Beiträge von erebus
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Mir wurde vor 2 Jahren gesagt, der kupferrote parasitiere an einem andren Pilzmyzel (ähnlich dem Rosenroten Schmierling am Kuhröhrling) Habe es leider vergessen. Kann mir jemand was dazu sagen?
In der Nachbarschaft dieser Kupferroten wächst alles Mögliche (Steinpilze, Fliegenpilze, Reizker....)
Kiefernmischwald.
LGHallo Heinzelmännchen,
vermutlich beziehst Du dich auf das, was in >diesem Beitrag< erörtert wurde. Allerdings ist das ja nur vermutet und unbewiesen...
LG, Uli -
Guten Morgen,letzte Woche stieß ich diesen wunderschönen Pilz. Zu Hause wühlte ich mich durch meine Bestimmungsbücher und entdeckte im Parays den gefürchteten Hausschwamm, der sehr ähnlich aussieht. Kann das sein? Ist der nicht nur in Häusern? Leider habe ich mir nicht genau angesehen, auf welchem Holz er wuchs (war moosbedeckt). Vielleicht war da Bauholz vergraben. Oder kommt er auch auf gewachsenen Hölzern vor?
Viele Grüße
Erika
das wird wohl Merulius tremellosus sein, der Gallertfleischige Fältling.
LG, Uli
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... Ich selber hab noch nicht das Glück gehabt ihn zu finden. Sonst könnte ich Dir auch ein Bild einstellen.Liebe Grüße
Heidi
dann mache ich das mal, denn ich hatte das Glück
LG, Uli
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Hallo Christoph-
so schön war's dann doch nicht, dem Feuerfarbenen folge ich aber zu gegebener Zeit. Du siehst, ich schlage mich mit trivialeren Dingern herum. Hoffe nur, dass dieses Jahr noch ein paar schöne Funde anstehen.
Hallo Ingo,
danke für die Bestätigung. Ich hatte in der Tat noch nie einen Hallimasch von unten betrachtet. Nachdem mir dieser so dunkel und unterseitig wie ein tränenloser Saumpilz vorkam, drehte ich umso mehr herum, fand aber stets recht helle Lamellen, höchstens einmal den Anflug von bräunlicher Verfärbung. Der Rest stimmte allerdings weitestgehend überein.
Bei Lenzites betulinus war ich mir -mangels Alternativen- recht sicher. Habe den aber noch nie so frisch, klein und unvermoost gefunden. Oder die möglichen Funde sind zwischen den Schmetterlingen schlicht untergegangen.
Hallo Pablo,
ja, in den Großen Pilzen BWs steht auch etwas davon, dass der Birkenblättling sich gerne unter die Schmetterlinge begibt. Habe ich allerdings noch nicht festgestellt, bislang wuchs der mir immer sortenrein entgegen. Vermutlich begegnet er mir in Zukunft jetzt öfter in Gesellschaft. Muss man halt drauf achten.
Den Gelbschuppigen Hallimasch (Armillaria gallica) hatte Graubart ja grade erst sehr anschaulich dargestellt (<hier>) mit feiner Verlinkung zu einer schweizerischen DienstleistungDanke Euch für Eure Mühe!
Liebe Grüße,
Uli -
Kaum kommt man mal raus und findet ein Gebiet, in dem es tatsächlich Pilze gibt, dann passiert das Unvermeidliche:
So! Denkt sich der Erebus. Das ist ja nun der Hallimasch.
Auf Waldboden, darunter sollten wohl Wurzeln sein Mischwald, vorherrschend Laubholz, ca. 400 m ü.NN.Klar, sollte einer sein, aber die Lamellen so weinrot-dunkel, was kann man daraus schließen? Ist der überaltert? Vertrocknet war er jedenfalls nicht - oder nur reanimiert durch den seltenen Regen.. was denkt Ihr?
und dieser hier? Was ist das für einer?
Schmetterlinge, Schichtpilze...Substrat liegende Rotbuche, teilweise entrindet, beginnende Vermorschung, ebenfalls ca. 400 m ü.NN.
Lenzites betulinus - Birkenblättling? Gänzlich unbemoost, klein und frisch?
Bestätigung/Korrektur sehr willkommen
LG, Uli
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Hallo, Uli!Uah, Knaller!
Leute, das Bild muss man anklicken, damit man es in voller Auflösung sieht.
Aber eine Sache fällt auf, bei diesem im Prinzip fast perfekten Photo: Die Moose in der Umgebung sind etwas unglücklich konturiert. Liegt am Stacking, oder? Das sind so die kleinen Fehler, die schwer rauszubekommen sind. Wenn man das Moos nicht ganz wegräumen will. Aber ich finde das Ensemble gerade mit dem Moos so schön. Und daher frage ich mich: Wenn man da etwas mehr Tärfenschiefe zugibt und auf den Stack verzichtet, wie würde das dann aussehen?
Hast du da ein ungestacktes Bild, oder vielleicht auch eine Einzelaufnahme aus dem Stack, Uli?
Nur so zum Vergleich.LG; Pablo.
Hallo Pablo!
Sehr oft fotografiere ich mit Offenblende und minimaler TS (Tärfenschiefe), um den Blick ganz auf den Pilz oder ein sonstiges Objekt zu konzentrieren. Das geht oftmals daneben, denn ich schaffe es beinahe nie, alle relevanten Bestandteile des fertigen Stacks auf den Einzelbildern vorab zu kontrollieren. Immer wieder mischt sich etwas Scharfes hinein, ein Ästchen kommt aus dem Nichts, irgendwo entsteht eine Abbruchkante, die man so nicht haben will.
Selbstverständlich kann man bspw alles aus dem Vorder- und Mittelgrund räumen und einen Pilz komplett freistellen. Aber das wirkt dann oft tot, zu perfekt, langweilig.
Bei diesem Bild hingegegen gefallen mir die "Unsauberkeiten": es entsteht etwas Malerisches, aquarellhafte Flächen durchbrochen von scharfen Mooszweiglein- mir gefällt so etwas.
Mitunter fotografiere ich ein solches Motiv tatsächlich noch zusätzlich mit einem kürzeren Stack bei "zuträglicher Blende" also je nach Objektiv mit Blende 8 oder 11.
Allerdings bleiben diese Aufnahmen fast immer ein ganzes Stück hinter dem zurück, was ich mit Blende 2,8oder 3,5 erreiche.Im Vorliegenden Fall habe ich selbstverständlich noch ide EInzelbilder, aber die werde ich hier nicht einstellen, brächte ja auch nichts - man sieht darauf sozusagen einen noch feineren Schnitt durch die Vorlage; mit denselben "Fehlern" behaftet wie das gezeigte Bild, jedoch komprimiert auf eine sehr begrenzte Ebene.
Stattdessen ein weiteres Orange-Echo
Hygrophoropsis aurantiaca - Falscher Pfifferling, der hat ein starkes Jahr
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Hallo Forengemeinde
Bisher dachte ich, Austernseitlinge sind Winterpilze. Nun fand ich aber so viele, an verschiedenen Stellen wohlgemerkt, dass dies wohl ein Irrglaube ist. Oder liegt es einfach an diesem verrückten Pilzjahr?
Oder sollte ich micht hier mit den Austernpilze irren?Grüße
Hallo Tannenzäpfle,
schon an diesen gedacht? Dufte ein wenig nach Anis..
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Hallo in die Runde
Habe bei meiner letzten Exkurision diverse unbekannte Pilze Fotografiert
1. Keine Ahnung Röhrliing2.
3.
4.
5.
3 vermutlich Gold-Röhrling, oben schleimig, in großen Gruppen vorkommend, Röhren sehr grob
1,2,4.Calobolets calopus - Hohlfußröhrling
5. Keine Ahnung, schöner PilzLG, Uli
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ganz frische Harzporlinge...VG Dieter
Wunderschön, Dieter!
Die wollte ich dieses Jahr unbedingt aufsuchen, fand im NSG Brunnstube einige alte Exemplare... vielleicht klappt es am WE?Hier noch einmal die alten Bekannten - immer wieder schön
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Zitat von melanieoderimmer
Lieber Uli,Diese Reise in die Vergangenheit ist so herrlich geschrieben! Ein typischer erebus! Besonders viel Freude macht es mir, von Ludwig und Adele zu lesen. Kuschel
jetzt muss ich mir die zwei anderen Teile in Ruhe zu Gemüte führen Cool
lieben Gruß,
MelanieLiebe Melanie,
tatsächlich bin ich ja über eine ganze Reihe Fotos der beiden gestolpert, als ich die Bilder von damals durchsah und Habe schon überlegt, die beiden zu zeigen. Allerdings war der Ludwig ein äußerst verwischter Hund
Adele & Ludwig
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Zitat von Mausmann
Noch so ein wunderbares Stück. Cool
Aus deiner Schublade ? Muß ja wohl. Da liegt bestimmt noch mehr drin. Tounguena ja, da liegt noch was, in Bruchstücken und Ansätzen...
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Zitat von Tuppie
Lieber Uli!
"Ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen." Danke, wieder herrlich zu lesen - und dann der Schluss! Ich habe Ludwig zwar nicht gekannt, aber nach Deinen Beschreibungen kann ich mir die Szene lebhaft vorstellen...
Liebe Grüße,
TuppieHallo Tuppie,
der Ludwig war wirklich sehr unternehmungslustig, aber auch ganz schön anstrengend - gehorcht hat er nur nach Stimmungslage, und dann nach eigenem Ermessen
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Herzlichen Dank und liebe Grüße,
Uli -
Zitat von Tuppie
Lieber Uli!Diesen neuen Text habe ich mir fürs Wochenende aufgehoben; voilà . Das mit dem Buch war ja schon bei einem Deiner letzten Werke geklärt.
Also dieser Erebus Melzer mit seiner Familie, immer wieder köstlich. Ich mag Deine Stil und diese ist wieder ein echter Erebus, Klasse!
Und diesen Nachtmahr kenne ich auch, er kann ganz schön zupacken. Nur wenn man ihm mal offen ins Gesicht geschaut hat, zwinkert er stets freundlich zurück.
Liebe Tuppie,
also ich versuche ja immer, mir für das Wochenende nichts vorzunehmen, seitdem er an mir rumknabbert. Denn er ist schrecklich eifersüchtig und macht mir ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht seine Einladungen ausschlage.
Jetzt brechen hier die Pilze aus und ich weiß gar nicht, wo ich hinsoll um welche zu fangen: jeder Ort könnte falsch oder richtig sein und die Zeit läuft mir davon...
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Zitat von Captain
...nein, nicht der Hallimasch ist das grösste Lebewesen der Welt.
Es ist der Dämon Fungus!Er soll, wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen
zu vernehmen ist,
bereits ganz Deutschland im Würgegriff haben....und ist weiter in Ausbreitung begriffen.
Unaufhaltsam.
Unausrottbar.
Unerbittlich.ER wird sie alle finden,
in dunkle Wälder treiben
und ewiglich binden.Puhaaa!
Wo ist der Vor-Grauen-schüttel-Smiley?Schlotternd:
MaloneHi, Peter-
ob es wohl wirklich das größte Lebewesen ist? Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht dem Dämon Pediglobulum oder dem Dämon Automobilum verfallen bin, die erscheinen mir noch mächtiger, zumindest, was die Zahl ihrer Anhänger betrifft.
Dämon Fungus macht auf mich den Eindruck, als sei seine Gefolgschaft ein wenig, sagen wir mal: spezieller, interessanter und ungewöhnlicher. Und eigentlich bin ich mir sicher, dass er nicht eines Tages eine Fratze enthüllt.
bis demnächst mal... bei den Saftlingen?
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Zitat von gomphi
Nochmal ich, irgendwie hat es meinen restlichen Beitrag geschluckt.Ich lese Dich so gerne, muss immer lächeln, wenn Du von der Family erzählst, hihi. Trotzdem merkt man, wie lieb Du sie alle hast.
gomphi
Hallo Gomphi,danke herzlichst!
Lieb sind sie ja, mitunter aber anstrengend und leider nur teilweise mitinfiziert.
Gestern traf ich übrigens ein paar Vettern zweiten Grades von Dir, die zeigten sich recht fotogen[hr]
Zitat von melanieoderimmer
Das ist bisher mein Lieblingserebus! Und warum?Weil ich grade etwas lässiger auf die manchmal einfach nicht zu erklärenden Kapriolen beim Essen mit meinen Kindern sehen kann
Danke ganz besonders dafür!
Und dann lese ich von der Bevertalsperre!!
Wie schön, das der geniale Schreiberling aus meiner Nachbarschaft kommt!
Die Bevertalsperre ist heute übrigens ein, besonders im Sommer, sehr begehrtes Ausflugsziel für Wassersportler aller Art. Ich kenne tatsächlich Menschen, die zu fast jeder Jahreszeit darin schwimmen gehenKennst du die "Zornige Ameise"?
jetzt fühle ich mich irgendwie mit dir verbunden
na, verbunden fühle ich mich ja ebenfalls, in Deinen Beiträgen suche ich immer, ob ich die Ecken um Rad erkennen, in denen ich mich früher herumtrieb - auf der Suche nach Amphibien und Reptilien.Die Ernährungsgewohnheiten der Kinder können schon sehr strapaziös sein, ich meine jetzt nicht nur die gewöhnungsbedürftigen Tischmanieren. Stell Dir mal vor, da wird ein dreizehnjähriger plötzlich zum Veganer, verlangt gesonderte Küche, abwechslungsreich und nahrhaft, man grübelt wie man alles richtig macht, scheut keinen Aufwand und Nachts kommt fortan Ichnicht aus dem Keller und vertilgt sämtliche Fleischerzeugnisse.
Die zornige Ameise kennt wohl jeder, der je an der Bevertalsperre campierte oder das Wochenende verbrachte. Ich entsinne mich aber auch, dass die Besucher damals ziemlich viel Unrat hinterließen... was heute wahrscheinlich besser geworden ist.
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Zitat von Naan83
Deine Texte sind immer lesenswert und sehr unterhaltsam, Uli.Danke.
Liebe Grüße an euch.
Das Kompliment gebe ich selbstverständlich zurück, habe grade wieder einmal Deinen Beitrag genießen können!
Und liebe Grüße auch von Isa[hr]
Zitat von dorschschreck
Und ich hab auch noch seit fast 20 Jahren einen Jahreschein, zum angeln, an dem Tümpel
und? schon mal was gefangen? Petri Heil[hr]
Euch herzlichen Dank und liebe Grüße,
Uli
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Es ist der frühe Nachmittag des 21. September 2012, an dem Isa, Adele, Ludwig und Erebus zum ersten Male Pilzefinden ziehen. Die Sonne scheint, das Thermometer zeigt zwanzig Grad an und der Blick nach Süden ist klar und weit. Dort dehnt sich das alte fruchtbare Siedlungsland, Lösböden, Gäuböden, kaum ein Stückchen Wald, dafür Rüben, Kinders, Rüben, Rüben und noch mehr Rüben.
Hier jedoch, im Norden Ochsenfurts, auf dem Berg, da liegt ein kleines Wäldchen. Es ist genau jenes, in dem Erebus einstmals in den Parasol eingewiesen wurde. Aus naheliegenden Gründen hat man diese Gegend ausgewählt, wo sonst hätte man je einen Pilz beobachtet? Und weil es damals Schirmling war, soll es diesmal auch ein solcher sein. Wundersamer Weise stimmt sogar die Jahreszeit. Denn: man findet Schirmlinge.
Das erste Mal vergisst man nicht.
So sagt man, und das ist ein schöner Gedanke. Das ist so, als gelte einem zarten Pflänzlein die ganze Hingabe und Aufmerksamkeit, damit es wachse und Gedeihe und dieses Pflänzlein ist die Erinnerung, die man hegt und pflegt, und immer wieder neu erfindet und schmückt und verschönert .. bis sie einem rundherum gefällt..
Man sagt das so, aber das stimmt nicht. Nicht bei Erebus, der eigentlich alles vergisst. Was also bleibt übrig vom ersten Mal? Vom ersten vorsätzlich gefunden Pilz? Nichts von der Größe, dem Aussehen, der Haptik oder vom Geruch, von der genauen Lokalität des Fundortes, nichts davon, ob sich die Sonnenstrahlen im bunten Laub brachen und den Hutrand flackernd beschienen. Nichts von alledem.Undeutlich allenfalls noch die Erinnerung, dass man den Pilz auf dem Weg fand. Was kein Wunder ist, denn links und rechts verlief ein Maschendrahtzaun, an den erinnert sich Erebus schon. An die Kanalisierung durch den Wald, kein Entrinnen: wie auf dem Schießstand, mitten im Wald ist Herrleshausen.
Allerdings erinnert er sich deutlich an das, was Ludwig in des Weges Mitten hinterließ, im Gras und schlecht auszumachen, wodurch der Weg für die Dauer einer Kompostierungsperiode zur terra infirma wird.
Jedenfalls war man erfolgreich, soviel steht fest. Denn man verließ den Wald stolz mit der Plastiktüte einen Markendiscounters, schreiend gelb und wohlgefüllt.
Wochen später sieht Erebus ein ausgedehntes Gräberfeld, das streckt sich bis zum Horizont. Die Gräber sind geöffnet und vom weichen Licht des Vollmondes zart beschienen liegen darin die abgelebten, verdienten Pilzsucher und Pilzsucherinnen aller Zeiten. Sie liegen schweigend auf dem Rücken, die markanten, erfüllten Gesichter dem Himmel zugewandt, schlafend, die runzligen, kraftvollen Hände gefaltet -
da taucht Erebus auf (Erebus erkennt sich selbst an einer knallgelben, prallgefüllten Discountertüte, die er über den Friedhof trägt, gleichsam das einzige Bunte im ganzen Grau des mitternächtlichen Grauens) und wie auf ein Kommando geht ein Stöhnen durch die Nacht, fährt auf zum Himmel, die Leichname drehen sich ächzend auf die Seite und wenden ihm den Rücken zu.Nach diesem Traum beschließt er, die Plastiktüteninformation zu unterdrücken, da sie zu Publikationszwecken nicht geeignet ist. Und manchmal, später, wenn ihm ein wenig schummrig ist, dann denkt er darüber nach, ob einer der "richtigen" Pilzsucher wohl mit ihm reden wird, später, im Pilzesucherhimmel.
Anderntags stehen Isa, Adele, Ludwig und Erebus in aller Unschuld am Spätnachmittag im selben Wald bereit, um die gestrige Pilzfindung fortzusetzen.
Denn die panierten Schirmlingsschnitzel des Vorabends waren nicht nur essbar, nein, sie waren sogar schmackhaft .Heute, am Samstag, dem 22.September ist das Wetter nicht ganz so gut, es ist etwas kälter geworden. Die Waldhälfte mit dem schlechten Weg lässt man westlich liegen und wendet sich dem östlichen Teil zu. Dort, wo sich eine grasbewachsene Schneise zwischen dem ursprünglichen Kiefern-Eichen-Hainbuchenwald und einem Fichtenbestand mit uralten Kirschbäumen in den Wald zieht, genau dort versucht man den Vorstoß ins Unbekannte und da wird einem bewusst: es eine Ewigkeit her, dass man unbe–œweg–œt im Walde stand. Und weil - keine Pfade, keine Wade –“ im Unterholz der Jogger fehlt, kommt Ludwig von der Leine, der holt tief Luft und taucht ab im hohen Gras ... da schwant einem nichts Gutes.
Aber an diesem Tag funktionieren wenigstens die Funderinnerungen einigermaßen. Vielleicht ist es mit dem Pilzefinden ähnlich wie mit dem Museumsbesuchen?
Wenn man so etwas einmal macht, dann weiß man anschließend so gut wie nichts mehr, mitunter weniger als vorher, hat dicke Beine, platte Füße und Lust auf kühles Bier. Macht man es hingegen öfter, dann erinnert man sich schließlich sogar an einzelne Bilder, kann vergleichen, geht freiwillig noch einen Raum weiter, wird zum Connaisseur und hat Lust auf kühles Bier.Na, jedenfalls findet man einige Schirmlinge entlang der Schneise, dort steht ein Dreiergrüppchen und dahinten nochmals drei einzelne, hier ein besonders Großer, ein wenig klamm - wo ist Ludwig? - aber nach dem dritten Schirmling wir dem Erebus langweilig, zu dumm, man hätte wenigstens den Fotoapparat mitnehmen können!
Was hängt denn da an diesem Baum da? Na hoppla! So was haben wir ja noch nie gesehen!
Ist ja ecklig!
Da hat jemand dem Baum ins Innere gegrapscht und was nach außen gezogen, da tropft sogar das Blut herab –¦ –žIsa! Komm doch mal!–œAber die Gute füllt die gelbe Tüte und hat für Erebus jetzt grade keine Zeit. –žSollen wir morgen nochmal herkommen?–œ Erebus hat sich dazu entschlossen, den blutigen Klumpen zu fotografieren. Isa schweigt und betrachtet kritisch den nächsten Sammelkandidaten. Ob sie in ihrem Herzen etwas ahnt? –žDu füllst mich an wie Blut die frische Wunde–œ geht es Erebus durch den Sinn –žUnd rinnst hernieder seine dunkle Spur–¦
du dehnst dich aus wie Nacht in jener Stunde,
da sich die Matte färbt zur Schattenflur,–œ–¦Denn Rest hat er nicht parat, aber mittlerweile ist es tasächlich dämmrig geworden im Wald, die Tüte ist gut gefüllt, aus der Ferne hört man Ludwig aufgeregt kläffen und das Herz ist gefüllt von Abenteuerlust. Morgen dann wieder. Und nicht ganz so spät.
–žHaben wir für morgen schon etwas vor?–œ Du scheinheiliger Geselle! –žDu blühst wie Rosen schwer in Gärten allen–œ: morgen ist Sonntag ,da verbringt man die Zeit der letzten Sommersonnenstunden im Garten auf der Holzbank, kniffelt, liest und plaudert, zupft nebenbei ein bisschen Giersch und Gitarre. Das Gekläff des Hundes hört nicht auf –¦
Man muss man erst einmal eine junge Familie aus der Belagerung befreien, am anderen Ende des Waldstückes. Dort versucht sich Ludwig Schwänzchen wedelnd in den Kinderwagen zwängen, will mit dem Kleinen Fläschchen teilen –“ ach Ludwig!
LG, Uli
den Rest kennt ihr ja
Wie es begann Der Pfifferling ist ausgestorben und wie es weiterging Sämige Suppen
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Zitat von Mausmann
Ach, bei dir war er auch ?
Sehr schöööön!
Wenn man nicht alleine leidet dann baut der Körper aus den Sehnsüchten Glückshormone die aufplatzen wenn man gewisse Sinne anspricht. Ein Anblick kann dabei schon euphorisierend sein. Ich würde jetzt gerne ein Bild des Pfifferlings zeigen.Hallo Matthias,
bei Dir etwa auch?
Bisweilen glaube ich, er lockert den Griff ein wenig, aber dann greift er wieder umso fester zu.
Weil der Pfifferling ausgestorben ist, kann ich kaum Bilder von ihm zeigen. Und die, die ich zeigen könnte sind wohl alle schon einmal gezeigt. Stünde Dein Verlangen nach Baumpilz, dann wäre die Sache einfacher
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Zitat von RabbitHallo!
Halloooo?
Was für ein literarisches Talent!!!!!! Eek
Hut ab und vielen herzlichen Dank dafür!
Hallo Rabbit - ich bedanke mich ganz herzlich!
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Zitat von RadaHallo Uli,
wann erscheint nochmal Dein Buch ? Ich werde es sofort kaufen.
Tja, also ...
ich gebe Bescheid, wenn es so weit ist.
Schön, dass es Dir gefällt[hr]
Zitat von CraterelleHallo Ulli,
Ich hoffe, du hast gut geschlafen letzte Nacht!
Darf man zum Jahrestag von Pilzinfektionen eigentlich gratulieren? :kopfkratz:
Seid ihr wirklich erst 3 Jahre dabei oder ist das künstlerische Freiheit?
LG & danke für den unterhaltsamen Text,
CraterelleEigentlich schlafe ich immer gut, wenn die Pilze sprießen und das Wochenende bevorsteht.
Zumindest war das in den letzten drei Jahren so, ganz ohne künstlerische Freiheit[hr]
Zitat von nochn PilzHallo Hans, Du bist jetzt auf der Liste
dauert aber noch...
[hr]Zitat von BeornGeniale Lektüre zum Frühstück!
Vielen Dank dafür. AlrightLG, Pablo.
Hallo Pablo, gern geschehen!
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Euch allen herzliche DankLiebe Grüße,
Uli
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Vorboten großer Ereignisse zeichnen sich in vielen Fällen durch ihr Ausbleiben aus.
Wie selten beobachtet man einen Schmetterling auf dem Platz des himmlischen Friedens!
Niemand sieht die feurigen Lettern des Menetekels an der Wand, die flauen Gefühle in der Nähe des Magens dagegen gelten längst als normal und die Küchenwand der Melzers ist grau und beige und hier und da mit einem Fettfleck verziert.Dort in der Küche trug es sich zu, dass am Abend des 17.09.2012 ein Unheil seinen Lauf nahm; namenlos, heimlich und ohne irgendeine öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen.
Es war ungefähr 18:05, als die harmlose Plauderei beim Abendbrot eine Wendung nahm.Man sprach über Fußpilz und kam dann sinnigerweise auf das Thema –žPilze sammeln–œ - ein faszinierendes Thema, das alljährlich im Spätsommer und im Herbst die Phantasie erregt. Grauenhafte Funde verwester Leichen und übergroße Steinpilze, auf denen zwei drei-, oder drei zweijährige Mädchen Platz finden können -je nachdem- geistern durch die Blätter regionaler Werbegemeinschaften.
Wie wäre es?–¦ fragt man sich dann, wie wäre es? fragt man sich auch im Hause Melzer, wie wäre es, mit einem solchen Erlebnis die müßigen Gassigänge aufzuwerten? Ab in den Wald, anstatt in Stadtpark und auf den Mainuferweg? Ab in die Pilze!
Und wie das geht? Ganz einfach: man zieht los und besieht den Waldboden.
Man will auf diese Weise gewisse Dinge aufspüren, welche die Gleichmäßigkeit stören. Die Gleichmäßigkeit als Struktur, die man für gewöhnlich bestenfalls als Hintergrundrauschen wahrnimmt. Zumeist nimmt man dieses Hintergrundrauschen überhaupt nicht wahr, weil man an die wichtigen Dinge denkt. An Hausarbeit, Einkaufslisten oder woher der Nachbar das Geld für den neuen Audi hat.Man denkt, denkt, denkt und wenn dann Hausarbeit, Einkaufslisten und Nachbars neue Freundin ihrerseits zum Hintergrundrauschen werden, sozusagen zur aufgelagerten Welle, dann sollte man sich in Obhut begeben. Aber halt: zunächst einmal geht es um Störungen erster Ordnung, um Dinge, die nicht in die Belanglosigkeit der unbeachteten Umwelt gehören.
Je nachdem, mit wie viel Glück man gesegnet ist, werden sich neben Kerfen, Mäusen, Molchen, seltsamen Gewächsen, Früchten, Blättern noch weitere Dinge in das jungfräuliche Bewusstsein schleichen –¦, Dinge, deren Namen man nicht kennt.
Und wahrscheinlich werden sich Pilze darunter befinden. Bei diesen gilt es nun die bekannten von den unbekannten zu trennen und die essbaren mit nach Hause zu nehmen. So lautet die Aufgabe.Und welche Pilze kennt man im Hause Melzer?
Nun, da wäre zum einen der Fliegenpilz.
Zum anderen die Stinkmorchel.
Den Champignon kennt man aus dem Supermarkt, aber den wird man nicht suchen, nein, den gibt–™s auf Pferdewiese und man möchte im Wald, also "richtig" sammeln. Überhaupt: wo sollte hier auch eine Pferdewiese sein?Was man kennt man noch?
Tja. Erebus kennt den Parasol. Den hat ihm der Simon vor Jahren beigebracht. Ziemlich groß ist der, er besitzt einen Ring um den Stiel und dieser Ring - aufgepasst! - dieser Ring lässt sich rauf- und runterschieben!Eigentlich ganz simpel, aber die Runde um den Tisch verstummt, als Erebus sein Fachwissen vorträgt. Bis auf Ruben, der, kaum hebt Erebus zu tiefgehenden erläuternden Ausführungen an, um die Erlaubnis bittet, den neuesten Pokemonfilm zu sehen. Leo schweigt, weil er Finn Grimassen schneiden muss. Das muss er bei jeder Mahlzeit, aber heute ist es besonders dringend.
Finn schweigt ebenfalls, konzentriert, und beachtet den verzweifelt zappelnden Leo nicht. Finn schweigt konzentriert, genau so, wie man bei Erbsen schweigt. Denn die müssen aus dem Kaisergemüsedurcheinander -diesem schrecklichen Schlamassel!- herausgesucht, gereinigt, in Viererreihen abgelegt und durchgezählt werden. Das erfordert Konzentration und Schweigsamkeit.Aber Isa, die hört zu. Und deshalb ist Erebus glücklich.
So. Das wären also die Pilze, die man bestimmen kann. Darüber hinaus existieren aber noch weitere in den Wäldern. Als da wären:
- der Steinpilz
- der Hallimasch
- der Zunderschwamm
- der Pfifferling
- der KnollenblätterpilzDer Steinpilz ist üppig, wohlschmeckend und begehrt. Wie der Steinpilz aussieht, dass weiß der Erebus aus dem Wichtelbuch, man muss sich nur den Schornstein wegdenken. Das ist zwar ein wenig grob gewusst, aber Isa weiß es genauer. Sagt sie.
Deshalb wird man den vermutlich bestimmen können.
Wie getrockneter Steinpilz riecht, das weiß Erebus hingegen schon: wie Eberurin. Das hat Karl-Herrmann behauptet, und so etwas vergisst man sein Lebtag nicht. Nur, wonach Eberurin seinerseits riecht, das weiß niemand. Was der Sache aber keinen Abbruch tut. Schließlich sucht man Pilze, nicht Wildsäue.Der Steinpilz besitzt Röhren anstelle von Lamellen. Und endlich, endlich kann man Wissen, erworben in der Grundschule, auch einmal praktisch verwenden. Ein gutes Beispiel für eine positive Nebenwirkung der Schulbildung. Findet Erebus. Die gewichtige Information –žRöhren anstelle von Lamellen–œ sollte man der Rasselbande jetzt einmal auf die Nase binden. Aber die wird von der Notwendigkeit eines neuen Stückchen Wissens nicht zu überzeugen sein.
Gewöhnlich ist die Jugend doch überaus streng darauf bedacht, eine möglichst große Gehirnreserve zur späteren Verwendung aufzusparen. Zudem ist es günstig, für die noch ausstehenden Vollräusche ein ausreichendes Kontingent ungenutzter Zellen vorzuhalten. Sonst kann es passieren, dass wichtige Verdrahtungen abhandenkommen, beispielsweise PINS, Superpins oder die Namen der neuesten Dschungelcampbewohner. Da ist es nur logisch, wichtiges Wissen auf max. zwei , drei Prozent des Gehirnmöglichen zu beschränken: die Verluste an genutztem Hirnmaterial durch Alkoholgenuss bleiben übersichtlich. Das kann man mathematisch untermauern.
Ihm schwant, dass er die jäh entflammte, zehn Minuten alte Leidenschaft des Pilzesammelns übertragen muss, was dem Anschein nach noch nicht gelungen ist. Ruben betrachtet missmutig den Salat und beteuert, dass er satt sei. Leo zerschneidet mit Laserblicken die Luft , die bereits vor Hitze wabert, in Richtung Finn. Finn ist zwar schon bei den Karotten angelangt, aber die Defragmentierung des Essens wird ihn noch ein wenig beanspruchen.
Insgesamt eine wenig verheißungsvolle Ausgangslage.Der Hallimasch–¦ und da meldet sich ganz unverhofft Ruben zu Wort: –ž–¦ist das größte Lebewesen der Welt!–œ
Potztausend!
–žDer ist so alt wie Yami Yugi und riiiesengroß! So wie die Schweiz, oder mindestens hundert Fußballfelder.–œ
Noch einer, der mitmacht! Damit hat das pilzkundliche Interesse doch noch die Oberhand gewonnen, drei zu zwei.Ja, der Hallimasch, beginnt Erebus da und erzählt von einem Pilz, den er noch nie bewusst sah. Aber stellvertretend hat der Vater Hallimasch nach dem Krieg gesammelt und auf dem Markt verkauft. Genauso wie Wasserflöhe für die übriggebliebenen Aquarianer: in Heckinghausen auf dem Wochenmarkt. Zum Hallimasch spürt Erebus also so etwas wie eine Blutsverwandtschaft, der ist ihm auch näher als Wasserflöhe, denn später, als man andere Einkommensquellen hatte, sammelte Vater immer noch Hallimasch. Ab und an, für den Eigengebrauch.
Mutter stellte sich an den Abenden, wenn Vater seine Funde höchst selbst in Butter wendete, mit dem Rücken zum Herd und wehrte Kinder ab. –žEin Toter ist genug, nicht gleich die ganze Familie!–œ
Über diesen Pilz wird man sich noch etwas informieren müssen.Den Zunderschwamm hat Erebus bereits in früher Jugend gesucht und nicht gefunden und man kann behaupten, dass er auch zu diesem Pilz eine besondere Beziehung hat. Im sonnigen Sommer 1971 hatte er nämlich zusammen mit Susanne, der Nachbarstochter mit den langen Zöpfen, und mit Schecki, der Katze, einen Wigwam bewohnt. Im elterlichen Garten, oben auf dem ehemaligen Bahndamm, da wurde gerodet, arrondiert und entsteint, eine Feuerstelle angelegt und nach den Regeln des Buches "Überleben in der Wildnis" überlebt.
Die Birken des Stadtparkes wurden zur Saftgewinnung herangezogen, es wurde Sirup gekocht; die Birkenrinde diente der Nudelherstellung und Löwenzahnwurzeln als Kaffeeersatz.Der Streifen Haselgebüsch, Sichtschutz zum Nachbarn, spendierte die eine oder andere Gerte zur Bogenherstellung und gewährte nun, nachdem er seinem eigentlichen Zweck nicht mehr nachkommen konnte, den Einblick in ein Terrain, das man nie zuvor wahrgenommen hatte. So hausten also die Mackes!
Lieber hätte Erebus anstelle der Nudeln aus der Birkenrinde ein Kanu hergestellt, aber die Bevertalsperre war weit. Das wusste er, weil sein Bruder und dessen törichte Bande mit ihrem großzügig dimensionierten Floß bereits an der Umrahmung des Gartentores gescheitert war. Auf dem Weg zur Bever. Davon wurde gerne und ausgiebig in Gegenwart des Bruders beim Sonntagskaffee erzählt. Man verfügte ja nur über eine Handvoll delektierlicher Episödchen.
So etwas muss man nicht wiederholen.Zunderschwamm wird benötigt, um Feuer zu entfachen. Aber, wie gesagt, leider nicht gefunden. Der ganze Sommertraum fand ein jähes Ende, als Vater feststellte, dass der erste Bauabschnitt des Steingartens (Bauzeit 1957 bis 1970) für die Katz und einem Indianerlager gewichen war, dessen pittoreskes Aussehen ihm wenig Trost spendete.
Er bestand auf der umgehenden dem-Erdboden-Gleichmachung und Rückführung in den Steingartenzustand. Ein, zwei Jahre nach dem Nerobefehl schlief das gesamte Steingartenprojekt väterlicherseits im zweiten Bauabschnitt ein, so dass Erebus auf den Rückführungsteil der Auflage (der immer wieder hinausgezögert wurde) verzichten durfte.Und fünfzehn Jahre nach den Indianern besiedelt Flieder das Gelände. Der schäumt im Frühling in weißen und violetten und hellblauen Tönen in den Vormittag und verzaubert die Abendluft mit seinem Duft. Die vernarbten Birken im Stadtpark könnten noch aus der vergangenen Zeit erzählen, aber niemand fragt und sie schweigen und behalten ihr kleines Geheimnis für sich. Soviel zum Zunderschwamm.
Der Pfifferling ist ausgestorben.
Woher diese Information stammt ist ungewiss, aber daran, dass weder Isa noch Erebus erwägen, jemals einen Pfifferling zu finden, erkennen wir, dass dieser Pilz ausgestorben ist.
Zumindest westlich des Bug und nördlich der Alpen.
Aber irgendwoher müssen die Mumien ja her stammen, die mit der Konsistenz getrockneter Apfelringe hin und wieder bei Feinkost Albrecht eine ökonomische Nische besetzen: aus Weissrußland (das heißt jetzt aber Belarus), Moldawien und Spanien.
Im Internet findet man Bilder aus Spanien, darauf überbordende Marktstände mit Pfifferlingen, mit Bergen von Pfifferlingen, und man liest, dass er vormals auch hierzulande in kapitalen Größen und Massen auftrat.
Solche Bilder betrachtet man schweigend, voll lähmender Ehrfurcht und mit dem Gefühl eines entsetzlichen Verlustes. Der Pfifferling ist ausgestorben.Und dann gibt es da noch diesen Einen, diesen ganz üblen Einen, der zieht Jahr für Jahr aus und geht als Schnitter durchs Land, und wo er geht, da wölbt sich der Acker!
Der tilgt Familien aus von der Ahne bis ins letzte Glied und kennt kein Erbarmen. Vor diesem hütet euch, Kinder! Wie der aussieht? So, wie ein Champignon, aber Champignons werden ja nicht gesammelt, deshalb sind wir aus dem Schneider.Kartoffelbovist! Fällt dem Erebus ein, ja, den Kartoffelbovisten kennt man auch noch.
Aber da sind sie schon beim gemeinsamen Tischabräumen. Der pufft so schön, wenn man drauf tritt. Und obwohl er vermutet, dass dies der Pilz ist, der die anwesenden Gemüter am ehesten gewinnt, hat er doch die Lust verloren, weiter zu fabulieren. Nun hat man eine guten halbe Stunde lang das gesamte Pilzwissen der Generationen zusammengekratzt hat, um es anderen Tages zur Anwendung zu bringen.Das soll genügen. So wichtig sind Pilze ja auch nicht. Und deshalb kann man sich hoffnungsvoll dem Ausklang des Tages widmen, dieses letzten Tages der Vorpilzzeit. Vielleicht noch ein kurzer Blick ins Internet für weitere Aufklärung?
Es stellt sich heraus, dass das Rüstzeug für einen Streifzug durch die Pilzgärten Kitzingens eher kläglich bestellt ist. Ein Messer ist eigentlich kein Problem: gleich zu Anfang muss man ja keines mit 144fach gefeiteter Damaszenerklinge, Wellnesgriff und Sauborstenbürste einsetzen.
Aber der Brennholzkorb ist definitiv zu unhandlich, viel praktischer sind die klein zusammenlegbaren Tüten des Feinkosthändlers.
Auch, wenn von deren Gebrauch abgeraten wird. Ein Korb ist Standesehre, Symbol hoher Sammelkultur, um dessen Anschaffung wird man nicht herumkommen, sollte man tatsächlich des öfteren Pilze suchen.Bestimmungsbücher werden nachdrücklich empfohlen, aber da man gar nicht vorhat, giftige Pilze zu sammeln, kann man sich die vorerst einmal und später schenken.
Hätte man damals gewusst, was man heute weiß, womöglich hätte man gesagt: –žAch, was soll–™s?–œ Man hätte beschlossen, die Hunde durch den Stadtpark hinunter an den Main zu bringen, den Uferweg entlang zu bummeln und das Leben zu genießen.
Doch noch in selbiger Nacht erhob Dämon Fungus sein grauses Haupt, formte die Lippen zum Kuss und die Hand zur Klaue, ergriff Erebus im Schlaf, küsste ihn und begann genüßlich zu fressen ...
LG, Uli
da geht's weiter Das erste Mal vergisst man nicht.
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... Grubiger Wurzelrübling und Riesenporling kann ich übrigens bestätigen. ...icke och.
Zudem hatte der Saitenstielige Knoblauchschwindling eine gute Zeit, ich denke, der kommt noch mal wieder.
Was hier in den Wäldern um Würzburg dieses Jahr aber auch noch sehr häufig zu finden ist, das nennt sich Panus conchatus: Laubholz-Knäueling.
Kaum ein Tag, an dem ich ihm nicht begegn. In den Jahren zuvor - genau genommen sind es nur zwei - fand ich den nur ein einziges mal.LG, Uli
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Könnte sowas sein:
http://pilzseite.de/Pilzgaleri…oria/excelsa/FrameSet.htmWo blüht der denn?
LG Rudi
Hallo Rudi,
habe den heute Abend am Schwanberg gefunden und werde ihn an diesem WE nochmals besuchen. Dann nehme ich auch ein Stückchen an mich..
Mal schaun, ob ich dem auf die Schliche komme. Farblich schon sehr eindrucksvoll, mehr knackig lachsrosa-fleischfarbig als auf Deinen Bildern.LG, Uli
Hallo Uli,
könnte das nicht auch der Rosafarbene Saftporling, Postia placenta sein?
Der wächst an Fichte.
Vergleich mal damit.
LG Ulla
Hallo Ulla,ja, das scheint mir eine sehr gute Idee zu sein! Ich werde das noch einmal ganz gezielt untersuchen. Bislang verfüge ich ja nur über einen kurzen optischen Eindruck und habe alles Weiter auf später mit richtiger Kamera verschoben
Danke sehr!
LG, Uli
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Uli,vor Dir kann man sich nur verneigen! Einfach herrlich, was Du uns so liebevoll präsentierst
Hallo Kuschel,
lieb von Dir!
Ich würde ja gerne noch was einstellen, bin derzeit aber gnadenlos hintendran.
Allerdings habe ich von dem denkwürdigen Wochenende noch diese zu präsentieren:
23 Leccinum crocipodium - Gelbporiger Raufuß
Herzlichen Dank
LG, Uli