Beiträge von Schupfnudel

    Hi Südwald.


    Prinzipiell gute Fragen. Dass der Schwefelporling toxische Inhaltsstoffe aus dem Substrat aufnimmt ist aber nicht belegt:


    Zitat

    Was Europa betrifft, so wurden jedoch keine signifikanten toxikologischen Fragen zur möglichen Toxizität von Exemplaren von L. sulphureus s.l. berichtet, die auf bestimmten Wirtspflanzen wie Nadelbäumen oder Robinien (Robinia pseudoacacia) und Eiben (Taxus spp.) wachsen, die einige Autoren - eher willkürlich - aufgrund der möglichen Freisetzung von Pflanzentoxinen an die Sporophoren vorsorglich vom Verzehr ausschließen (BERNDT, 2016b; BERNDT, 2017). Dies sind unserer Meinung nach ungerechtfertigte Befürchtungen, die nicht durch experimentelle Nachweise gestützt werden, weder biochemisch noch toxikologisch, geschweige denn ethnomykologisch. Abgesehen von der unvermeidlichen und verständlichen organoleptischen Variabilität, die aus kulinarischer Sicht in Abhängigkeit von der Wirtspflanze, auf der L. sulphureus s.l. geerntet wird, zu beobachten ist - wobei diese Pilze als schmackhafter beschrieben werden, wenn sie auf ganz bestimmten Wirten, z. B. Johannisbrot- oder Mandelbaum, wachsen, als andere, die auf anderen Bäumen wachsen - in Italien und Europa gibt es keine dokumentierten Fälle von unerwünschten Reaktionen auf den Verzehr von L. sulphureus s.l. auf bestimmten Wirten gesammelt, und wir können in der Tat bestätigen, dass das Sammeln und der Verzehr auf Robinien in Italien keine nachteiligen Folgen haben (SURIANO & SITTA, in Vorbereitung).

    - mit DeepL übersetzt von hier

    Was die Standards, Inhaltsstoffe und Qualitätskontrolle von gekauften Nahrungsergänzungsmitteln angeht, ist man ohnehin eher in Gottes Hand, wie Wutzi ja auch schon anmerkte, siehe beispielsweise hier (die Auflistung der Fehldeklaration von Agaricus blazei als Agaricus subrufescens ist in dem Artikel aber Quatsch - das ist die selbe Art). Ein Großteil der Heilpilzindustrie ist in Asien, inbesondere in China ansässig und dort wurde die Profitabilität dieser Sparte zur Kenntnis genommen. Da herrscht ein wenig Goldgräberstimmung, denn der Nahrungsergänzungsmittelmarkt ist sehr viel einfacher zu erschließen als klassische Arzneimittel, die Profitmargen sind extrem hoch und die Kontrollen, nach Zulassung eher lax. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass von diesen Anbietern überhaupt ein Interesse daran bestünde, entsprechende Produkte auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen - die Replikationsrate aus Tierversuchen im menschlichen Organismus generell schlecht (nicht nur bei Pilzen) - weniger als 14% von erfolgversprechenden Ansätzen aus Tierversuchen werden bei Studien am Menschen bestätigt. Das wissen denke ich auch die Anbieter von diesen Produkten oder ein Jürgen Guthmann.


    Wer seine Pilze selber sammelt hat diese Problematik aber zumindest nicht. Da besteht dann aber wie gesagt die Problematik, dass die asiatischen Studien vermutlich nicht ad hoc auf unsere einheimischen Pilze übertragbar sind, da es oftmals eben unterschiedliche Arten sind. Das war eigentlich mein einziger Punkt auf den ich hier kurz hinweisen wollte.


    LG.

    Ergänzend sei hier vielleicht noch erwähnt, dass das asiatische Judasohr eine eigene Spezies ist (Auricularia heimuer) und entsprechende Inhaltsstoffe nicht zwangsläufig identisch sein müssen mit denen unserer einheimischen Art. Das gilt übrigens für sehr viele der Arten, die in der "traditionellen chinesischen Medizin" Anwendung finden, bei denen unreflektiert die vermeintliche Wirkstoffe und Studienergebnisse auf unsere einheimischen Arten übernommen werden. Entsprechende Disclaimer sind auch in den meisten "Heilpilz-Büchern" meines Wissens nach nicht vorhanden.


    Und bei vielen älteren Studien dürfte generell unklar sein, welche Arten letztlich überhaupt untersucht worden sind, da man da taxonomisch oftmals noch nicht so differenziert hat, wie es heute Usus ist.


    LG.

    Hi.


    Laut Myko-Service:

    "ACHTUNG - nochmalige erneute Verschiebung: Neuer Termin für die Herausgabe lt. Michal Miksik (am 06.02.2025): 30.03.2025"


    Ob das dann wirklich das finale Datum ist - who knows, mittlerweile gebe ich nix mehr auf seine Terminankündigungen. :haue:


    LG.

    Hi Gunnar.


    Ich weiß jetzt nicht genau, ob die Maden sichtbar sein müssen? Falls nicht unbedingt:


    X. cisalpinus


    X. chrysenteron (cf.)


    X. cisalpinus


    Amanita franchettii:


    Tricholoma populinum


    Xerocomellus spec.


    Agaricus bitorquis


    Vielleicht ist was passendes dabei.


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Agaricus litoralis stinkt nicht.


    Ansonsten hier die mittlerweile auch schon wieder veraltete Übersicht aus dem Kibby:


    Da fehlen aber natürlich diverse Arten und z.B. auch die Sektion Hondenses (bei uns vertreten mit A. freirei und A. phaeolepidotus). Ist trotzdem aktueller als der Bon. 123pilze kann man für Champignons ignorieren. Der Goldstandard ist dann der Parra, nur muss man damit leben, dass einige Arten nur noch genetisch bestimmbar sind.


    LG.

    Huhu und lieben Dank für die schöne Urkunde und fürs Ausrichten des alljährlichen Wahnsinns. :)

    Ich habe aus Zeitgründen wieder ohne Mitlesen des Threads mitgespielt, bin ohnehin zu doof für Pfähle.

    Ein sehr ärgerlicher Umschwenker von mir stört mich jetzt schon, aber dafür habe ich endlich mal wieder paar Chips bekommen durch die runde Platzierung. :whistling:


    LG.

    Ich glaube nicht, dass der Großsporige Kiefernröhrling schon in so weit entlegenen mediterranen Gebieten angekommen ist. Das ist schon ein Leccinellum, L. lepidum (Leccinellum tlemcenense werde ich mir niemals nie merken können) oder eventuell käme noch L. corsicum in Frage, falls es auch noch Cistaceae vor Ort gab.


    LG.

    So oder so finde ich es ja interessant, dass es größtenteils unter dem Radar gelaufen ist, dass Amanita spissa wohl schon seit 2018 als gute eigenständige Art beschrieben wurde, die sich genetisch auch von A. excelsea unterscheidet. Das war gar nicht zu mir durchgedrungen und ich vermute ich bin da nicht alleine mit.


    LG.

    Ich habe es ähnlich probiert wie Uwe, lediglich environmental samples noch rausgefiltert, hätte aber gleich noch ein paar Fragen.


    Zum einen wie entscheidet man, ab wo man die Sequenz trimmt? Ich habe einfach vorne und hinten mit FinchTV ein Stückchen weggeschnibbelt, aber gibt es da Indikatoren woran man das Trimmen festmacht?

    Und wie gibt man beim Blast die Vorgabe ein: "Vergleiche nur mit A.spissa"? Die Option habe ich nicht gefunden.


    Diverse 100% A. rubescens-Ergebnis sind von Rodham E. Tulloss, der sich seit über 50 Jahren mit Amanita beschäftigt. Ich würde da nicht davon ausgehen, dass die falsch hinterlegt sind.


    Dass keine Typus-Exemplare hinterlegt sind ist mir auch aufgefallen. Aber ist es dann hier nicht letztlich in dem Fall so, dass die ITS einfach nicht reicht um die Artidentität aufzuklären?

    Zumal ja mittlerweile bekannt ist, dass die A. rubescens-Gruppe z.B. in Nordamerika noch diverse eigenständige Arten enthält und mich daher entsprechend benannte Sequenzen von dort mit geringer Trefferquote nicht irritieren würden.


    LG.

    Es gibt keine unbedenklichen Spuren von MMH. Das Zeug hat im Körper auch in Spuren nichts zu suchen.

    Toxikologisch unbedenkliche Mengen sind Kleinstmengen (wir sind hier ja fast schon im homöopathischen Bereich...), bei denen eben extrem unwahrscheinlich ist, dass sie überhaupt verstoffwechselt werden, falls überhaupt noch was vom Stoff vorhanden ist nach der Zubereitung. "Weniger Gyromitrin" heißt in dem Fall der Herbstlorchel, fast schon nicht mehr nachweisbar (oder eben sogar gar nix vorhanden). Und das bei einem Stoff, der wasserlöslich und hitzeflüchtig ist, so dass die homoöpathische Menge, wenn sie überhaupt vorhanden ist, nochmal reduziert würde. Entsprechend kann man sich der Aussage, dass das Zeug im Körper nix zu suchen hat, vorbehaltlos anschließen, nur sollte man sich dabei auf Pilze beziehen, die relevante Mengen an Gyromitrin enthalten. Ich hatte hier auch schon mal was dazu geschrieben.


    Zitat

    Nach der Logik wären eh alle Lorcheln ordnungsgemäß zubereitet unbedenklich, da selbst bei der Frühjahrsgiftlorchel das Gyromitrin dann nur noch in Spuren enthalten ist.


    Der Hauptfehler der jahrelang gemacht wurde und auch heute noch das Image der Herbstlorchel (und auch einiger "echter" Gyromitra-Lorcheln) prägt, ist die Vermengung von "Lorcheln" ohne zwischen Gattungen und Arten zu unterscheiden, das passiert dir hier auch.

    Mittlerweile wurde da bei den Gyromitra-Lorcheln auch endlich mal aufgeräumt und aufgezeigt, dass die Pauschalverdächtigung von Gyromitrin in Lorcheln noch nicht mal innerhalb der Gattung Gyromitra einer Analyse standgehalten hat. Würde auch verwundern, denn gerade aus der G. gigas-clade und G. caroliniana-clade werden insbesondere in Teilen Nordamerikas regelmäßig Arten verzehrt, ohne dass Vergiftungen, die auf ein Gyromitrin-Syndrom hinweisen, bekannt geworden sind.


    Quelle:https://www.tandfonline.com/do…080/00275514.2022.2146473 (G. gigas habe ich gestrichen, da Lagrange et. al schließlich doch noch bemerkt haben, dass sie die falsche Art verdächtigt haben - bei 4 aktuellen Tests von G. gigas aus Deutschland konnte kein Gyromitrin nachgewiesen werden).


    Was die Schwermetall-Thematik bei Agaricus angeht, bin ich übrigens auch nicht supper-happy mit der pauschalen Verteufelung bei unklarer Faktenlage darüber, wie viel nun eigentlich davon verstoffwechselt wird. Aber das ist wieder ein anderes Thema.


    LG,

    Schupfi

    Ich finde A. bohusii hier eigentlich auch mehrfach jedes Jahr, habe aber auch keine Spitzen-Bilder:







    Deine würde ich wohl auch für was anderes halten, Agaricus lanipes hatte ich noch nie in der Hand, aber der Vorschlag klingt ganz ok, abgesehen von den Sporen.


    LG.

    Hi.


    Der Matthias hat ja schon 2 Arten bestimmt, die dritte sollte tatsächlich ein Mürbling sein.

    Ich denke auch, dass kleine braune Wiesenpilze vermutlich häufiger von Pferden mal aus Versehen mitgefuttert werden...


    Dass ein Pferd aktiv Pilze sucht, um sie zu fressen ist aber tatsächlich recht ungewöhnlich soweit mir bekannt. Bei Hunden gibt's deutlich öfter solche Spezialisten.


    LG.