Beiträge von Schwammolo

    Nachdem ich mich jetzt mal an die Baum- und Rindenpilze herangearbeitet habe, blieb einer übrig, der sich der Bestimmung verwehrt hat, obwohl er eigentlich ganz einzigartig und interessant daherkommt.




    Er wuchs auf einem .... äääh.... BAUMstumpf ;) und einige ääh.... BAUMzweige (Laubholz) haben sich durch den Fruchtkörper hindurchgebohrt.


    Der Pilz ist insgesamt 12 cm breit und 10cm hoch und wächst büschelig. Der Fruchtkörper ist sehr dünn (<0,5cm) und zäh oder auch ledrig, lässt sich aber radialfasering leicht einreißen, die Oberseite ist hellocker wulstig gezont. An der Unterseite befinden sich unter einer hellgrauen Bereifung dunkelgraue, sehr kleine, mit bloßem Auge kaum wahrnehmbare Poren.
    Geruch: durchaus angenehm, etwas säuerlich, kein benennbarer Geruch (pilzig).


    Hat jemand eine Ahnung?


    Danke, Christian

    Wenn jemand gerade keine Düne vor der Haustüre hat, kann er im nächsten Herbst (November) auch mal auf bemoosten Steinmauern suchen.


    Gefunden in Würzburg in einem Weinberg in Südhanglage, es gab sie haufenweise. Für ausreichend Durchgeknallte geb ich mal die Google-Koordinaten durch: 49.805699, 9.902605 ;)



    Christian

    Hallo Buliz, hallo Ingo,
    danke für Eure Tipps, habe mir T.scalpturatum mal angeschaut, aber auf Pilz 1 trifft der meines Erachtens nicht zu. Mein Pilz 1 wuchs nämlich nicht pseudo-, sondern absolut büschelig (sieht man leider nicht auf dem Foto, aber alle vier entsprangen mehr als deutlich einem Ursprung). Auch ist mein Geruchsinn vielleicht nicht der beste, aber Pilz 1 roch nach etwas, das definitiv intensiver war als Mehlgeruch ;)


    Zitat


    Der Lerchenspornrasling (L. connatum) ist ein eher knorpeliger Pilz, der kaum so brechen würde in den Hüten wie auf deinem 1. Bild.


    Ist das wirklich immer so, Ingo? Dann muss ich nämlich meine sämtlichen Herbstfunde in Frage stellen, weil mir da immer wieder ein weißer, büscheliger, intensiv süßlich riechender Pilz unter die Finger kam, der aber schon sehr brüchig (v.a. im Stiel, aber auch im Hut) war.


    vgl hier



    Zu Pilz 2: Leider habe ich beide Pilze nicht mitgenommen, weil ich kein Körbchen dabei hatte und sie -wie gesagt- beide labil waren. Hier könnte ich mir aber evtl. schon vorstellen, dass die dunklen Schuppen durch anhaltende Nässe so aussehen wie bei meinem Kandidaten. Ein Gilben, noch dazu intensiv zitronengelbes (nach Bon), konnte ich aber nicht entdecken. Außerdem hatte ich Erdritterlinge auch etwas kompakter, fester in Erinnerung, ohne jetzt allerdings Tr. scalpturatum schonmal bestimmt zu haben.


    LG Christian

    Hallo !


    Habe direkt nach Abtauen der geschlossenen Schneedecke diese Pilze gefunden, wobei ich mir vor allem bei ersterem recht sicher bin, dass es der Weiße Büschelrasling oder auch Lerchensporn-Ritterling ist. Wundert mich allerdings, dass er so spät im Jahr erscheint und scheinbar recht frostresistent ist.


    Pilz 1:

    - Hüte: 4-8cm, leicht bräunlich
    - Lamellen: ausgebuchtet
    - Stiel: längsfaserig brüchig
    - Geruch: leicht süßlich-fruchtig
    - Standort: Gebüsch in Parkanlage
    - Wuchs: büschelig


    Pilz 2:

    - Hüte: 2-4cm, deutlich bräunlich
    - Lamellen: ausgebuchtet
    - Stiel: längsfaserig brüchig
    - Geruch: unauffällig, nichts feststellbar
    - Standort: Gebüsch in Nachbarschaft zu Ackerfläche
    - Wuchs: gesellig


    Meine Fragen: Handelt es sich bei beiden um den gleichen Pilz? Ist es Lyophyllum connatum? Oder könnte es auch ein Weichritterling sein?


    Christian

    Ja, vom Rasling bin ich inzwischen auch weg ;)
    Mario, weißt du bzw. hast du nachgeschaut, ob die Stiele einer gemeinsamen Wurzel entsprangen?
    Möglicherweise könnte dann der Büschelige Faserling passen (Psathyrella multipedata).


    Hier zumindest passt das auch vom Bild her ganz gut, allerdings weiß man natürlich nicht, ob der Schweizer Kollege ihn richtig bestimmt hat.


    Christian

    Hallo miteinand.


    Gibt es im Netz eine funktionierende Pilzdatenbank, wo man nach Eingabe bestimmter Merkmale die entsprechenden Pilze angezeigt bekommt?


    Ich habe nur mykopedia.org gefunden, wo zum einen der Link nicht funktioniert und wo ich außerdem nach Eingabe der Merkmale nur bei einer Familie herauskomme.


    Meine Vorstellung wäre es, dass sich mit jedem Merkmal, das man zusätzlich angibt, die Auswahl der möglichen Pilze weiter einschränkt, bis man am Ende bei ein bis zwei Möglichkeiten herauskommt. Das sollte technisch eigentlich recht leicht machbar sein. Kennt da jemand etwas?


    Christian


    Hallo,
    ich kenne den Pilz zwar noch nicht aus eigener Anschauung, aber könnte das nicht ein "anderer" Schwefelkopf sein?
    Mir kommt da Hypholoma capnoides (graublättriger Schwefelkopf) in den Sinn, der soll auch Velumenreste haben, Lamellen und Stiel (oben) hell, dann nach unten hin bräunlicher werdend (das sehe ich allerdings - noch - nicht.)


    http://de.wikipedia.org/wiki/G…C3%A4ttriger_Schwefelkopf


    Nein, den kann man ausschließen. Schwefelköpfe gehören zu den Träuschlingsartigen und haben schwarz-violettes Sporenpulver, das sich v.a. bei H. capnoides am Hutrand ablagert.


    Aber mich würde das interessieren, ob Velumreste ein Ausschlusskriterium für Raslinge sind.

    Warum eigentlich nicht ein Rasling?
    Die Ablagerungen an der Stielspitze könnten doch weiße Sporen sein. Ausgebuchteter Lamellenansatz, büscheliger Wuchs. Wo standen die? Grasige Stelle oder Waldrand?


    Würde mich interessieren.
    Christian

    Hi Fredy,
    also doch? Hm. Mich hatte irritiert, dass ich keine braune (Sporen-)Deckschicht (ok, die ist natürlich flüchtig, aber alle Bilder sahen völlig anders aus), keine weiße Zuwachskante und keine glänzende Oberfläche hatte.
    Und der Feuerzeugtest ist dann wohl eher bei den glänzenden Lackporlingen anzuwenden?


    Ok, aber dann weiß ich das. Danke :)

    Nun ja, nachdem die Schneedecke doch die meisten Pilzchen verdeckt, konzentrieren wir uns eben auf die Baumpilze, ziemliches Neuland für mich.....


    Habe an liegendem Totholz (ja, wie immer die Frage nach dem Substrat.... Buche, Birke, Fichte kommen wohl in Frage; war schneebedeckt als schwacher Rechtfertigungsversuch ;) ) diesen Vertreter gefunden. Interessant war, dass er an der Oberseite des Stammes wuchs und fast auf etwas wie einem Höcker saß.


    Hutbreite: 11cm
    Höhe: ca. 4cm (ohne Höcker)
    Beschaffenheit der Oberseite: wulstig, matt, die Mitte ist sehr knöchern-hart, oder auch holzig; mit dem Feuerzeug konnte ich nichts ausrichten
    Zuwachskante: weißlich, aber abwischbar (Bereifung)
    Unterseite: ganz feine Poren, weißliche Bereifung auf dunkelbraunem Untergrund, man konnte darauf malen
    Fleisch: zweigeteilt: oben ocker bis rotbräunlich, unten dunkelbraun mit Längsriefung
    Geruch: angenehm, leicht säuerlich





    Ich konnte in meiner Literatur nichts Passendes finden, der Krieglsteiner ist schon unterwegs ;)
    Danke für Tipps.
    Christian

    Hi Wolffi, danke für die Tipps.


    Ich mache erst seit wenigen Wochen Makrofotografie und liege immer mehrere Minuten vor meinen Pilzen im Dreck, bis ich eine ganze Reihe geknippst habe, die ich dann stacken kann. Ist immer sehr aufwändig.
    Stackst du deine Bilder nicht?


    Bei deinem Siegerbild erscheint es nicht störend, dass es selbst im Pilz unscharfe Bereiche gibt, weil es gerade durch seine Weichheit seinen Reiz erhält. Das wird aber nicht immer so klappen.
    Wäre dein Bild vielleicht NOCH schöner geworden, wenn auch das Substrat scharf abgebildet wäre?


    Christian

    Nein, ich finde die Entscheidungen total nachvollziehbar. Dank an die Jury. Ich persönlich hätte zwar vielleicht Bild 7 höher gevoted, aber ansonsten finde ich das Ergebnis absolut okay. Glückwunsch an den verdienten Sieger Wolffi, klar das beste Bild für mich. Was ist das eigentlich? Ein Schneckling?


    Christian

    Ja, der war auch mein Favorit. Jedoch war der auf allen Bildern, die ich gefunden habe, klar zweifarbig, während meiner doch (zumindest feucht) recht klar einfarbig gelblich war. Im vertrockneten Zustand war aber der Hut allerdings wieder weißlich und am Rand gelb. Wenn ich aber jetzt keine anderen Vorschläge bekomme, werde ich ihn wohl unter M. flavoalba abspeichern :)
    danke

    Ich kriege immer schnell Kopfschmerzen, wenn ich durch die Okulare schauen muss. Was haltet ihr von Mikroskopen mit Monitor? Gibt es da etwas Taugliches? Oder ist das von vorneherein ungeeignet für anspruchsvollere Aufgaben?
    LG Christian

    Habe hier zwei zarte Zeitgenossen, die ich mal wieder in keinem meiner Bücher zu entdecken vermag.


    1. Marasmius?

    (schon zwei Wochen her)
    Hut: 0,5-1cm
    Stiel: 10 cm x 0,15cm
    Lamellen: milchkaffeebraun
    Sporenpulver: hat nichts von sich gegeben
    Geruch: keiner
    Standort: Eichen, Buchen, Fichten



    2. Mycena?

    (heute halb steif gefroren gefunden)
    Hut: 1 cm, zitronengelb, leicht gebuckelt, durchscheinend gerieft
    Stiel: 4cm x 0,2
    Lamellen: wie der Hut, angeheftet, NICHT herablaufend (dachte evtl. Ellerling)
    Geruch: negativ
    Standort: unter Fichte, Laubbäume waren auch anwesend


    Danke Christian

    Habe am Wochenende einen Pilz gefunden, wo ich mir auf den ersten und den zweiten Blick sicher war, dass es ein Schneckling ist, da die Huthaut schmierig-klebrig war und die Lamellen meines Erachtens entfernt stehen.
    Nach einigen Bestimmungsversuchen habe ich aber jetzt die Vermutung, dass man sich möglicherweise schneller vergiften kann als man denkt.
    Bei Regenwetter ist die Huthaut eben bei allen Pilzen schmierig.


    Meine Frage ist jetzt: handelt es sich um den Fleischfalben Trichterling (Clitocybe diatreta)? Oder doch um einen Schneckling (wüsste nicht welcher)? Oder was anderes?


    Gibt es neben Huthaut und wachsartigen (schwierig zu erkennen für meine Begriffe), entfernt-stehenden Lamellen andere Erkennungsmerkmale für Schnecklinge?



    - Hut: 2-3cm
    - Stiel: 3-5cm
    - Standort: gesellig (4-5) im Schwarzkiefernwald (Pinus nigra) auf einem Hügel (350m NN) im Maintal, Muschelkalk
    - Geruch: pilzig-aromatisch, ich musste an Vanillin denken, kurzzeitig meinte ich Anis gerochen zu haben, konnte ich aber nicht nochmal feststellen



    Grüße, Christian

    Hallo miteinand !
    Würde mir gerne meine Erstfunde von heute bestätigen lassen, weil es doch immer ein paar kleinere Ungereimtheiten gibt.


    Nr. 1: Natternstieliger Schneckling? Hygrophorus olivaceoalbus


    - Hut: 2-4cm, trocken (!?)
    - Standort: Fichten
    - mir fehlt die weiße Stielspitze und beim größeren erscheint mir der Stiel schon sehr braun


    Nr. 2: Wurzelnder Schwefelkopf? Hypholoma radicosum


    - Hut: 3-5cm
    - Lamellen: hell, schmutziges Weiß
    - Standort: neben sehr morschem Stumpf (Buchen, Fichten), scheinbar am Boden
    - Stielbasis mit sehr dicker, myzelüberzogener Knolle (siehe Bild)
    - Sporenpulver: dunkelbraun, konnte keine violetten Töne erkennen


    Nr. 3: Samtfußrübling? Flammulina velutipes

    - Hüte: 2-4 cm
    - Ort: Laubholzstumpf (siehe Bild)
    - Stiele: teilweise 10cm (wuchsen unter der Rinde und mussten irgendwie ans Licht kommen), sonst 2-5 cm; samtig, aber dunkles Braun nur bei wenigen an der Stielbasis
    - Geschmack: mild


    Und um in Zukunft gezielter nach ihm suchen zu können, kann mir jemand sagen, um welches Substrat es sich hier handelt? Hätte auch noch mehr Bilder vom Baum.