eher unbedeudent beschrieben, was mich irritiert.

    Der Geruch ist so intensiv, dass ich erwarten würde, dass er in den Bestimmungsbüchern /-seiten erwähnt werden müsste!

    Ich empfinde den Duft als geradezu aufdringlich, meine Frau als unangenehm!


    Im Mikroskop finde ich 8-sporige Asci mit Operculum (amyloid, I+).

    Bild 5 Ascus in verdünntem Lugol


    Bild 6 Sporen mit vielen kleinen Tröpfchen (verdünntes Kongorot), manchmal ein größeres Tröpchen darunter


    Bild 7 Sporen teils septiert


    Bild 8 Übersicht


    Ich denke, der Fruchtkörper würde besser zu A.cylichnium passen (sehr morsches Holz als Substrat, keine anamorphe Fruchtkörperbildungen, Sporen mit vielen kleinen Öltröpfchen, ..).

    Was mich stört ist dieser Geruch! Kennt den jemand?


    LG, Martin

    Hallo,


    ich bin ja auch Neuling und hätte da eine Frage zum Thema: mWn besitzt G.carnosum einen seitilchen Stiel. Gibt es Fälle, dass der Stiel im Substrat bleibt oder mal nicht ausgebildet wird?


    Ich hielt das für ein auffälliges Merkmal, dessen Fehlen Schupfi bei der Anfrage erwähnt. Da hier bislang niemand darauf eingeht, wollte ich gerne nachfragen.


    LG, Martin

    Hallo Steve,


    Water will evaporate out, Diffusion is just a matter of time...

    But anyway you propably can't open the dish slowly enough, without creating turbulances, transporting spores inside.

    Surely won't work. Sorry, silly idea of me.


    Best regards, Martin

    Hallo Wolfgang,


    An Clavulinopsis corniculata hatte ich auch schon gedacht, aber die sollen laut Buch Schnallen haben und ich hatte keine entdeckt.

    Ich hatte wirklich Schnallen gesucht und wollte sie sogar finden!

    Ich erkenne sie sogar jetzt nicht in Bild 11.

    Vielleicht könntest du sie, wenn's nicht zuviel verlangt ist, markieren? :ghilfe:


    Die doppelkernigen Pilze können also gelegentlich einen Kern verlieren? Eieiei! Hatte ich nicht gewusst, vielen Dank!


    LG, Martin


    Vgl. Bild 11 oben: Ist (sind) das die erwähnte(n) Schnalle(n)?

    Hi Steve,


    Firts of all, I haven't done this before, but why don't you turn yout dish upside-down, remove the cover and dry it like this?

    Contaminating spores won't move upwards, I think.


    Regards, Martin

    Hallo, liebe Pilz-Gemeinde!


    Beim heutigen Spaziergang über den Heilbronner Friedhof stieß ich auf kleine, schwach verzweigte, gelbe Korallen in der Wiese zwischen Laubbäumen.

    Bild 1 Fundort rot umkringelt


    Bild 2 Was Gelbes am Boden!


    Bild 3


    Bild 4


    Bild 5


    Ein Gummi-Ärmchen habe ich mitgenommen und zuhause ein Fingerlein davon fürs Mikroskop quergeschnitten.


    Mir scheint, die Basidien trügen nur zwei kugelrunde, dickwandige Sporen.

    Schnallen sehe ich keine.

    Ich könnte mir vom Habitus und der Fundzeit her Calocera cf. viscosa vorstellen, hier vor mir zu haben, aber die sollen "curved spores" besitzen.

    Fehlende Schnallen und die stimmgabelförmigen Basidien würden ja passen.

    Sie sollen auf vergrabenem Nadelholz wachsen. Davon wächst ja genug in unmittelbarer Nähe, danach gegraben habe ich allerdings nicht.

    Bild 6


    Probe in verdünntem Kongorot:

    Bild 7


    Bild 8


    Bild 9


    Bild 10


    Bild 11


    Bin ich mit meiner Bestimmungsversuch auf der richtigen Fährte?


    PS: Wenn ich die Mikroskopbilder richtig interprätiere, sind die Sporen im Gegensatz zu den Hyphen sehr dickwandig.

    Warum sehe ich nirgends keinen Keimporus?


    LG, Martin

    Tja, das hätte ich eigentlich vorher gründlich lesen sollen:

    Deine Fundstelle war ein Erlenbruch im "mittelfängischen" Karpfenland!


    Interessant: Mein Fund war in Bachnähe auch an Erle (eher sauere Borke). Als nicht ganz unähnliche Fundsituation: Keuperland im süddt. Schichtstufenland; hier Neckar, dort Regnitz/Pegnitz/Rezart und eher flach-hügelig - und trotzdem gibt's also bei Nürnberg so viele davon!

    Da werd ich ganz neidisch!


    LG, Martin

    Hallo Ingo!


    Ob die Flechte selten ist oder nicht, hängt davon ab, in welcher Gegend du den Ast gefunden hast! :gzwinkern:


    Ich denke, auf deinem Ast haben wir ziemlich sicher Platismatia glauca, die Blaugraue Tartschenflechte, vor uns (Bild 1 Mitte und rechts, Bild 2-3 flächig).

    In den kühlen Bergen soll es davon Massenvorkommen geben!

    Ich konnte erst vor knapp einer Woche ein Exemplar - mein allererstes - hier am Neckar nach langer Suche (> halbes Jahr) finden, und von Patrick im Forum bestätigt bekommen (Platismatia glauca).

    Ganz links in Bild 1 ist noch eine weitere, knitterige, graue Balttflechte zu erkennen, die unter der grünlich/grauen P.glauca mit der braunen Unterseite hervorlugt.

    Hierbei handelt es sich wohl um die sehr häufige Art (zumindest bei mir hier) Parmalia sulcata, die Furchen-Schüsselflechte.


    Hübsches Ding jedenfalls, diese P.glauca - und SO viele auf einem Ast!


    LG, Martin


    Danke, dass du meine Neugierde gestillt hast!

    Für Flechten interessieren sich - selbst hier im Pilzforum - erstaunlich wenige Leute.

    Ich hab' keine Ahnung warum.


    Tartschen waren mittelalterliche Schilder, die ursprünglich randliche Vorrichtungen besaßen, um die gegnerische Waffe zu fangen und einzuklemmen oder gar zu brechen.

    Dadurch war die Schildform, denke ich, etwas verschnörkselt und deshalb hat man die Bezeichnung auf diese kraus-schörkeligen Flechten übertragen. :gidee: