Beiträge von huehnchen69

    Hallo Thomas,

    Hatte man den Pilz zweidreimal in der Hand, erkennt man ihn in der Regel schon von Weitem und sicher.

    Ich stimme dir zwar zu, aber ein bisschen Vorsicht sollte man meines Erachtens schon walten lassen.


    Bei einer meiner Fundstellen wachsen regelmäßig Schopftintlinge und Faltentintlinge (für Paz_Asbach : Die sind mit Alkohol giftig, man sollte drei Tage vor bis drei Tage nach der Pilzmahlzeit keinen Alkohol konsumieren) munter durcheinander.



    Wenn die Hüte erstmal voll draußen sind, kann man die ganz gut unterscheiden. Aber wenn sie noch ganz jung sind, so wie man sie gerne ernten möchte, wenn man noch praktisch nichts vom Stiel sieht, ist das schon etwas schwieriger. Dann sind die Schuppen beim Schopftintling und die glatte radial-faltige Struktur beim Faltentintling noch nicht so markant. Geht schon, wenn man damit rechnet. Aber wenn man nur ein bisschen nachlässig alles einsammelt, was ähnlich aussieht, könnte man schnell einen Faltentintling mit einsacken.


    Beste Grüße

    Sabine

    Kann ich nicht sagen, ich habe die Prüfung ja noch nicht gemacht. Aber was ist deiner Meinung nach der Pilzcoach? IMHO ist das nichts anderes als ein abgespeckter PSV mit ein paar Bastelinhalten, ganz salopp formuliert. Ein Pilzcoach darf doch durchaus auch mit einer Gruppe in den Wald gehen, ist halt nur in der Auswahl der Pilzarten beschränkt.

    Ich sehe es so, dass beim Pilzcoach die Schwerpunkte andere sind.


    Das, was du despektierlich "abgespeckter PSV mit Bastelinhalten" nennst ist für mich eine Möglichkeit, Freude an und mit Pilzen auf ganz verschiedene Arten zu vermitteln. Dem Pilz als Lebewesen mit seinen Aufgaben im Ökosystem, den verschiedenen Möglichkeiten, sich Pilzen mit allen Sinnen zu nähern.


    Dafür ist natürlich auch ein bisschen Artenkenntnis usw. wichtig.


    Ich bin zwar selbst kein Pilzcoach, aber da ich mir die meisten Inhalte, die dort vermittelt werden, selber angeeignet habe, als es diese Ausbildung noch nicht gab, weiß ich, wie viel Freude es (zumindest mir) macht, mit Pilzen zu färben, Papier herzustellen, Pilzmyzel beim Wachsen zuzuschauen, Pilze zu plastinieren, und vieles mehr. Deshalb finde ich es toll, dass es jetzt diesen Ausbildungsweg gibt und mehr Leute (insbesondere auch Kinder) so ihren Weg zu den Pilzen finden.


    Aber wenn du Pilzcoach als den vermeintlich leichten Einstieg zum PSV betrachtest und die Bastelinhalte als sinnloses Beiwerk betrachtest, ist das wohl nichts für dich.

    Hallo Oliver,


    bei vielem, was du schreibst, sehe ich das ähnlich, insbesondere dass PSV-Termine oft schnell ausgebucht und/oder am anderen Ende Deutschlands sind (ich persönlich finde es zwar immer schön, für einen Pilzkurs woanders hinzufahren, aber ich verstehe gut, dass das für andere aus familiären, beruflichen und/oder finanziellen Gründen nicht der Hit ist). Ich weiß aber keine Lösung, denn auch wenn mir der Überblick fehlt, hatte ich nicht das Gefühl, dass es viele Anwärter*innen für eine PSV-Prüfungstätigkeit gäbe.

    Ferner denke ich, dass womöglich ein "abgespeckter" PSV Sinn machen würde, um der Nachfrage gerecht zu werden und das Feld nicht anderen Anbietern zu überlassen.

    Da bin ich persönlich skeptisch. Zumindest in meinen Augen werden keine aberwitzigen Inhalte bei der Prüfung abgefragt, sondern mir scheinen die Inhalte angemessen für die verantwortungsvolle Aufgabe, für die man sich durch die bestandene Prüfung qualifiziert.


    Andere haben auch da bestimmt einen besseren Überblick, aber mir fällt ehrlichgesagt nichts ein, das man so signifikant und noch irgendwie sinnvoll abspecken könnte, dass Leute dann sagen: PSV ist mir zu schwer/umfangreich, aber Mini-PSV traue ich mir zu.


    Beste Grüße

    Sabine

    Wie die Raube des Weidenbohrers riecht, weiß ich natürlich nicht.

    Jetzt schon 🤣. Wenn du mal eine findest, kannst du sie am Geruch erkennen. Darauf hoffe ich bisher vergeblich.


    Und ich teile die Erfahrung: Nicht immer riechen die Fruchtkörper unmittelbar penetrant danach - aber die Finger nach dem Anfassen trotzdem.


    Beste Grüße

    Sabine

    auch der Parasol sieht jung, komplett anders aus. Ich frage mich wie man hier auch nur Ansatzweise zum Parasol kommt? =O

    Die jeweiligen ganz jungen, noch geschlossenen Hüte finde ich jetzt nicht sooo absurd weit weg.


    Ich hatte mal einen Giftnotruf von einer Person, die Nebelkappe als Ziegenlippe gegessen hat. Das fand ich weit weg.


    Beste Grüße

    Sabine

    Was mich in dem Zusammenhang interessieren würde: Gab es in dem Zusammenhang (also Kind ist einen Pilz vom Boden) tatsächlich schon relevante Vergiftungsfälle?

    Bei der DGfM-Tagung in Blaubeuren gab es eine PSV/GIZ-Sitzung, bei der ich mir notiert hatte: "86 % der Kinder-"Vergiftungen" sind folgenlos" und "2 schwere Fälle". Ich denke wegen der Vortragenden, die Zahlen bezogen sich auf Bayern.in 2020.


    Und bei einer Fortbildung Pilzgifte im Rechts der Isar in 2015 berichtete eine Vortragende von Tox Info Suisse, dass 7 % der Kinder mittelschwere und weitere 10 % leichte Symptome hätten.


    In beiden Fällen bezog sich das mit den "Kinder-Vergiftungen" darauf, dass die Kinder selber irgendwelche Pilze pflücken und essen, nicht auf Vergiftungen bei der Familienmahlzeit.


    Beste Grüße

    Sabine

    Digitalpilz, über die Unsinnigkeit der getroffenen Maßnahmen, die über das Absammeln hinausgehen, sind wir uns einig, wie du mühelos meinem ersten Posting entnehmen kannst.


    Aber Elterntaxis, eine Forderung nach einem verpflichtenden Elternkurs oder die Unterstellung, Eltern (oder, seien wir mal ehrlich: gemeint sind damit eigentlich Mütter) bräuchten ja nur ordentlich auf ihre Kinder aufzupassen bzw. sie anständig zu erziehen, dann gäbe es das Problem nicht (als wäre es ein neues Phänomen, das es erst gibt, seit nicht mehr mit dem Rohrstock "erzogen" wird, dass kleine Kinder sich alles Mögliche in den Mund stecken) - das geht alles am Thema vorbei und gehört aus meiner Sicht in die Kategorie: "Was ich schon immer über Eltern, über die ich dauernd schlimme Dinge lese, loswerden wollte". Und das ist das, was ich als Eltern-Bashing bezeichne.


    Beste Grüße

    Sabine

    Ich habe mal den Tipp gelesen: Wenn man keine Idee zur Gattung hat, ist es ein Seifenritterling g:D


    Da ich den Seifenritterling nicht sonderlich gut kenne (erst 2x gefunden und da zuerst am Geruch erkannt), weiß ich nicht, ob das hier einer sein kann. Aber witzig, dass mir bei deinem Titel sofort der Seifenritterling einfiel, und dann gehen die ersten Tipps tatsächlich immerhin in Richtung Ritterling :gfreuen:


    Beste Grüße

    Sabine


    Nachtrag: Und wenn ich deinen Beitrag vollständig gelesen hätte, hätte ich auch mitbekommen, dass du den Seifenritterling auch schon ins Spiel gebracht hattest - weil er danach aussieht, oder weil du den Tipp auch kennst?

    Hallo zusammen,


    mir ist ehrlichgesagt immer noch total unklar, wie es hier von einem Zeitungsartikel, der thematisiert, dass die Stadt im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht sicherstellen möchte, dass sich auf den von ihr betriebenen Spielplätzen kein Kind an Giftpilzen vergiftet (dass die Maßnahmen dafür zumindest teilweise ungeeignet sind, sei mal dahingestellt) in eine Richtung entgleisen konnte, wo Eltern unterstellt wird, alles dafür tun zu wollen, dass sie bloß nicht auf ihre Kinder aufpassen müssen, dass sie den Kindern nicht beibrächten, nicht alles in den Mund zu stecken, und sowieso immer nur mit dem Auto die Kinder spazieren fahren.


    In dem Zeitungsartikel wurden überhaupt keine Eltern erwähnt.


    Ich habe ja regelmäßig Vergiftungs-Verdachtsfälle von kleinen Kindern, meistens mit Pilzen aus dem Garten, und noch nicht ein Elternteil hat gefragt, wie man denn die Pilze im Garten dauerhaft loswerden könne (wobei die Mutter, die einen amanitinhaltingen Schirmling in ihrer Zimmerpalme hatte, diese tatsächlich komplett entsorgt hat).


    Die einzigen beiden Personen, der mich je um Rat gefragt haben, wie man Pilze loswerden kann, waren (unahbhängig voneinander) ein Mann und eine Frau, jeweils zwischen 55 und 60, die ein großes Pilzvorkommen auf ihrem Rasen unästhetisch fanden. Aber deshalb fange ich doch nicht an, Boomer-Bashing zu betreiben, indem ich unterstelle, dass die ja alle ihre Rasenflächen mit Roundup sauberhalten.


    Ein bisschen mehr Leben und Lebenlassen fände ich fein.


    Beste Grüße

    Sabine

    Um Himmels Willen - wer hat die Stadt Münster denn da beraten?


    Dass die Fruchtkörper abgesammelt werden, kann ich ja noch nachvollziehen. Von mir aus auch eine temporäre Sperre (auch wenn es bei uns in der Gegend beispielsweise erstaunlich viele Kindergärten und Spielplätze gibt, die Eiben(hecken) haben, vornehmlich ältere - ich denke, bei neu angelegten Kindergärten/Spielplätzen wird das vermieden).


    Sand fräsen - schon mal fragwürdig, aber vielleicht werden tatsächlich ein paar Knolli-Babys geschreddert und damit am Schlüpfen gehindert. In Kombination mit dem Sperren scheint mir das trotzdem sinnlos. Aber Sand austauschen? Wer hat sich denn das ausgedacht? :gomg:


    Könnten sie nicht jemanden mit Ahnung fragen?


    Bei dieser Inkompetenz ist natürlich auch fraglich, um was für einen Pilz es sich tatsächlich gehandelt hat. Aber in den Medien werden ja regelmäßig falsche Fotos verwendet, selbst dann, wenn über eine tatsächliche Vergiftung mit dem Grünen Knolli berichtet wird.


    Beste Grüße

    Sabine

    Vielleicht eine Reifpilz-Ruine? Der Ring ist schon sehr markant ...

    Nein, ein Reifpilz nun wirklich nicht.


    Ich wäre da bei einem Gürtelfuß. Mich erinnert er an einen Geranien-Gürtelfuß, aber ohne mehr Details (z. B. Geruch) dürfte das beim Raten bleiben (zumindest was mich betrifft).


    Beste Grüße

    Sabine

    Hallo zusammen,


    gestern fand ich auf einem Magerrasen eine schwarze Erdzunge und ein weißes Keulchen.


    Dass es bei weißen Keulchen ein paar Kandidaten gibt, wusste ich, aber dass auch bei schwarzen Erdzungen die Vielfalt so groß ist, war mir vorher nicht klar - das ist meine erste.


    Ich habe hier im Forum einen Link gefunden zu einem "Aardtongen"-Artikel. Ist der geeignet für eine Bestimmung von Erdzungen in einer bayerischen Heidelandschaft, oder wisst ihr etwas Geeigneteres? Wisst ihr auch etwas, das mir bei der Bestimmung des weißen Keulchens helfen kann?



    Danke schon mal und beste Grüße

    Sabine

    Hallo Albus,


    ich persönlich halte das vorgeschlagene Vorgehen für nicht sonderlich sinnvoll. Gelegentlich mache ich das mit dem "Fruchtkörper abspor-geeignet platzieren" trotzdem, wenn ich einen in der Gegend seltenen Fruchtkörper für andere Zwecke entnommen habe, den ich dann doch nicht brauchen kann (in letzter Zeit kommt das gar nicht mehr vor, weil ich den Fruchtkörper dann zumindest für meine Ausstellung noch nutzen kann ;)). Denn dann habe ich dem Pilz durch meine vorzeitige Ernte ein bisschen Abspor-Potenzial genommen und gleiche das dann dadurch aus, dass ich den Weitertransport der noch anfallenden Sporen ein bisschen begünstige.


    Aber meinen Informationen zufolge liegt es normalerweise nicht daran, dass irgendwo nicht genügend Sporen einer Art rumschwirren, wenn sich eine Pilzart an einer Stelle, die einem geeignet scheint, nicht von selbst ansiedelt.


    Ich hatte mal vor Ewigkeiten in einem Kurs von einem Experiment gehört (konnte aber die dazugehörige Veröffentlichung nicht finden - wenn jemand die kennt, wäre ich für einen Link dankbar; das ist jetzt aus der Erinnerung), bei dem irgendwo in der Stadt auf einem Flachdach gezüchtete Einkern-Myzelien für Umgebungsluft zugänglich platziert wurden. Die Myzelien waren von ganz verschiedenen Arten: gängige und seltene, solche, von denen bekannt war, dass sie in der Umgebung der Stadt vorkamen und andere. Und nach einem Jahr waren alle von einem Einkern-Myzel zu einem Zweikern-Myzel geworden. Also kamen für alle Test-Myzelien passende Sporen in der Stadtluft vor.


    Eine scheinbar geeignete Stelle wird den Ansprüchen der angepeilten Art eben doch nicht so gut passen. Vielleicht weil sich dort schon eine andere Art so angesiedelt hat, dass für einen weiteren Pilz kein Platz ist. Oder weil der Boden doch nicht feucht/alkalisch/sauer/wasserdurchlässig/lehmig/sonstwas genug ist.


    Ein zusätzlicher Aspekt, der mir dabei wichtig ist: Selbst wenn es funktionieren würde, würde ich ungern durch meine Auswahl beeinflussen wollen, welche Pilzarten sich ansiedeln. Wie gesagt, bei lokal seltenen Arten habe ich das schon mal gemacht, und z. B. wenn man eine Trüffelplantage betreibt, finde ich das sinnvoll (ich hatte z. B. die Eschen, die ich im Garten in Töpfen habe, mit meinen Speisemorchel-Putzresten beglückt, bislang ohne sichtbaren Erfolg).


    Aber mal angenommen, das mit den Täublingen würde funktionieren, und durch den künstlichen Eintrag zusätzlicher Täublingssporen würde ich Täublinge in einem Waldstück ansiedeln, wo diese sich nicht spontan angesiedelt hätten. Das Auswahlkriterium wäre dann: Von Täublingen weiß ich, wie sie absporen, deshalb nehme ich die. Ich halte die üblichen Auswahlmechanismen, die auf die Pilzansiedlung einwirken, für geeignet(er), den passenden Platz für den richtigen Pilz zu finden. Gezielt Fruchtkörper zu entnehmen, um sie dann irgendwo zum Absporen hinzubringen, halte ich aus diesem und den anderen oben beschriebenen Gründen nicht für sinnvoll.


    My two cents zum Thema ;)


    Beste Grüße

    Sabine