Oh, ja, hier:
Sieht mir auch eher nach Lepra albescens aus, L. amara würde ich auch nicht ausschließen. Die können sich mal auf Holz verirren.
Grüße
Patrick
Oh, ja, hier:
Sieht mir auch eher nach Lepra albescens aus, L. amara würde ich auch nicht ausschließen. Die können sich mal auf Holz verirren.
Grüße
Patrick
Hi
Ich wäre mit meiner Einschätzung auch bei Martin. Baeomyces carneus enthält Norstictin. Den Tests darf kann man halbwegs zuverlässig im Mikroskop durchführen: Ein sehr kleines Stückchen vom Mark, am besten per sehr dünnem Schnitt mit der Rasierklinge auf den Objektträger mit kleinem Wassertropfen bringen, Deckglas drauf und anschließend an den Rand vom Deckglas einen kleinen Tropfen KOH aufbringen. Bei 400facher Vergrößerung bilden sich nach ca. 30 Sekunden orangerote, nadelförmige Kristalle. Wenn die vorhandenen sind, kann von der Anwesenheit von Norstictin ausgegangen werden; wenn nicht, dann eher nicht bzw. bei nur rötlicher Färbung der Lösung kann der Stoff zumindest noch in Spuren vorhanden sein. Bei Baeomyces carneus sollten aber Nadelkristalle entstehen.
Das könnte hier nochmal getestet werden.
Sonnige Grüße
Patrick
Hallo Ernst
Ja, Cladonia pleurota. Die feinmehligen, becherförmigen Podethien sind ein gutes Merkmal. Die Reaktionen und der Standort passen auch.
Grüße
Patrick
Hallo Bernd,
ja, Chaenotheca xyloxena war auch mein erster Gedanke. Das sieht zumindest sehr danach aus. So langsam füllt sich Deine Sammlung ja...
Grüße,
Patrick
Hallo Ernst
Ok, die neuen Bilder sind dann eindeutig: Peltigera praetextata kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden und die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Peltigera neckeri handelt geht für mich gegen 100 %. Die angesprochenen Isidien sind - soweit für mich sichtbar - kleine, sich bildende Lagerläppchen, was völlig normal ist (die Flechten möchte ja gerne größer werden...).
Peltigera praetextata hätte am Rand eine fast weiße Unterseite mit dort weißlichen Rhizinien. Die Lagerlappen wären keineswegs so derb, sondern viel dünner und flexibler. Die Lappenränder wären wie bei P. canina abwärts gebogen. Die Oberseite wäre nicht ledrig glatt mit Rissen, sondern etwas uneben, "eingedellt" wirkend und ohne Risse. Und es gäbe halt die für die Art typischen Isidiengruppen. Und der Standort passt ebenfalls so gar nicht zu P. praetextata. Schau Dir mal Bilder z.B. bei den Holländern an:
NDFF Verspreidingsatlas | Peltigera praetextata - Ruig leermos
Sonnige Grüße
Patrick
Hallo Ernst
Das sind zwei verschiedene Arten. Die schwarzen Apothecien gehören nicht zu den weißlichen Podethien; möglicherweise was in Richtung Lecidea, Porpidia oder Rhizocarpon - ohne Mikroskopie wohl so nicht von Weitem bestimmbar. Die mutmaßliche Stereocaulon hielte ich aufgrund der Gestalt in Bild Nr. 3 mit dem koralloiden Wuchs und der Soredien (sieht für mich auf den Bildern zumindest so aus...) für Stereocaulon nanodes. Aber so richtig aussagekräftig sind die Bilder nicht. Andere Arten der Gattung würde ich aber eigentlich ausschließen. Martin hatte vor einiger Zeit mal Bilder von Stereocaulon condensatum gepostet. Müsste über die Suchfunktion zu finden sein.
Flechtengrüße
Patrick
Hallo Ernst
Dann lehne ich mich mal etwas weiter aus dem Fenster und würde für die Nr. 1 bei den gezeigten Bildern Peltigera praetextata ausschließen. Wo sind die Isidien? Warum ist der Thallus so ledrig/derb und rissig? Warum ist die Unterseite im frischen Zustand so beige (und nicht heller) und hat nicht zahlreiche Rhizinen bis zum Rand?
Und zur Nr. 3: Das passt habituell schon wunderbar zu Peltigera didactyla; die Art kann auch etwas größer werden und bleibt nicht immer klein und zart - und auch die Sorale verschwinden im Alter, wenn die Apothecien kommen. Und die Form der Apothecien ist bei Peltigera horizontalis, venosa und hymenina sehr charakteristisch - bei den meisten übrigen Arten würde ich ihnen erstmal keine bestimmungsrelevante Bedeutung beimessen.
Wenn es von Interesse ist, schaue ich mir Belege der Funde gerne an. Dann könnte ich mehr sagen bzw. meine Hypothesen untermauern oder aber revidieren.
Grüße aus dem Norden
Patrick
Hi zusammen
Die Bilder zeigen ja nicht alles, aber das was ich sehe, wäre für mich bei Bild 3 habituell doch eher Peltigera didactyla/extenuata, aber auch wegen des Standortes. Bild 1 und 2: Hier sehe auch ich keinen großen Unterschied und wäre aufgrund der recht derben, ledrigen, dunklen Lagerlappen mit den vielen Rissen sowie der dunklen Unterseite mit den einzelnen hellen Flecken eher bei Peltigera neckeri.
Nur mal so als alternative Arbeitshypothese....
Grüße
Patrick
Hallo Bernd
Ja, Vulpicida pinastri, bei uns in Norddeutschland sehr selten. Die braunen Knubbelchen könnten die Überbleibsel (Sklerotien) von Athalia arachnoidea sein, einem weit verbreiteten und häufigen Parasiten auf allerlei Flechten.
Grüße
Patrick
Hallo Bernd
Auch sehr schick! Sclerophora amabilis haben wir in Schleswig-Holstein auch an 4 oder 5 Orten gefunden. Auch aus Hamburg gibt es Nachweise. Möglicherweise ist die Art etwas in Ausbreitung begriffen, was man für die anderen Arten der Gattung ja nicht behaupten kann.
Grüße
Patrick
Hallo Bernd
Ja, sehr schön! Microcalicium disseminatum, passt. Bei uns gibt's die auch, aber die scheint zumindest hier wirklich selten zu sein.
Grüße
Patrick
Hallo Bernd
Nun aber: Wenn wirklich ohne Bereifung, dann sollte das wirklich Chaenotheca brunneola sein. Zumeist kommt sie ohne deutlichen Thallus vor aber ich hatte sie auch schon mit deutlichem Thallus gefunden - dann ähnelt sie einer unbereiften Ch. trichialis, hat jedoch einen anderen Algenpartner.
Dann hast ja bald die meisten Stecknadeln durch...
Hast Du den ersten Band der Nordic Lichen Flora verfügbar? Der bearbeitet ja die Stecknadeln...
Grüße
Patrick
Hallo Bernd
Yep, da wäre ich wegen der deutlichen Bereifung auch bei Ch. xyloxena.
Grüße
Patrick
Hi
Ja, das offensichtliche Fehlen von Stichococcus macht mich auch etwas ratlos. Mein erster Gedanke beim Betrachten der Bilder war auch Ch. trichialis. Aber mit den chlorococcoiden Algen? Da muss ich mal Nachdenken oder rumblättern...
Grüße
Patrick
Hallo Bernd
Spannend! Das Septum ist ja schon sehr deutlich, sodass hier eigentlich nicht Chaenothecopsis pusilla s.str. vorliegen sollte. Ist das Septum in H2O, also ohne Zugabe von KOH, auch derart deutlich sichtbar? Da wäre schon die Frage, ob eine Farbreaktion mit Salpetersäure (N) einsetzt und dann evtl. wirklich Ch. debilis vorliegen könnte. Ansonsten wäre mal auf Ch. tasmanica oder Ch. nigra zu prüfen. Von wo stammt der Fund (Deutschland?)?
Grüße
Patrick
Hallo Bernd
Ja,volle Zustimmung. Die Stecknadeln sind schwarz, jedoch auf der Unterseite der Köpchen braun gefärbt. Da Calicium viride aufgrund des fehlenden grünen Thallus ausgeschlossen werden kann, bleibt nur C. salicinum übrig.
Grüße
Patrick
Hi
Ich würde mich schon trauen, als wahrscheinlichste Art Cladonia caespiticia zu nennen. Der Standort ist absolut klassisch und auch der Habitus passt. Recht fein und regelmäßig zerschlitzte bzw. eingeschnittene Grundschuppen sowie das Fehlen von Podethien sprechen schon für die Art. Klar besteht immer noch eine Chance, dass es sich um einander Art handelt aber die Merkmalskombi ist wirklich typisch.
Bei den ganzen Hinweisen, dass man ohne Betüpfeln, ohne TLC oder gar ohne Sequenzierung doch nichts genaues zur Art sagen kann, muss man sich eines vielleicht klar machen: Eine Bestimmung - sei es per Bild, Betrachtung im Gelände, Mikroskopie oder wie auch immer - ist stets nur eine Arbeitshypothese, die bei zusätzlichem Kenntnisgewinn auch widerlegt werden kann. Die Ansprache von Arten ist keine exakte Naturwissenschaft. Daher spricht m.E. nichts dagegen, ruhig einen Namen zu nennen, sofern die vorhandenen Informationen eben für diesen sprechen. Man sollte dann aber die zugrundeliegenden Informationen festhalten, z.B. auf der Herbarkapsel, damit später nachvollziehbar ist, weshalb die jeweilige Entscheidung getroffen worden ist.
Sonnige Grüße
Patrick
Ja, ich melde mich...
Für mich eindeutig Chaenotheca brachypoda. Wenn im Mikroskop chlorococcoide Algen zu sehen sind, dann sollte es sich hierbei um freilebende Algen handeln und nicht um den Photobionten der Flechte (deren schwach entwickelter Thallus auch im Holz versteckt sein sollte). Aber auf die Algen würde ich hier gar nicht gucken, da die Art makroskopisch schon gut ansprechbar ist. Das Heranziehen von Algen bei Flechten ohne deutlichen Thallus führt oft zur Verwirrung, da aufgrund der flächendeckenden Eutrophierung der Landschaft freilebende Grünalgen allgegenwärtig sind und damit quasi die untersuchten Proben kontaminieren.
Kurzum: Ich würde hier alles auf Ch. brachypoda setzen....
Grüße
Patrick
Hallo Bernd,
ich wäre hier, insbesondere wegen der tlw. rundlichen, tlw. elliptischen Sporen, bei Chaenotheca chlorella. Die gezeigten Algen sollten entsprechend nicht zur gezeigten Flechte gehören. Chaenotheca chlorella ist ausgesprochen vielgestaltig, was den Thallus angeht - aber die Sporen sind hier m.E. recht deutlich.
Grüße
Patrick
Hallo Bernd
Zustimmung, ich sehe hier auch Chaenotheca chlorella.
Grüße
Patrick
Hallo Bernd,
ja, einen Einwand möchte ich anmelden: In dem 4. Bild, ziemlich genau in der Bildmitte, kann man die Unterseite eines der Köpfchen erahnen und sieht hier eine, wenn auch schwache, weiße Bereifung. Diese, zusammen mit dem doch hier und da deutlich erkennbaren Thallus, lässt mich hier per Ferndiagnose eher an Chaenotheca trichialis denken. Die Chaenotheca brunneola ist zumeist gänzlich ohne Thallus und auf der Unterseite der Köpfchen stets unbereift. Gerne weist sie zudem immer mal wieder ein paar verzweigte "Stiele" auf.
Grüße aus dem Norden
Patrick
Hi Martin
Hier sehe ich auch Cladonia polydactyla.
Grüße
Patrick
Hallo Martin
Andere Theorie: Wegen der deutlich entwickelten, innen berandeten Becher sowie der unterseits gel-orange-gefleckten Grundschuppen wäre ich hier eigentlich recht schnell bei Cladonia digitata... Alles ist weitgehend sorediös, nur die Becherinnenseite ist schön glatt berindet und frei von Soredien.
Oder?
Grüße
Patrick
Hi Martin, hi Peter
Zu Frage 2: Ja, schwierig. Bild 1 könnte habituell auch in Richtung C. flavescens gehen, nur passen dann die gezeigten Sporen nicht wirklich hierzu. Sind womöglich Bilder vertauscht und die rhomboiden Sporen gehören zu Bild 1 (und andersrum)?
Zu Frage 1: Anmerkung vorweg: C. flavescens ist im norddeutschen Raum keineswegs häufig. In Schleswig-Holstein z.B. beschränken sich die uns bekannten Vorkommen nahezu allesamt auf alte Kirchen und Kirchhofsmauern/Friedhofsmauern. An "einfachen" schnöden Mörtelmauern im normalen urbanen Raum kommt sie bei uns quasi gar nicht vor. Daher beinhaltet meine Mutmaßung auch einen Mix aus eigener Erfahrung und Wahrscheinlichkeit.
C. pusilla wächst rosettig, ja – sofern die Thalli sich solitär wachsen. Wachsen sie eng beieinander, so entsteht gerne das reichliche Durcheinander wie eben auf Bild 6–8 zu sehen. Die typischen placodioiden Thallusränder muss man dann manchmal wirklich suchen und kommt evtl. auch auf den Gedanken, dass es sich hier um andere Arten handeln könnte, die keine solchen placodioiden Ränder aufweisen (z.B. Caloplaca ruderum). Aber in den gezeigten Bildern sind ja hier und da noch die entsprechenden Ränder erkennbar.
Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich gar nicht weiß, ob wirklich Caloplaca saxicola im norddeutschen Raum vertreten ist. Es gab, so meine ich mich zu erinnern, genetische Untersuchungen vermeintlicher C. saxicola - Kandidaten mit dem Ergebnis, dass keine einzige echte C. saxicola dabeigewesen ist. Die auf Kalk (Beton/Mörtel) wachsenden sind wohl zumeist C. pusillum zuzuordnen; die auf Silikat sind wohl C. arnoldii (ssp. obliterata). Natürlich sind nicht alle Individuen durchgecheckt worden aber das Ergebnis war wohl schon recht deutlich. Und auch die Angaben bei Italic scheinen dies zu bestätigen; zumindest findet sich dort der Hinweis, dass zumindest ein großer Teil der als C. saxicola angesprochenen Funde tatsächlich wohl zu C. pusilla gehört.
Aber ja: Die gelben Caloplacen sind schwierig und eine Fernansprache per Bild ist hier mit deutlich mehr Unsicherheit behaftet als dies bei manch anderen Gattungen der Fall ist. Meine Hinweise sind entsprechend eher sowas wie ein Serviervorschlag...
Ach: Dein Bild A1 hielte ich auch für C. pusilla
Grüße
Patrick
Moin Peter
Dasa Substrat ist dann doch eher ungewöhnlich und mir fehlt auch die korraloide Struktur. Aber die mikroskopischen Aufnahmen lassen dann ja doch die Papillen und die passenden Merkmale der Ascosporen erkennen.
Ich hätte hier sehr gut und typisch entwickeltes Material, auch mit reichlich Fruchtkörpern liegen und könnte Dir (und auch Dir, Martin) bei Interesse was zukommen lassen.
Sonnige Grüße
Patrick